Zum Thema:

19.09.2018 - 09:15Vernissage: Neue Ausstellung im Dinzlschloss17.09.2018 - 10:30Literatur um 8: Wenn Bücher ihre Tage haben28.08.2018 - 16:12Bücherherbst im Dinzlschloss15.08.2018 - 11:34Die Mutter im Fokus
Leute - Villach
Die beiden Türme des Dinzlschlosses werden zurzeit aufwändig saniert. © Stadt Villach/Karin Wernig

Restaurierung bis September

Schlossturm wird zum Ausstellungs­raum

Dinzlschloss – Die beiden Türme des Dinzlschlosses werden zurzeit aufwendig saniert. Bis September dauern die sensiblen Restaurierungsarbeiten. Ein Turm soll als Kulturraum, der andere als Lager genutzt werden.

 3 Minuten Lesezeit (471 Wörter) | Änderung am 05.06.2018 - 11:13

Seit 2007 ist das Dinzlschloss Sitz des Kulturamtes der Stadt Villach. Auch das Jugendreferat befindet sich in diesem baulichen Kleinod im Westen der Stadt. „Vor elf Jahren wurde das ehemalige Lehrlingsheim mit beträchtlichem Aufwand unter den Vorgaben des Denkmalschutzes renoviert und in ein Kunst- und Kulturhaus umgewandelt. Die umfangreichen Umbauarbeiten haben 975.000 Euro gekostet“, sagt Bürgermeister Günther Albel. Längst ist das Schloss eine beliebte Begegnungsstätte für Kulturinteressierte geworden, die hier Lesungen und Ausstellungen erleben.

Bundesdenkmalamt hat bestimmte Vorgaben

Als Kulturreferent hatte Bürgermeister Albel aber schon länger die Idee, auch zumindest einen der Türme, die östlich des Schlossgebäudes stehen und in einen südlichen und einen nördlichen unterteilt sind, kulturell zu nutzen. „Um das umsetzen zu können, müssen wir aufgrund von Vorgaben des Bundesdenkmalamtes (BDA) diese Bauten allerdings ebenfalls renovieren. Dann können wir zum Beispiel im Obergeschoß des Nordturms dauerhaft ein Kunstwerk installieren.“

Wandmalerei wird geschützt

In diesem Turm befindet sich im Obergeschoß eine historische Wandmalerei. Sie wird konserviert und so für die Nachwelt erhalten. Bei einer gemeinsamen Begehung mit dem BDA wurden daher nicht nur Putzarbeiten und Dachsanierungen mit Schädlingsbekämpfung beschlossen, sondern auch Farbausbesserungen an diesen Malereien. Der Südturm ist als Lagerraum vorgesehen.

Die Arbeiten haben bereits begonnen, im September soll die 75.000-Euro-Renovierung mit Ausnahme der Putzarbeiten abgeschlossen sein. Das Gemäuer muss nach Abschlagen des schadhaften Putzes nämlich einige Monate austrocknen. Während der Sommerferien werden außerdem Fahrbahn, Geh- und Radweg sowie die Entwässerung der Schlossgasse saniert.   

Das Dinzlschloss

Um 1620 verkauften die Khevenhüller ihr Gut in St. Martin. Rasch wechselten in Folge die Besitzer, zu denen die Widmann, Della Grotta und Größing gehörten. 1874 erwarb Dr. Ignaz Dinzl – auf den der heute gebräuchliche Name „Dinzlschloss“ zurückgeht – das Anwesen. Seine Tochter Else Eipek-Dinzl vermachte das Renaissancegebäude 1944 samt dem ausgedehnten Grundbesitz testamentarisch der Stadt Villach. Ein Jahr später zogen englische Besatzungssoldaten ein. Von 1953 bis 2004 wurde das Dinzlschloss als Lehrlingsheim genutzt.

Im Zuge der Restaurierung des Dinzlschlosses – seit dem Jahr 2007 befindet sich hier das Kultur- und Jugendamt der Stadt –  wurden umfangreiche archäologisch-baugeschichtliche Untersuchungen vorgenommen. Dabei konnten bemerkenswerte Erkenntnisse erzielt werden. Lange vor dem heutigen Schloss gab es an der selben Stelle bereits ein Gebäude. Ein erster Vorgängerbau lässt sich zeitlich nicht genau einordnen, der zweite bestand bereits vor dem Jahr 1480. Im späten 15. Jahrhundert erfolgte der Ausbau zu einem Gutshof mit zwei flankierenden Türmchen an der Ost- und Westseite des Hauses. Dieser in den Quellen bezeugte „freieigene Hof“ wurde von Sigmund Khevenhüller um die Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Edelmannsitz umgebaut und von seinem Sohn Georg (1534 bis 1587) fertiggestellt. 1562 erhielt er das kaiserliche Privileg, den Ansitz von nun an „Mörtenegg“ – nach dem Kirchenheiligen von St. Martin – zu nennen.

Schlagwörter:
Kommentare laden