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Politik - Villach & Klagenfurt
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Kritik von der SPÖ:

Zwist um 12-Stunden-Tag

Kärnten – In der Politik wird derzeit der 12-Stunden-Tag heiß diskutiert. Nun soll eine "Freiwilligkeitsgarantie" in das Gesetz eingearbeitet werden. Das bedeutet eine 11. und 12. Stunde wird es nur mit Einwilligung des Arbeitnehmers geben. Kärntens SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher sieht darin eine Verschlechterung für den Arbeitnehmer. Der ÖVP-Nationalrats Abgeordnete Peter Weidinger möchte hingegen einiges richtig stellen. 

 3 Minuten Lesezeit (364 Wörter) | Änderung am 28.06.2018 - 16:43

Wie der ORF berichtet, soll nun eine „Freiwilligkeitsgarantie“ ins Gesetz eingearbeitet werden, um eine Missinterpretation zu vermeiden. Diese besagt, dass die 11. und 12. Arbeitsstunde nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers erfolgen darf. Der Abänderungsantrag wird nächste Woche in den Nationalrat eingebracht werden. Somit kann niemand zu einem 12-Stunden-Tag gezwungen werden.

SPÖ Sucher: „Verschlechterung für die Arbeitnehmer“

Der SPÖ-Landesgeschäftsführer Andreas Sucher bezeichnet dies als „peinlichen Versuch der FPÖ-Spitze“ und betont dies sei eine „Verdrehung der Tatsachen“. Sucher erklärt das Problem sei nicht eine für Ausnahmen geltende Arbeitszeitflexibilisierung, sondern dass Kurz und Strache das im Vorbeigehen durchpeitschen wollen. „Sie wollen den ArbeitnehmerInnen diese Verschlechterungen ohne Einbindung der Sozialpartner und ohne gerechten und fairen Ausgleich über deren Köpfe hinweg aufzwingen“, so Sucher empört. „Auch wenn FP-Chef Strache gönnerhaft und von oben herab ankündigt, dass Wort ‚freiwillig‘ ins Gesetz zu schreiben, so müsste er eigentlich wissen, dass das niemals die gewerkschaftliche Absicherung ersetzen kann“, betont Sucher.

ÖVP Weidinger: „Lasst euch nicht verunsichern“

ÖVP Nationalratsabgeordneter Peter Weidinger stellt jedoch fest: „Hier werden Gespenster an die Wand gemalt und die Menschen unnötig verunsichert.“ Zudem stellt er richtig: „Der 8-Stunden-Tag wird die Normalarbeitszeit bleiben. Darüber hinaus wird es aber möglich sein, länger zu arbeiten. Maximal 12 Stunden pro Tag oder 60 Stunden pro Woche.“ Außerdem fügt Weidinger noch hinzu: „Im Durchschnitt darf nicht mehr als 48 Stunden (pro Woche) in 17 Wochen gearbeitet werden.“ Das bedeutet, es ist zwar erlaubt 60 Stunden pro Woche zu arbeiten, allerdings muss man im Schnitt unter den EU-Vorgaben bleiben. Der Nationalratsabgeordnete betont, dass so die 4-Tage-Woche weiterentwickelt werden soll. „Kollektivvertragliche Regelungen der Normalarbeitszeit und Überstundenzuschläge bleiben unverändert“, erklärt Weidinger.

Große Protestaktion in Wien geplant

Auch die Bevölkerung reagiert mit gemischten Gefühlen auf den 12-Stunden-Tag. Sogar eine Demonstration wurde geplant. Diese soll am Samstag, dem 30. Juni 2018, um 14 Uhr am Wiener Westbahnhof starten. Ziel ist der Heldenplatz. Bei der ÖGB-Demonstration werden zehntausend Menschen aus allen Bundesländern erwartet. Sowohl am Anfang als auch am Ende des Protestmarsches sind Redenbühnen aufgestellt. Unter anderem werden AK-Präsidentin Renate Anderl sowie ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian zur Bevölkerung sprechen.

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