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Leute - Klagenfurt
Während der Ladezeiten ist für Fußgänger und Fahrzeuge die Straße gesperrt. In Betrieb sind die zwei Schranken jedoch noch nicht. © 5min.at

Anrainer vs. Unternehmer:

Streit um Schranke geht weiter

Klagenfurt – Seit dem 15. Mai 2018 stehen zwei Schranken an der Hans-Sachs-Straße. Eine davon an der Ecke Villacher Straße, die andere an der Heinzgasse – dazwischen die private Firma Mediadent. Die Errichtung ärgerte die Anrainer sehr. Noch immer ist die Stimmung zwischen ihnen und Mediadent am Kochen.

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Der Ärger mit der Schranke

Auf Kosten der Steuerzahler errichtete die Stadt am 15. Mai 2018 zwei Schranken, die eine Zufahrt zum Firmengelände der Klagenfurter Firma Mediadent, mit Sitz in der Hans-Sachs-Straße, begrenzen. Sehr zum Ärger der Anrainer, denn während der Ladetätigkeiten bei Mediadent ist die Straße für den regulären Verkehr und Fußgänger gesperrt. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet und die Volksanwaltschaft wurde zum Streitfall hinzugezogen – die Schranken blieben außer Betrieb.

Der Streit zwischen der Firma Mediadent und den Anrainern startete jedoch nicht erst bei der Errichtung der Schranken. In Wahrheit gab es schon jahrelang Streitereien zwischen Bewohnern in der Umgebung und der Klagenfurter Firma, wie uns Gerlinde Eixelsberger, die Sprecherin der Bürgerinitiative, verrät. Auch das Verhalten der politischen Vertreter kritisiert sie. Von nicht – oder lange nicht – beantworteten Anfragen ist zu hören, und dass man vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Auch eine komplette Privatisierung der Straße zugunsten des Firmeninhabers konnte die Bürgerinitiative abwenden. Eine Gefahr sah Eixelsberger im Mai in der unbestimmten Ladezeit der Firma. Da die Schranken ausdrücklich nur „während der Ladezeiten“ die Straße absperren sollten, war eine genaue Bestimmung dieser Zeiten ein wichtiger Faktor für die Sprecherin der Bürgerinitiative. An einem ersten Vertrag, der Details wie die Ladezeiten der Firma regeln sollte, habe man bei der Errichtung der Schranken bereits gearbeitet. Die Schranken blieben dennoch offen, denn erst bei einer Unterzeichnung des Vertrags dürfe man die Straße sperren. Dazu kam es bis dato jedoch nicht.

Schranken-Streit geht in die nächste Runde

Eines vorweg: Die Schranken sind auch heute noch nicht in Betrieb. Der Forderung, die genauen Ladezeiten zu bestimmen, kam der Unternehmer nach. Am 3. Juli 2018 offenbarte man den Anrainern im Zuge einer Gewerbeverhandlung, dass die vier LKW der Firma Mediadent zweimal pro Woche für eine Straßensperre sorgen würden. So würden die Fahrzeuge, wie uns Gerlinde Eixelsberger berichtet, am Montagmorgen beladen, und kämen am Freitagabend leer zurück. Da die Zeiten, in denen die Schranken aktiv sein sollen, sehr begrenzt sind, stellt sich für die Sprecherin der Bürgerinitiative eine Frage: „Für vier LKW, die am Montag wegfahren und am Freitag leer zurückkommen, errichten wir eine Schrankenanlage, die weit über 10.000 Euro gekostet hat und uns Anrainer behindert?“ Die Materialkosten für die zwei Schranken betragen 9.000 Euro, wie Vizebürgermeister Christian Scheider in einer Gemeinderatssitzung erklärte. Die insgesamten Kosten für die durchgeführten Grabungsarbeiten, die laut Eixelsberger über eine Woche andauerten, und die Errichtung der Schranken, sind nicht bekannt.

Tischlerei sägt an Anrainer-Nerven

Die Schranken sind nicht die einzigen Streitpunkte zwischen Anrainern und dem Unternehmer. In der Gewerbeverhandlung am 3. Juli 2018, wurde den Anrainern eröffnet, dass eine firmeneigene Tischlerei in eine Räumlichkeit auf dem Gelände in der Hans-Sachs-Straße übersiedeln soll. Sorge habe man, laut Eixelsberger, vor allem wegen der aus einer Kreissäge resultierenden Lärmbelästigung. Die Lärmschutzmaßnahmen seien in der im ersten Stock gelegenen Räumlichkeit nicht ausreichend gegeben und die Versicherung des Unternehmers, die Fenster und Türen während des Tischlereibetriebs geschlossen zu halten, sei kaum überprüfbar. Direkt an das Firmengelände angrenzend befinde sich außerdem ein Kinderspielplatz. Eine Berechtigung zur Eröffnung der Tischlerei, habe man, laut der Sprecherin der Bürgerinitiative, nicht. Die Fläche, in welche die Tischlerei ziehen soll, ist kein Gewerbegebiet sondern Geschäftsgebiet. Einige der Anrainer befürchten jedoch, dass man am Ende vom Unternehmer vor vollendete Tatsachen gestellt wird und die Geschäftsfläche im Nachhinein in eine Gewerbefläche umgewidmet wird.

In der Gewerbeverhandlung erhob die Bürgerinitiative Einspruch gegen die Schranken- und Tischlereipläne von Mediadent. Nun liegt die Entscheidung bei den Behörden, wie weiter in dem Streit in der Hans-Sachs-Straße verfahren wird. Die Schranken in der Hans-Sachs-Straße bleiben fürs Erste offen.

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