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Politik - Villach
Hintergrund
Peter Weidinger preschte vor. © Fotolia 168201977

Stadt-SPÖ sieht Bemühungen in Gefahr

Harley-Brief wird zum Polit-Streit

Villach – Gestern verkündete Peter Weidinger auf Facebook, er hätte einen Brief an Harley Davidson in die USA geschickt. Bekanntlich sucht das Unternehmen einen Standort in Europa. Prompt folgte eine Reaktion der SPÖ. Diese kritisiert das Vorgehen von Weidinger als "unprofessionell" und sieht Pläne in Gefahr. Christian Pober (ÖVP) entgegnet, man sollte Weidinger bei seinem Vorhaben unterstützen.

 4 Minuten Lesezeit (496 Wörter) | Änderung am 17.07.2018 - 15:45

„Harley Davidson suchte eine neue Produktionsstätte in Europa. Villach verfügt über Industriekompetenz und top ausgebildete Fachkräfte. Investitionsentscheidungen von Infineon bis 3M stellen unserem Standort ein top Zeugnis aus. Das Bikefestival am Faaker See unterstreicht unsere besondere Verbundenheit zur Kultmarke. Daher habe ich dem CEO von Harley Davidson einen Brief geschrieben und Villach als potentiellen Standort in Stellung gebracht“, so Peter Weidinger (ÖVP). In seinem Brief, gerichtet an CEO Matthew Levatich, schwärmt er über die Verbundenheit Villachs zur Marke und ebenso über die Standortqualitäten der High-Tech-Stadt an der Drau.

Kritik von Stadt-SPÖ

Doch er soll, so die SPÖ, mit seinem Vorgehen Verhandlungen gefährden. Welche Vorbereitungen es genau gegeben hat, wollte man uns auf Anfrage nicht verraten. Nur, dass für börsennotierte Unternehmen (Aktiengesellschaften) vertrauliche Verhandlungen Voraussetzungen sind – siehe auch Infineon. Darum kritisiert Harald Sobe (SPÖ): „Warum man diesen in die USA geschickten Brief auf Facebook öffentlich macht, verstehe ich nicht. Es scheint fast, als ob es hier nur um Publicity geht. Ein börsennotiertes Unternehmen über Facebook-Likes zu etwas zu bewegen ist kontraproduktiv. Die Vorgehensweise ist unprofessionell.“ Man spricht von „Alleingängen und die Nichteinhaltung von gemeinsam Verhandeltem“. Auch hinterfragt man die „Handschlagqualität“.

Vizebürgermeisterin Dr.in Petra Oberrauner (SPÖ) stört sich an dem Vorgehen von Peter Weidinger: „Als Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin der Stadt Villach, möchte ich Herrn Gemeinderat und Nationalratsabgeordneten Weidinger ersuchen, professioneller aufzutreten, wenn es um internationale Betriebsansiedelungen für die Stadt Villach geht. (…) Die Bemühungen den Standort Villach als seriösen Partner ins Spiel zu bringen, für kurzfristige, politisch sekundäre Erfolge aufs Spiel zu setzen, ist ein absolutes No Go.“

Außerdem gibt es von Seiten der SPÖ datenschutzrechtliche Bedenken.

ÖVP-Pober reagiert:

„Es ist kein Geheimnis, dass Harley Davidson einen Standort in Europa sucht! Es ist kein Geheimnis, dass Berlin sich in Stellung gebracht hat. Ein Wettbewerb der Standorte ist legitim. Auch die SPÖ wird lernen müssen, dass die Politik der Hinterzimmer vorbei ist.  Hier die Eifersuchtskarte zu spielen, weil man nicht vor Nationalrat Weidinger in den Medien war, zeigt nur das Denken und Handeln von Vizebürgermeister Oberrauner und Stadtrat Sobe. Hauptsache in den Medien scheint ihre Devise. Keine eigenen Ideen aber Hypothesen aufstellen. Dass sich Bürgermeister Albel nicht zu Wort meldet wundert mich wenig, vermutlich wartet er noch immer auf den vor einem Jahr, medial breit, angekündigten Rückruf der Firma Tesla!“, so Klubobmann Christian Pober (ÖVP) auf Anfrage.
 
„Ich rate der SPÖ hier lieber weniger künstlichen Wind zu generieren, sondern unseren Villacher Nationalrat Peter Weidinger in seinem Vorhaben zu unterstützen“, meint Pober abschließend.

Hintergrund

Zwischen der USA und der EU schwelt ein Handelskonflikt. Vergeltungszölle auf die Produkte von Harley Davidson verteuern diese am europäischen Markt. Um dies zu umgehen, will die Marke einen Produktionsstandort in Europa aufbauen. Kritik erntete das Unternehmen prompt von US-Präsident Donald Trump. Dieser prophezeit daraufhin gleich das nahende Ende des Herstellers.

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