Zum Thema:

14.11.2018 - 07:0551 ÖKOLOG-Schulen aus­gezeichnet13.11.2018 - 15:3746 Kärntner Talente bei den Skills Austria12.11.2018 - 13:54Polizei schnappt 16-jährigen Dealer12.11.2018 - 10:24Den „Metallern“ reicht es
Aktuell - Villach & Klagenfurt
Suchtgipfel soll das Drogenproblem in den Griff bekommen © fotolia

Experten, Exekutive und Ärzte auf einem Tisch

Jetzt: Suchtgipfel wird einberufen

Klagenfurt/ Villach – Kampf gegen Drogenmissbrauch: Eine eigene Drogenkommission soll sämtliche Fälle prüfen und ein Suchtgipfel wird einberufen. In Kärnten gibt es heuer bereits den zehnten Drogentoten. Team Kärnten fordert eine "härtere Gangart".

 3 Minuten Lesezeit (382 Wörter)

„Ich habe die Einberufung eines Expertengipfels angeordnet und werde die Leiter der Drogenambulanzen, Drogenberater, Streetworker, die Exekutive, die Ärztekammer und die Suchtkoordinatoren des Landes Kärnten zur Teilnahme einladen“, so Prettner in einer heutigen Presseaussendung. Vorangetrieben wird auch die Einrichtung einer Kommission, die alle tragischen Todesfälle der jüngsten Zeit individuell untersuchen wird, um daraus Rückschlüsse zu ziehen und eventuelle Lücken zu schließen. Ein Todesfall ereignete sich erst vor kurzem, als ein 31-Jähriger im Bezirk Spittal/Drau leblos im Wohnzimmer liegend aufgefunden wurde: Als Todesursache wurde ein zentraler Erstickungstod auf Grund einer Mischintoxikation von Benzodiazepinen und illegaler Drogen festgestellt.

1.500 Plätze zur Verfügung

„Unser oberstes Ziel ist es, drogenabhängige Personen in Behandlung zu bekommen“, betont Prettner. Im ambulanten Bereich stehen in Kärnten derzeit 1.500 Plätze zur Verfügung. „Was den stationären Bereich anbelangt, so kann ich sagen, dass jeder Kärntner Drogenpatient, der einen Antrag auf stationäre Entwöhnung stellt, einen Platz in einer entsprechenden Einrichtung erhält“, so die Gesundheitsreferentin. Das Land schließe allerdings nur Verträge mit Einrichtungen ab, die alle Auflagen erfüllen, mit dem Land kooperieren und die vorgeschriebenen Qualitätsstandards einhalten. Stationäre Therapien finanziert das Land Kärnten mit insgesamt 1,23 Millionen Euro, ambulante Therapien mit 1,6 Millionen Euro. 11 Beratungsstellen für Suchterkrankungen stehen in Kärnten zur Verfügung. „Eine weitere Anlaufstelle im Bezirk Feldkirchen ist in Planung“, sagt Prettner. 270.000 Euro investiert das Land in die Suchtprävention.

Team Kärnten: „Drogendealern den Garaus machen!“

Auch das Team Kärnten forderte zuvor via Presseaussendung ein schnelles Handeln: „Kärnten hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Drogenmekka entwickelt und etliche Kärntner Städte dienen als Hauptumschlagplatz für gefährliche Substanzen aller Art. Leider schaut die Regierung dem Treiben tatenlos zu. Sie ist offensichtlich überfordert, kurzfristig wirklich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, das Verhalten wirkt hilflos“, meint Team Kärnten-LAbg. Gerhard Köfer, der ein viel strengeres Vorgehen gegen Drogendealer fordert: „Die Dealer agieren immer dreister und vergiften sehenden Auges unsere Jugend. Die Politik muss endlich gemeinsam mit der Exekutive zeigen, dass sie den längeren Atem hat und sich den Vorgängen tatkräftig entgegenstellt. Es führt kein Weg an einer verschärften Gangart gegen Drogendealer und der gesamten Szene vorbei.“

Kommentare laden