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Die Ausbringung per Drohne bietet in der Landwirtschaft viele Vorteile.
Die Ausbringung per Drohne bietet in der Landwirtschaft viele Vorteile. © Wolfgang JANNACH / 2018 - Copterlog GmbH

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Sind Drohnen die Revolution in der Land­wirtschaft?

Klagenfurt – Es klingt ein bisschen wie in einem Science-Fiction-Roman: Eine Drohne fliegt selbständig über Felder und sprüht Pflanzenschutzmittel auf die Nutzpflanzen. Genau das aber wird derzeit von einer innovativen Klagenfurter Firma getestet.

 6 Minuten Lesezeit (759 Wörter) | Änderung am 24.07.2018 - 19:38

Erstmalig in Österreich wurde ein Versuch, biologische und konventionelle Pflanzenschutzmittel mittels Drohne auszubringen, genehmigt. Beantragt wurde er von der Landwirtschaftlichen Genossenschaft – Klagenfurt – St. Veit – Rosental eGen, Copter Log Services, Lithos Natural und der Landwirtschaftskammer Kärnten, und zwar sowohl für den biologischen als auch für den konventionellen Einsatz. Getestet wird die Ausbringung einer Spritzbrühe mittels Multikopter zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, einem der Hauptschädlinge im österreichischen Ackerbau. „CornProtect“, ein biologisches Pflanzenschutzmittel der Firma Lithos Natural, verhindert die Vermehrung der Käfer mittels Verwirrung durch Pheromone. Als konventionelles Mittel kommt das Insektizid Biscaya von der Firma Bayer zum Einsatz.

Die Drohne im Einsatz

Die Drohne im Einsatz - © Wolfgang JANNACH / 2018 - Copterlog GmbH

Copter Log Services betreten Neuland

Raphael Urf, Chef des Unternehmens Copter Log Services ist stolz, als erstes Unternehmen Österreichs im Bereich der flüssigen Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln mittels Drohnen Erfahrungen sammeln zu dürfen. Die größte Herausforderung sieht er im Mischen der idealen Tankfüllung, da die Tragkraft von Multikopter-Sprühtanks mit derzeit etwa 10 Liter begrenzt ist.

Wir fragen nach - Teil I

Bei diesem interessanten Thema haben wir es uns nicht nehmen lassen, einige zusätzliche Fragen zu stellen. Die Fragen beanwortet uns Raphael Urf, der Chef des Unternehmens, persönlich. Seit 2007 ist er selbständig. Mit der GrandurFilmStudio GmbH hat er das einzige private Filmstudio Kärntens hochgezogen. Das war auch der Startpunkt von Copter Log Services.

Wie kommt man ins „Drohnengeschäft“?

Die Copter Log Services ist aus der GrandurFilmStudio GmbH heraus entstanden da die, für Film- und Videoaufnahmen, eingesetzten Drohnen auch höchst effizient vor allem im land- und forstwirtschaftlichen Bereich eingesetzt werden können.

Was ist die größte Herausforderung in eurem Job?

Vielfach wird durch die Medien nicht zwischen privater und professioneller Nutzung von Drohnen unterschieden. In unserem Job ist die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen in Österreich unumgänglich. Eine Drohne in der Luft heißt nicht automatisch, dass Personen fotografiert oder beobachtet werden. Der Datenschutz im Film- und Fotobereich hat schon bisher den richtigen Umgang mit der Privatsphäre verlangt.

Jeder einzelne Flug ist eine Herausforderung, kein Flug ist gleich und dadurch ist immer höchste Aufmerksamkeit erforderlich. Grundsätzlich gilt, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen und Sicherheitssysteme auf unseren Geräten ist jeder Flug immer nur so sicher, wie der Pilot die Gefahren korrekt einschätzt.

Viele Vorteile für die Landwirtschaft

Durch diesen mindestens für zwei Jahre andauernden Versuch soll der Einsatz mittels Drohne hinsichtlich Anwendungsmöglichkeit, Effizienz und Umweltfreundlichkeit getestet werden. Die Ausbringung von Pflanzenschutzmittel mittels Drohne bringt viele Vorteile in der Landwirtschaft: geringere Bodenverdichtung, eine Bekämpfung ist auch in unwegsamem Gelände möglich, vor allem aber die gezielte Ausbringung gegen den Schaderreger und damit eine Minimierung der Menge an verwendeten Spritzmitteln. Erste Erfahrungswerte bestätigen laut Markus Tschischej, von der Landwirtschaftskammer Kärnten, die gute Benetzung der Pflanzen mit dem Präparat durch den nach unten gerichteten Luftstrom der Rotoren.

Wir fragen nach - Teil II

Wo soll die Reise hingehen?

Europaweit mit anderen Flugdienstleistern zu kooperieren. Meist ist es von Vorteil wenn der Flugdienstleister das Gelände kennt in dem er fliegt. Ebenso werden die Anfahrtswege kürzer.

Welche Drohnenmarke verwendet ihr?

Je nach Anwendungsgebiet verwenden wir unterschiedliche Hersteller. Teilweise werden die Multikopter von uns für spezielle Anwendungen selbst gebaut.

Wie läuft die technische Entwicklung ab? Plant und baut ihr Adaptierungen selbst?

Teilweise bauen wir Adaptierungen selbst oder versuchen bereits entwickelte Lösungen zu integrieren. Es kann kein Multikopter alles. Im Prinzip fliegen wir einen LKW, der mit verschiedensten Sensoren ausgestattet werden kann.

Drei Test-Standorte in Kärnten

Falltafeln bestätigen das, lokal durchaus starke, Auftreten von Maiswurzelbohrer Käfern in Kärnten. Die Bekämpfung der Käfer erfolgt sowohl biologisch als auch chemisch, wobei die sehr kostenintensive Ausbringung in der Regel durch Stelzen-Traktoren erfolgt. Der Versuch mittels Drohne die Mittel zu verteieln, wurde an drei Standorten Kärntens angelegt, wobei die Flächen jeweils gedrittelt wurden: auf einem Teil wurde das Mittel CornProtect, auf einem weiteren die Kombination von CornProtect und dem Insektizid Biscaya ausgebracht. Das restliche Drittel zählt als untersuchungstechnisch notwendige Kontrollfläche.

Über Copter Log

Die Copter Log Service GmbH hat sich auf Luftaufnahmen und Analysen für Agrar, Forstwirtschaft, Industrie, Versicherungen, Zivilingenieure, Archäologie, Film&Foto uvm. spezialisiert. Der Service ist quasi all inclusive: Vom Flug bis zur Auswertung und Aufbereitung der Daten wird auf Wunsch alles von den Copter Log Service Spezialisten übernommen.

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