Zum Thema:

21.10.2018 - 16:35Nach Vandalenakt: Schmierereien beseitigt20.10.2018 - 14:05F#ck Halloween, J*st Dance19.10.2018 - 17:21Das Theater in der Josefstadt kommt nach Villach19.10.2018 - 15:25Erste Ergebnis­se der Lärm­schutz-Fach­tagung
UPDATE | Leute - Villach
Bereits im Jänner hatte Gerald Taferner um eine Genehmigung für den Kinderspielplatz angesucht. Passiert sei seitdem noch nichts. © TAFRENT GmbH

Nachbar erhob Anzeige:

Geschlossen: Kinderlachen war zu laut

Villach – Dem bekannten Villacher Abschleppunternehmer Gerald Taferner ist das Lachen vergangen. Zumindest, wenn es um den Kinderspielplatz im TAFRENT-Businesspark geht, denn der wurde letzte Woche behördlich geschlossen.

 5 Minuten Lesezeit (642 Wörter) | Änderung am 25.07.2018 - 07:20

Update 24. Juli - Einigung in Sicht?

Mittlerweile scheint das Lärmgutachten vorzuliegen. Von Seiten der Stadt Villach ist zu hören, das Gutachten würde bestätigen, was Anrainer befürchteten: Die E-Karts sind zu laut. Durch einfache Vorkehrungen könne der Lärmpegel aber so weit gesenkt werden, dass auch einer Genehmigung nichts mehr im Wege stünde.

Auf dem Gelände des TAFRENT-Businessparks in der Villacher Udinestraße ist aktuell Ruhe eingekehrt. Wo zuvor Kinder spielten, herrscht nun gähnende Leere. Grund dafür ist ein Nachbar, der seine Ruhe möchte und ein noch ausstehendes Lärmgutachten. Schon im Jänner 2018 habe Taferner um eine Genehmigung für den Spielplatz angesucht und ein Amtssachverständiger wurde beauftragt. Ein Gutachten wurde seitdem jedoch noch nicht erstellt.

Im Kinderareal des TAFRENT-Businessparks wurde sogar eine Go-Kart-Bahn errichtet. Bis zu einer Einigung bleiben die Karts jedoch erstmal geparkt. - © TAFRENT GmbH

Nachbar erstattete mehrere Anzeigen

„Ich kann nicht mehr zusehen, wie jeden Tag Kinder mit traurigen großen Augen vor dem geschlossenen Kinderpark stehen und deshalb hab ich mich entschlossen, damit in die Öffentlichkeit zu gehen“, erklärt Gerald Taferner, Geschäftsführer der TAFRENT GmbH. Auslöser für die Schließung des Kinderspielplatzes war die Anzeige eines Nachbarn, dem das Kinderlachen zu laut war. Die Behörden wären dabei, laut Taferner, sehr bemüht, die Ruhe des Nachbarn zu schützen. Die Bemühungen zugunsten des Unternehmers seien jedoch eher gering. Anders könne sich Gerald Taferner die lange Verzögerung des ausstehenden Lärmgutachtens nicht erklären. „Obwohl es sich hier um eine große Siedlung mit mehreren 100 Anrainern handelt, ist es nur ein Nachbar, den es stört?“, fragt sich Gerald Taferner und hofft auf eine rasche Einigung mit dem Mann, der sich auch schon an dem Vorbesitzer des Firmengeländes und zwei Cafés in der Umgebung störte und mehrere Anzeigen erhob.

Gastgarten ebenfalls zu laut

Das Kinderlachen ist jedoch nicht der einzige Streitpunkt zwischen der TAFRENT GmbH und dem zuvor genannten Nachbarn. „Auch unser Gastgarten musste wieder verkleinert werden, da den Nachbarn das „Gackern“ und das Lachen unserer Gäste stört“, meint Taferner erzürnt. Da das Lokal im TAFRENT-Businesspark vom Amtssachverständigen, der auch das Lärmgutachten erstellen sollte, als „Heurigen Lokal“ und nicht als „Café“ eingestuft wurde, wurde dem Nachbarn Recht gegeben und der Außenbereich des Lokals musste verkleinert werden. Taferner selbst sieht das Lokal jedoch eindeutig als „Café“. „Bei einer Umfrage unter unseren Gästen und Kunden, ob das Lokal nun ein Heuriger oder ein Café ist, haben von 122 Personen 118 Personen eindeutig für ein Café abgestimmt“, erklärt Taferner und kann sich die Einstufung des Sachverständigen nicht erklären.

Anrainerin übt Kritik

Der Streit zwischen TAFRENT GmbH und den Anrainern in der Udinestraße zieht sich schon etwa zwei Jahre hin, wie uns eine andere Anrainerin verrät. Die Aussage von Gerald Taferner, dass sich nur ein einziger Nachbar über den Lärm des Spielplatzes und des Gastgartens beschwere, empfindet sie als falsch. So käme es immer wieder zu Lärmbelästigungen durch verschiedene Veranstaltungen der TAFRENT GmbH. Die Aufregung um den Kinderspielplatz sei, wie die Anrainerin meint, übertrieben, da sich die Streitereien zwischen Anrainern und der Firma schon so lange hinziehen und der Spielplatz nur die Spitze des Eisbergs wäre. Auch zweifelt man an, dass die jeweiligen Gewerbeberechtigungen vorliegen.

Trotz der Streitereien und Verzögerungen der Behörden sieht Gerald Taferner doch das Gute in der Situation: „Das einzige Positive ist, dass unsere Kunden voll und ganz hinter uns stehen und dafür danken wir ihnen sehr – denn das motiviert und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Der Gastgarten des „TAF-In“ wurde aufgrund einer Beschwerde des Nachbarn verkleinert. - © TAFRENT GmbH

Kommentare laden