Vögele meldet Insolvenz an in Villach/Klagenfurt - 5 Minuten - Nachrichten & Aktuelles

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Wirtschaft - Villach & Klagenfurt
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Über 60 Mitarbeiter in Kärnten betroffen

Vögele meldet Insolvenz an

Villach/Klagenfurt – Der Mutterkonzern der Vögele- und OVS-Filialen ist pleite. In den vergangenen Wochen wurde intensiv nach einem neuen Investor gesucht - jedoch ohne Erfolg. Das Unternehmen meldete Insovenz an. Ob und welche Filialen offen bleiben werden, ist noch unklar.

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In Kärnten bangen mehr als 60 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz. Für die 90 Vögele- und 13 OVS-Filialen in ganz Österreich (zwei davon in Klagenfurt und eine in Villach) wurde ein neuer Eigentümer gesucht – aber nicht gefunden. Insgesamt sind 700 Mitarbeiter der Modekette betroffen. Unklar ist auch, ob und welche Filialen offen bleiben werden. Im Herbst 2016 übernahm die italienische Investmentgruppe Sempione Fashion um OVS die Charles-Vögele-Gruppe. Schweizer Vögele-Läden wurden in OVS umbenannt und umgebaut. Die Umstellung verlief laut Unternehmenssprecherin Saskia Wallner nicht wie geplant.

Zerschlagung soll verhindert werden

Die Überschuldung von Vögele soll ca. 20 Millionen Euro betragen. Den Gläubigern wird eine Quote von mindestens 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten. Das Unternehmen beantragt am Landesgericht Graz die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung.

„Gegenüber der Zerschlagung des Unternehmens und Abgabe der Filialen an viele Einzelabnehmer, wie in den letzten Wochen immer wieder kolportiert, sehen wir im eingeleiteten Sanierungsverfahren die beste Chance zur Fortführung der Gesellschaft“, sagte Thomas Krenn, Geschäftsführer Charles Vögele Austria, dem „Standard“. Im Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung soll mit dem potenziellen Investor weitere Gespräche geführt werden um eine Zerschlagung zu verhindern.

Insolvenzursachen

Es zeigt sich, dass die Umsatzerlöse in den Jahren 2015 und 2016 noch bei rund 121 Millionen Euro stabil waren, jedoch im Jahr 2017 aber plötzlich um EUR 11,5 Millionen eingebrochen sind. Ausgearbeitete und eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen befinden sich in Umsetzung, so wurde das Filialnetz von ursprünglich 136 Filialen auf nunmehr 102 Filialen reduziert. Die operativen und finanziellen Restrukturierungsmaßnahmen waren schließlich auch Bestandteil einer noch im Mai 2018 erstellen positiven Fortführungsprognose. Allerdings wurde mit 30.05.2018 der Muttergesellschaft Sempione Fashion AG eine sogenannte Nachlassstundung bewilligt, bei welcher es sich um eine Art Schweizer Insolvenz-Vorverfahren handelt. Dieser Umstand führte letztlich dazu, dass durch den bevorstehenden Konkurs der Muttergesellschaft, der schuldnerische Gesellschaft die Grundlage der weiteren Warenlieferungen, welche zuletzt über diese erfolgte, entzogen gewesen wäre. Letztlich fehlte die notwendige Zeit um bereits laufende Investorengespräche positiv finalisieren zu können. Dies umso mehr, da im laufenden Monat August anstehende Löhne und Urlaubsgelder zu bedienen gewesen wären.

Quelle: ksv.at

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