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© KK/Staudacher

So kann man es auch machen:

Cool: Aus Facebook-Beschwerde wird Spende

Dobratsch – Beschwerden und Kritik ärgern uns. Ganz besonders, wenn diese offiziell im Internet gepostet wird. Das Gemeine daran: Ist einmal etwas geschrieben, kann der Unternehmer die Online-Bewertung nur schwer wieder loswerden. Egal ob berechtigt oder nicht. Der Dobratsch-Gipfelhaus-Wirt hat deswegen einen genialen Weg eingeschlagen.

 4 Minuten Lesezeit (551 Wörter) | Änderung am 21.08.2018 - 07:04

Via Facebook postete ein Kritiker: „Heute war die Gipfelwanderung mit circa. 300 Leuten am Dobratsch . Gipfelhaus war nicht geöffnet. […] Bei 300 Leuten wäre sicher was zu verdienen. Hohe Pacht zahlen aber nicht aufsperren. Wenn man da Pleite geht, kein Mitleid mehr. […]“ Das lässt der Wirt des Dobratsch Gipfelhauses Johannes Staudacher nicht auf sich sitzen.

Reaktion auf die Kritik

Er reagiert sofort selbst mit einem Facebook Posting. Der checkt nämlich einfach die Webcam: „Lieber Herr […] gerne würden wir uns bezüglich Ihrer Beschwerde (für Interessierte, siehe Bild) kurz rechtfertigen. Grundsätzliche Frage vorab: Sind Sie sich sicher, dass es 300 Personen waren? Laut Bekannten von uns, die auch mitgegangen sind, waren es ca. 60 Personen. Am Parkplatz standen (siehe Webcam Rosstratte) um 6 circa 30 Autos. Also warum behaupten Sie hier, dass es 300 waren, wenn Sie es besser wissen?“ Und weiter: “ Nun zum eigentlichen Punkt – warum hatten wir geschlossen? Am Vortag hat der Organisator der Sonnenaufgangswanderung (zu Gunsten der ‚Schmetterlingskinder‘) angerufen. Leider konnte er uns keine Zahl nennen, wieviele Leute denn kommen bzw. frühstücken würden. Ihm wurde mitgeteilt, dass wir gerne öffnen, wenn wir die Zusage über zumindest 20 Gäste erhalten die frühstücken – diese Zusage haben wir leider nicht erhalten und somit mitgeteilt, dass wir nicht öffnen werden/können.“

 

„Kein Tankstellen-Shop“

Der Hintergrund ist nämlich: „In der Regel haben wir insbesondere am Wochenende Hausgäste, diese bleiben in der Regel bis ca. 22-24 Uhr auf. Das heißt, dass wir dieses Personal für eine etwaige Sonnenaufgangswanderung (sie müssten um 4 wieder aufstehen) nicht einsetzen können und am Vortag zusätzliches Personal im Tal holen müssten. Dieses Personal kann um 7 aber klarerweise nicht nach Hause gehen, wie es im Tal der Fall wäre, sondern bleibt dann auch tagsüber – auch das muss finanziert werden. Verstehen Sie jetzt evtl., dass wir hier auf eine Mindestanzahl an Gästen angewiesen sind? Hier geht es nicht um Bereicherung, sondern um Wirtschaftlichkeit.
Allgemein: Wir haben siebenTage in der Woche, jeden Tag von etwa 7.30 bis etwa 21.30 Uhr geöffnet, wenn wir Hausgäste haben oft auch bis nach Mitternacht. Wir haben also täglich um die 16 Stunden geöffnet, nicht zu vergessen, dass wir auch an den wichtigsten Feiertagen wie 25.12., 26.12. usw. geöffnet haben. Offenbar ist auch das noch zu wenig – bitte um Verständnis, aber wir sind kein 24h-Tankstellen-Shop – wir sind eine SCHUTZHÜTTE!“

Aus Kritik wird Spende

Man muss sich nicht alles gefallen lassen und man ist schlechten Bewertungen nicht schutzlos ausgeliefert. Das tolle Posting des Wirtes wird dann auch noch zu einem kleinen Social Media Hit. 300 Leuten gefällt das. Das Team bekommt richtig viel Zuspruch. Viele meinen, das Team ist einfach top und die Verpflegung sehr gut. Auch der Organisator der Veranstaltung meldet sich zu Wort und bestätigt den Ablauf.

Und eines ist richtig gut: Wirt Johannes Staudacher schließt das Posting wie folgt ab: “ Um symbolisch zu unterstreichen, dass wir solche wohltätigen Veranstaltungen (wie in diesem Fall zu Gunsten der Schmetterlingskinder) grundsätzlich sehr gut finden, werden wir 200 Euro an diesen Verein spenden.“ Daumen hoch, für diese Aktion. So wird aus einem negativen Feedback sogar eine großzügige Spende für Kinder.

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