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Politik - Villach & Klagenfurt
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Bereits dreizehn Drogentote:

Schärfere Strafen für Drogendealer gefordert

Klagenfurt / Villach – Kärnten zählt bereits den 13. Drogentoten. Alle mischten Alkohol, Drogen und Medikamente zu einem tödlichen Mix. Nun kündigt die Politik abermals Konsequenzen an und fordert unter anderem härtere Strafen für Drogendealer.

 3 Minuten Lesezeit (368 Wörter) | Änderung am 21.08.2018 - 18:04

Laut Bundesministerium für Inneres gab es 2016 elf Drogentote, zwölf Tote gab es im Jahr 2017. Im Jahr 2018 nun schon 13. Grund dafür, ist zum einen der leichte Zugang zu den Substanzen: offene Grenzen bzw. Drogenlabore in Grenznähe und das Internet (Darknet) ermöglichen den einfachen Erwerb von Drogen. Zum anderen wird der Reinheitsgrad der Substanzen immer höher und von den Konsumenten massiv unterschätzt. Fehlendes Gefahrenbewusstsein führt junge, unerfahrene Konsumenten dazu, risikoreicher zu konsumieren. Zudem werden unterschiedliche Substanzen miteinander kombiniert, um eine bessere Wirkung zu erzielen. Dass die Suchtmittelkriminalität in Kärnten im Jahr 2017 gestiegen ist, bestätigt auch die Landespolizeidirektion Kärnten. Für das heurige Jahr sei ebenfalls mit einer Steigerung in unserem Bundesland zu rechnen. Kärnten sei damit aber keinesfalls die „Drogenhochburg“ Österreichs – trotz der bekannten Entwicklungen findet sich Kärnten im österreichweiten Vergleich in diesem Deliktsfeld im unteren Mittelfeld.

Prävention und Ausbau der Drogenambulanzen

Gesundheitsreferentin Beate Prettner kündigte „ein ganzes Paket“ an Lösungen an. Die langfristig wirkungsvollste Maßnahme sieht die Gesundheitsreferentin in der Prävention: „Mit der Kärntner Suchtstrategie wird bereits in den Volksschulen sehr effektiv angesetzt“, ist Prettner davon überzeugt, dass Aufklärung zwar ein langer Weg, aber letztlich doch das Um und Auf sei. Parallel dazu wurde und wird die Therapie massiv ausgebaut – zuletzt in der neuen Drogenambulanz in Klagenfurt um weitere 300 Plätze. „Derzeit sind wir dabei, die Drogenambulanz in Villach aufzustocken und eine neue Beratungsstelle in Feldkirchen zu installieren.“ Auch FPÖ-Klubobmann Darmann forderte eine effektive Anti-Drogen-Strategie, die auch mehr Präventionsmaßnahmen – vor allem im schulischen Bereich – miteinschließe.

Schärfere Strafmaßnahmen

Für die nächste Regierungssitzung am 11. September kündigt die Gesundheitsreferentin zudem eine Resolution an die Bundesregierung an – mit der Aufforderung, die Strafen für Drogendealer zu verschärfen. „Diesbezüglich stehe ich auch im engen Austausch mit der Exekutive“, so Prettner. „Wir müssen auf allen Ebenen nachschärfen.“ Der sicherheitspolitische Aspekt stehe allerdings im Verantwortungsbereich des Bundes. Auch Darmann (FPÖ) meldete sich zu Wort und wolle verhindern, dass in Wien geschnappten Dealern nach Kärnten transportiert werden um hier ihre Haftstrafe anzutreten. Denn, so Darmann, verbleiben diese auch in unserem Bundesland.

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