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Faktencheck:

860 Euro für Vollzeit? Stellen­anzeige sorgt für Aufregung

Klagenfurt – Ein Unternehmen aus Klagenfurt soll über das AMS eine Stelle als Medienfachmann/-frau für gerade einmal 860 Euro ausgeschrieben haben. Brutto. Vollzeit. Doch was ist dran?

 3 Minuten Lesezeit (454 Wörter) | Änderung am 24.08.2018 - 11:24

In den sozialen Medien wird bereits heftig diskutiert. Durch das AMS wurde eine Stelle vermittelt. Die betroffene Person stellte das Inserat – unvollständig – auf Facebook. Gesucht war ein Außendienstmitarbeiter für ein Medienunternehmen in Kärnten. Auch die „GRÜNEN KÄRNTEN“ haben sich dem Thema angenommen und schreiben auf ihrer FB-Seite: „Das sind die wahren Probleme der Menschen: Vom AMS werden Vollzeitjobs um 860 Euro brutto vermittelt! Für Vollzeit! Bei Ablehnung dieser modernen Sklaverei kann das Arbeitslosengeld gestrichen werden.“ Auf Hinweise zu dem Thema erwidern sie: „Na, dann ruf mal an und frage bitte nach…“

Doch die Sache stellte sich schwieriger dar als gedacht. Das Unternehmen, welches auf dem geposteten Zettel klar ersichtlich war, reagierte – und hatte gute Argumente.

Stellungnahme:

„Nachdem es bezüglich unserer Stellenausschreibung über das AMS vermehrt zu Unwahrheiten und haltlosen Vorwürfen gekommen ist, ja uns sogar Sklaverei vorgeworfen wird, sehen wir uns nun gezwungen zu reagieren und halten folgendes fest. Die ausgeschriebene Stelle beim AMS betrifft eine Position als Außendienstmitarbeiter, was aus der vollständigen Job-Ausschreibung auch ersichtlich ist. Wie bekannt sein dürfte, setzt sich so ein Gehalt aus einem Grundgehalt und Provisionszahlungen (sprich einer leistungsbezogenen Komponente) zusammen. Ein Faktum, das in der Kurzbeschreibung, die vom AMS verfasst wurde, und nur auf der letzten Seite steht, leider nicht ausgeführt wird. Zuzüglich der variablen Gehaltskomponente beträgt das Einstiegs-Jahreszielgehalt für diese Stelle rund 26.000 Euro brutto, was im übrigen auch der Branche entspricht. Hätte sich [der Verfasser des Postings] zumindest die „Mühe“ gemacht, ein Telefonat zu führen, dann wäre ihm dieser Sachverhalt dargelegt worden. Stattdessen erschien es ihm jedoch anscheinend bequemer, vertrauliche Daten in falschem Kontext und vor allem in rufschädigender Art und Weise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kritik – immer gerne…. aber dann sollte man sich zuerst auch versichern, dass die eigene Interpretation dem objektiven Sachverhalt entspricht. Vor allem dann, wenn dadurch ein Unternehmen und seine Mitarbeiter unschuldig in Verruf gebracht werden“, so die Geschäftsführung des Unternehmens in einer ersten Reaktion.

Grüne begründen ihr Posting

„Wir thematisieren die fehlenden Mindestlöhne und haben explizit keine Firma genannt. So werden uns nun weitere Beispiele von ungerechter Entlohnung zugetragen und darum gehts letztendlich! Kämpferisch für die Menschen im Land und unfaire Gesetze anprangern“, so Matthias Köchl – Landessprecher der Grünen in Kärnten.

Übliche Praxis

Und tatsächlich. Für Außendienstmitarbeiter ist es üblich ein geringes Mindestgehalt anzugeben und dieses über Provisionszahlungen (leistungsbezogenen Komponente) aufzuwerten.

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