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Raubüberfall

Nasenbruch: Taxler mit Notfall­hammer attackiert

Klagenfurt/Villach – Wie berichtet wurde ein Villacher Taxifahrer heute in Klagenfurt brutal überfallen. Wir haben mit ihm gesprochen und weitere Details zum Vorfall erhalten. Der Täter soll etwa 25 bis 30 Jahre alt gewesen sein und mit Kärntner Dialekt gesprochen haben. Attackiert wurde der Taxler mit einem Notfallhammer, wie er etwa in Bussen oder Zügen zu finden ist. Mittlerweile wurde er aus dem Krankenhaus entlassen. Er erlitt u.a. einen Nasenbeinbruch. Der Täter sei laut Polizei der Suchtgiftszene zuzuordnen.

 5 Minuten Lesezeit (653 Wörter) | Änderung am 30.08.2018 - 15:30

Den Schilderungen des 40-jährigen Taxifahrers zufolge stieg der Täter beim Parkhotel in Villach ein – auf die Rückbank. „Vielleicht war das schon ein Fehler.“ Normalerweise würden Fahrgäste in der Regel vorne einsteigen, um sich auch ein wenig unterhalten zu können. Dennoch hatte sich Fahrgast zunächst gut mit dem Taxler verstanden. „Wir haben gequatscht, aber ich bin mir nicht sicher, ob er die Wahrheit gesagt hat.“ Demnach sei der Täter vor drei Wochen von Villach nach Klagenfurt gezogen und als Kellner beschäftigt.

Täter möglicherweise direkt aus Villach oder Klagenfurt

Der Taxifahrer ist sich auch ziemlich sicher, dass der Räuber aus der Region ist. „Entweder Villach oder Klagenfurt.“ Beim Einsteigen nannte er eine konkrete Adresse (Khevenhüllerstraße) in Klagenfurt als Ziel. „Ich habe sogar das Gefühl, dass er mir schon einmal über den Weg gelaufen ist“, sagt er uns.

Bei der ersten Adresse angekommen, gab der Täter vor, auf einen Freund zu warten, der bald zusteigen würde. Man rauchte gemeinsam eine Zigarette vor dem Wagen, doch der vermeintliche Freund kam nicht. Daraufhin wollte er zu einer weiteren Adresse (Pischeldorfer Str.) gebracht werden – selbes Spiel. „Der Taxameter zeigte mittlerweile über 100 Euro, dann hatte ich schon ein ungutes Gefühl.“ Dem Taxifahrer war klar, dass er seinen Fahrgast loswerden musste. Als er wegen einer angeblichen Adresse gerade Google Maps durchforstete, passierte es schließlich.

Mit Notfallhammer zugeschlagen

„Ich drehte mich um und er kramte gerade in seiner Tasche. Dabei habe ich eine Dose mit Marihuana gesehen.“ Dann schlug der Täter mit dem Notfallhammer auf den Hinterkopf des Villachers ein. „Ich flüchtete auf die Straße und schrie, dass ich Frau und Kinder hätte.“ Der Täter lief ihm ein paar Schritte hinterher, ging dann aber zurück zum Auto, plünderte das Handschuhfach und stahl eine private Brieftasche mit 150 Euro samt Bankomatkarte.

Der Taxler lief blutüberströmt umher. Dabei begegneten ihm u.a. eine ältere Frau zu Fuß und eine Dame mit ihrem PKW. Er lief nämlich direkt auf die Straße, um nach Hilfe zu schreien. Bei beiden könnte es sich um wichtige Zeugen handeln. Eine weitere Dame, die das Szenario wohl beobachtet hatte, ging dann auf das Opfer zu und erklärte ihm, dass sie bereits die Polizei gerufen habe. Diese kam dann auch bald, vom Täter fehlte aber bereits jeder Spur.

„Den Umständen entsprechend.“

Wie es ihm jetzt gehe, wollen wir wissen. „Den Umständen entsprechend.“ Er erlitt einen Nasenbeinbruch, die Augen sind geschwollen und er hat Beulen am Hinterkopf. Seit 18 Jahren ist er Taxler, etwas Derartiges ist ihm dabei noch nie passiert. „Irgendwann rechnet man damit, dass so ein Fall eintritt, aber in der Situation selbst denkt man nicht viel. Ich ärgere mich über mich selbst und über den Täter.“ Und: „Es ist Ende des Monats, alles wird teurer und die Drogensituation kommt auch dazu.“ Vielleicht spielte all das eine Rolle, das wäre aber zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Mutmaßung. Die Polizei ermittelt. Eine durchgeführte Fahndung verlief bis dato ergebnislos.

Tatzeitpunkt war laut Polizei Montag, der 27. August, gegen 11.20 Uhr. Tatort der Bereich Welzenegg.

Täterbeschreibung

Der Täter soll etwas 25 bis 30 Jahre alt gewesen sein, mit Kärntner Dialekt gesprochen haben und eine ältere graue Jogginghose getragen haben. Auffällig gewesen sei seine Schildkappe (Farbe eine Mischung aus schwarz, braun, olivgrün) mit einem Metallabzeichen und fünf bis sechs Buchstaben darauf.

Update: Mittlerweile hat die Polizei die Täterbeschreibung in einer Aussendung noch etwas konkretisiert. Der Mann soll demnach etwa 165 cm groß sein. Er trägt längere Koteletten, einen kurzen Bart im Bereich der Oberlippe sowie im Kinnbereich und ist vermutlich der Suchtgift-Szene zuzuordnen. Bekleidet war er zum Tatzeitpunkt zudem mit einem grauen Pullover.  Er hat Tätowierungen auf den Fingern der rechten Hand.

Hinweise bitte an die nächste Polizeiinspektion.

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