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Politik - Villach
© pixabay

Viehzucht und Kulturlandschaft seien in Gefahr

Diskussion um ausgewiesene Wolfszonen

Afritz – Das Kuratorium Wald fordert eine österreichweite Wolfsverordnung, um ein konfliktfreies Nebeneinander von Menschen, Nutztieren und Wolf zu schaffen. Eine Reaktion auf diese Forderung kam nun heute, 5. September 2018, vom freiheitlichen Agrarsprecher im Nationalrat und Afritzer Bürgermeister Maximilian Linder.

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Seit wenigen Jahren sind Wölfe in Österreich – wieder – heimisch geworden und machen durch Risse an Nutztieren Schlagzeilen. „Wölfe gehören zur Wildnis Europas, daher stehen sie unter strengstem Schutz laut der EU Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie“, heißt es heute in einer Aussendung des Kuratorium Wald. Alle EU Staaten seien dazu verpflichtet, einen günstigen Erhaltungszustand einer Wolfspopulation zu definieren und diese zu erhalten.

Einrichtung von „Wolfszonen“

Da Wölfe viel Platz bräuchten, sei es notwendig, eine „Wolfskarte Österreichs“ anzulegen, um potentielle Wolfszonen und wolfsfreie Gebiete festlegen zu können. In ganz Österreich sollen neun Bezirke als sogenannte Wolfszonen eingerichtet werden: In Kärnten soll Spittal an der Drau zur Wolfszone werden. Weitere Wolfzonen sollen in Lienz, Reutte, Tamsweg, Liezen, Murau, Murtal, Bruck-Mürzzuschlag sowie Lilienfeld ausgewiesen werden. „Österreich benötigt ausgewiesene Wolfszonen, in denen Wölfe Rudel bilden kann, aber auch Zonen in denen wir die Rudelbildung nicht zulassen dürfen“ fordert Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Kuratorium Wald.

Forderung einer Wolfsverordnung

Auch brauche es eine österreichweite Wolfsverordnung nach dem Vorbild von EU Nachbarländern. Folgende Schritte sollten mit Hilfe eines Stufenplans geregelt werden: Der Schutz des Wolfes in Wolfszonen, Herdenschutzmaßnahmen, Entschädigungen für die Landwirtschaft, Vergrämung – die Verhinderung der Rudelbildung – in ungeeigneten Wolfszonen beziehungsweise, wenn Herdenschutzmaßnahmen nicht greifen und der Abschuss als letztes Mittel, falls Vergrämungsmaßnahmen nicht greifen und Nutztierrisse durch einen Wolf zunehmen.

Reaktion des Afritzer Bürgermeisters

„Wer den Wolf haben will stellt sich gegen den heimischen Bauernstand und ignoriert die Ängste der Bevölkerung!“, so kommentierte der freiheitliche Agrarsprecher im Nationalrat und Afritzer Bürgermeister Maximilian Linder die jüngste Forderung des Kuratorium Wald. Die Einrichtung der Wolfszonen lehnt Linder strikt ab. „Der Wolf passt einfach nicht mehr in die Siedlungsräume des 21. Jahrhunderts. Würde man den Wolf in den geforderten Bezirken ansiedeln, sind Konflikte mit Mensch und Tier vorprogrammiert“, so der freiheitliche Agrarsprecher.

„Nicht genügend Platz“

Es gebe in einem kleinen und relativ dicht besiedelten Land wie Österreich nicht genügend Platz, um dem Wolf seinen natürlichen Lebensraum bieten zu können und gleichzeitig Mensch und Tier zu schützen. Linder weiter: „Man kann Wolfszonen, Schutzräume oder Sperrgebiete einrichten so viele man will. Aber der Wolf als Rudel- und Wandertier wird sich kaum an irgendeine Verordnung oder ein Hinweischild halten und weiterwandern wohin er will.“

In erster Linie müsse man die heimische Landwirtschaft mit Mensch und Tier schützen. „Wenn der Wolf heimisch wird, vertreibt er die Tiere von der Alm. Somit wäre eine wirtschaftlich sinnvolle Bewirtschaftung nicht mehr möglich und es würde viel Kulturlandschaft verloren gehen. Dies wiederum würde auch einen Schaden für den heimischen Tourismus zur Folge haben“, so Linder.

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