Zum Thema:

15.09.2018 - 12:02Sie sind (wieder) da!
Politik - Villach & Klagenfurt
Für das kommende Wochenende werden bis zu 8.000 Personen erwartet. Die Polizei ist darauf vorbereitet. © 5min.at

Lösungsvorschläge präsentiert:

GTI-Nachtreffen: Land macht Jagd auf schwarze Schafe

Velden-Selpritsch-Faak am See – Das Harley-Treffen ist vorbei - die nächste Veranstaltung, die jährlich tausende Besucher an den Wörthersee sowie an den Faakersee lockt, steht vor der Tür. Beim GTI-Nachtreffen werden bis zu 8.000 Teilnehmer erwartet. Das Land Kärnten präsentierte heute Maßnahmen, um Lärmbelästigungen und Probleme im Straßenverkehr zu verringern, betont aber mehrmals, dass sich ein Großteil der Besucher an die Regeln hält.

 5 Minuten Lesezeit (666 Wörter) | Änderung am 10.09.2018 - 14:09

Das, zum dritten Mal stattfindende GTI-Nachtreffen, das als Facebook-Veranstaltung verbreitet wurde, lockt jährlich tausende GTI- und Tuning-Fans an den Wörthersee sowie an den Faakersee. Mehr als 5.500 Personen haben zu der Veranstaltung, die von kommendem Donnerstag, dem 13. September, bis Sonntag, dem 16. September, andauern soll, auf Facebook zugesagt. Knapp 18.000 Personen sind an „Wörthersee 2018 reloaded“ interessiert, die Polizei erwartet 4.000 bis 8.000 Teilnehmer.

Poglitsch: „Radau-Brüder sollen zu Hause bleiben“

Im Rahmen einer heutigen Pressekonferenz wurden die Maßnahmen präsentiert, um die von den Tuning-Treffen verursachte Lärmbelästigung und die Probleme im Straßenverkehr zu beheben. Laut Umweltlandesrätin Sara Schaar (SPÖ) möchte man „auf die Anliegen der Anrainer eingehen“, die sich vom Lärm gestört fühlen. „Jeder ist in unserer Gemeinde willkommen, aber für die Radau-Brüder, die mit Fehlzündungen die Ruhe stören, haben wir nichts übrig“, betonte Finkensteins Bürgermeister Christian Poglitsch und ergänzt: „Die sollen zu Hause bleiben.“

Bei der heutigen Pressekonferenz wurden Lösungsvorschläge für Probleme, die durch die Tuning-Treffen verursacht werden, präsentiert. - © 5min.at

Problem: Fehlender Veranstalter und Staus

Bei den Tuning-Treffen vor und nach dem offiziellen GTI-Treffen sehen Politik, Behörden und Exekutive vor allem ein Problem: Das Fehlen eines offiziellen Veranstalters. Kritik, wie etwa die starke Lärmbelästigung und Staus, kann an keine offizielle Stelle vorgebracht werden. Auch das Fehlen eines offiziellen Standorts sei ein Problem. Laut Poglitsch müsse „auf spontane Standort-Wechsel“ der Vor- und Nachtreffen schneller reagiert und bestimmte Areale im Vorhinein abgesperrt werden. Dies sei jedoch nur möglich, wenn der neu gewählte Standort Eigentum der Gemeinde ist.

Problematisch sei auch, dass die Straße trotz der „Veranstaltung“ für die Zwecke benützt wird für die sie gebaut wurde. Auch Parkplätze werden hier nicht zweckentfremdet. Darum hat man, abseits von Verwaltungsstrafen, kaum Handhaben. Niemand kann jemanden abstrafen weil er im Stau steht.

Bis zu 8.000 Personen erwartet

Im Rückblick auf das GTI-Nachtreffen im Jahr 2017 zog die Polizei eine positive Bilanz. Es kam zu wenig strafrechtlich relevanten Vorfällen und der Großteil der Besucher war friedlich. Nur zwei Vorfälle mussten im Jahr 2017 angezeigt werden. Für das kommende Nachtreffen wurden trotzdem verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Erwartet werden rund 3.000 bis 4.000 Fahrzeuge und etwa 4.000 bis 8.000 Personen. Obwohl viele heimische Polizisten beim GTI-Nachtreffen im Einsatz stehen werden, kann das Polizeiaufgebot, bei Bedarf, von zusätzlichen Polizisten verstärkt werden. Beamte werden mit Radartechnik und in Zivil unterwegs sein, um Raser und besonders laute Fahrzeughalter anzuzeigen und man hofft, dass es auch in diesem Jahr zu wenigen Zwischenfällen kommt.

Angekündigt wurde außerdem ein verstärkter Einsatz des Landesprüfzuges, um technische Manipulationen an den Fahrzeugen herausfiltern zu können. Zudem werden entsprechende Lärmmessungen in der Region durchgeführt.

Kennzeichenentzug für ganze Gruppen

Obwohl die Tuning-Treffen zum größten Teil friedlich ablaufen, gibt es immer ein paar „schwarze Schafe“. Das Problem: Die geringe Handhabe gegen diese Störenfriede. Man will, seitens des Landes, jedoch nichts unversucht lassen, um diese strafrechtlich anzuzeigen. So will man eine Resolution an die Bundesregierung einbringen, die es ermöglicht, Gruppen von Fahrzeugen bei Fehlzündungen still zu legen. Damit soll einerseits der Behörde geholfen werden den Übeltäter zu finden, andererseits gehe es um eine „Signalwirkung“. Wenn sich niemand in einer Gruppe für eine Fehlzündung schuldig bekennt, sollen alle Fahrzeuge in der Gruppe für 48 Stunden ihre Kennzeichen verlieren. Dafür muss das Kraftfahrzeuggesetz geändert werden. Bis Donnerstag gehe sich dies aber nicht aus, daher plane man bereits für zukünftige Veranstaltungen vor.

Auf Basis des „§ 82 StVO 1960 Bewilligungspflicht“ soll außerdem versucht werden, einen Brief oder eine Mail an einen möglichen Veranstalter zu schreiben. Das Land will ihn damit darauf hinweisen, dass die Straße für verkehrsfremde Zwecke benützt wird und darum eine Bewilligung notwendig sei. Viel Hoffnung habe man aber nicht, denn die Hintermänner der Facebook-Seiten sind schwer greifbar.

Kommentare laden