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Politik - Villach & Klagenfurt
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Politik reagiert abermals:

Weitere Maßnahmen gegen Drogen­missbrauch

Kärnten – Am heutigen Nachmittag, 19. September, vermeldete die Polizei einen weiteren Drogentoten - zum 18. Mal in diesem Jahr. Ein 33-jähriger Mann aus Feldkirchen wurde leblos in seiner Wohnung gefunden. Die Obduktion ergab eine Suchtgiftintoxikation. Die SPÖ Kärnten stellte vor kurzem ihre Pläne für eine offene Ausschusssitzung vor. Zahlreiche Experten sollen daran teilnehmen und über die Drogenthematik diskutieren. Auch die ÖVP gab in einer Pressekonferenz zwölf Maßnahmen für Prävention, Theraphie und Polizei bekannt.

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Die Drogenproblematik sei eine komplexe Querschnittsmaterie – sie umfasse Aspekte der Prävention und Vorsorge, der medizinischen Therapie, des Strafrechts bis hin zu Fragen der personellen Ausstattung der Exekutive, heißt es in einer Aussendung der SPÖ Kärnten am 18. September. Sozialreferentin Beate Prettner und SPÖ-Gesundheitssprecherin Waltraud Rohrer streben daher „einen Schulterschluss auf allen Ebenen und zwischen allen Parteien“ an. So soll der Drogenproblematik effektiv entgegentreten werden.

Offene Sitzung mit Experten

Neben den bestehenden Initiativen soll der Landtag jetzt als „Thinktank“ aktiviert werden. In einer offenen Sitzung sollen „internationale anerkannte Fachleute und Experten geladen werden, mit denen über die Weiterentwicklung einer ganzheitlichen Strategie diskutiert werden soll.“ Eine konkrete Vorstellung, wer an dieser offenen Sitzung teilnehmen soll, hat man ebenfalls schon. Darunter finden sich Vertreter der Bayerischen Akademie für Suchtfragen, des Klinikum Klagenfurt, des LKH Villach, des Landes, der Kriminalpolizei und der Diakonie de La Tour.

Erweiterungen in Klagenfurt und Villach

Die Drogenambulanz in Klagenfurt wurde bereits auf 700 Plätze erweitert. Personell aufgestockt wurde die Drogenambulanz in Villach. Sie soll nun weiter ausgebaut und an einen größeren Standort verlegt werden. Auch auf der Prävention läge laut Prettner ein besonderes Augenmerk. Durch die Landesregierung wurde am 11. September eine Resolution verabschiedet, in der eine Verschärfung des Suchtmittelgesetzes durch die Bundesregierung gefordert wird.

„Hart gegen die Drogen, hart gegen die Dealer – aber volle Unterstützung für suchtkranke Menschen, die effektive Therapieangebote brauchen, um wieder ins Leben zurückzufinden. Hinter jedem kranken Menschen stehen schließlich eine Geschichte, ein Schicksal und betroffene Familienmitglieder“, sagen Prettner und Rohrer.

Zwölf Maßnahmen für Prävention, Therapie und Polizei

Auch die ÖVP Kärtnen legt ein Maßnahmen Paket gegen Drogen vor. „In der Drogenproblematik ist es höchste Zeit zu handeln“, sagt Martin Gruber, geschäftsführender Obmann der Kärntner Volkspartei. Bereits 18 meist sehr junge Drogenopfer machen aus dem Jahr 2018 ein trauriges Rekordjahr.

 

Martin Gruber (LPO) und CO Markus Malle bei der Pressekonferenz am 18. September. - © KK

Deshalb hat sich die Kärntner Volkspartei in den letzten Wochen intensiv mit der Problematik beschäftigt und in zahlreichen Hintergrundgesprächen ein umfassendes Maßnahmenpaket für den Kampf gegen das Drogenproblem geschnürt. Martin Gruber und Clubobmann Markus Malle legen dies gemeinsam bei einer Pressekonferenz am 18. September vor. „Die zwölf Maßnahmen wirken auf allen Ebenen und in allen Bereichen – von Prävention über die Betreuung Abhängiger bis zu Strafverfolgung“, so Malle.

Gruber und Malle sind sich bewusst: „Kärntens Drogenproblem ist nicht von gestern auf heute entstanden; ebenso wenig ist es von heute auf morgen zu lösen.“ Deshalb appellieren sie an alle Verantwortungsträger, ihren Beitrag zu leisten – und das konsequent und dauerhaft. „Wenn wir uns gemeinsam auf allen Ebenen gegen das Drogenproblem stemmen, bekommen wir es  nachhaltig in den Griff“, sind sie überzeugt.

Maßnahmen-Katalog der ÖVP gegen Drogenmissbrauch:

  • Saubere Schulen: Verpflichtende flächendeckende Aufklärungskampagne an allen Bildungseinrichtungen
  • Erhöhung des Mitarbeiterstandes in der Suchtpräventionsstelle des Landes
  • Evaluierung des Ersatzprogramms und der Arbeit von Drogenambulanzen
  • Drogen-Hotline – auch für Angehörige und Freunde
  • Informationsbroschüre und Vorträge für Eltern und Angehörige
  • Schwerpunkt-Aktionen mit der Finanzpolizei in Paketverteiler-Zentren
  • Schwerpunkt-Aktionen der Polizei in Asylunterkünften
  • Planquadrate der Polizei an bekannten Hotspots (auch, wenn es sich um Schulen handelt)
  • Erhöhte Aufmerksamkeit auf Drogenkonsum bei Grenzkontrollen, Ausgleichsmaßnahmen, Verkehrskontrollen und an Hotspots
  • Örtlich und zeitlich Lückenlose Verfügbarkeit von Amtsärzten
  • Wer Hanf sät, wird Hasch ernten: Verkaufs-Verbot von Hanfpflanzen & Samen
  • Härtere Strafen für Dealer
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