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Wirtschaft - Villach & Klagenfurt
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Statistik für das 3. Quartal 2018 zeigt:

Mehr Insolvenzen in Kärnten

Kärnten – Der KSV1870 präsentiert zum Ende 3. Quartals 2018 eine Insolvenzstatistik für Kärnten. 258 Unternehmen sind in den ersten neun Monaten des Jahres insolvent geworden – das ist ein Plus von 9 Prozent. Bei den Privatinsolvenzen zeigt die Hochrechnung des KSV1870 gleich ein Plus von 89 Prozent.

 5 Minuten Lesezeit (674 Wörter) | Änderung am 26.09.2018 - 10:12

Unternehmensinsolvenzen

258 Unternehmen (+9 Prozent) sind in den ersten neun Monaten des Jahres in Kärnten insolvent geworden. Mit diesem Zuwachs rangiert Kärnten im Bundesländer-Vergleich auf Platz zwei. Die Zahl der Insolvenzverfahren, die mangels Vermögens nicht eröffnet werden konnten, ist mit 149 sehr hoch. 109 Verfahren wurden eröffnet, wobei mehr als die Hälfte davon durch Gläubigeranträge ins Rollen gekommen sind. 

„Es sind die Abweisungen mangels kostendeckenden Vermögens, die diese Entwicklung treiben, denn sie sind um ein Drittel gestiegen“, analysiert Mag. Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870 Kärnten. Bei den Eröffnungen ist seit Anfang des Jahres eine Zurückhaltung bei den Eigenanträgen beobachtbar. „Es zeigt sich, dass die Gläubiger die Firmen in die Insolvenz schicken. Mehr als die Hälfte der Fälle wurden aufgrund ihrer Anträge eröffnet. „Diese Entwicklung scheint sich im Jahr 2018 zum Trend auszuwachsen“, berichtet Barbara Wiesler-Hofer. In Summe betrug die Verschuldung der 258 Unternehmen 69 Millionen Euro.

KSV1870 fordert Eröffnung aller Fälle

Die mangels Vermögens abgewiesenen Insolvenzen sind schon lange ein Thema: Denn jede Unternehmensinsolvenz ohne Verfahren bedeutet keine geordnete Aufnahme der Schulden, keine Prüfung auf Anfechtbarkeiten, keine gleichmäßige Gläubigerbefriedigung und keine Analyse hinsichtlich strafbarer Handlungen. Der Schaden entsteht dabei vornehmlich der öffentlichen Hand (z. B. der Sozialversicherung) sowie dem Fiskus und den Abgabengläubigern. „Die Schädigung des Insolvenz-Entgelt-Fonds, der die betroffenen Dienstnehmer abfinden muss, ohne sich auf die Prüfungen des Insolvenzverwalters stützen zu können, ist ebenfalls beachtlich. Wir brauchen daher gesetzliche Rahmenbedingungen, die eine durchgängige Eröffnung der Insolvenzen ermöglichen. In Summe würde es dadurch zu weniger Ausfällen für Gläubiger, mehr Sanierungen und weniger Arbeitsplatzverlusten kommen“, ist Mag. Barbara Wiesler-Hofer überzeugt.

Viele kleine, wenige große Unternehmen

Nach wie vor dominieren kleine Betriebe aus dem Bereich unternehmensbezogene Dienstleistungen, Gastgewerbe und der Bauwirtschaft das Kärntner Insolvenzgeschehen. Der größte Insolvenzfall ist das Konkursverfahren der Ritter & Stark GmbH aus Feistritz im Rosental mit Verbindlichkeiten von 9,4 Millionen Euro. Es folgen die Konkursverfahren der EZ 393 St. Oswald GmbH aus Bad Kleinkirchheim mit Verbindlichkeiten von 6,3 Millionen und KRESTA industries GmbH aus St. Andrä mit Verbindlichkeiten von 5,2 Millionen Euro.

Ausblick 2018

„Zweifellos wird das 4. Quartal noch einige Eröffnungen von Insolvenzverfahren mit sich bringen. Die Gesamtzahlen 2018 werden etwa auf dem Niveau von 2016 abschließen –  ca. 340 Fälle“, fasst Barbara Wiesler-Hofer ihre Einschätzung zusammen.

Privatinsolvenzen

Die Hochrechnung des KSV1870 zeigt für die ersten 9 Monate des Jahres 2018 eine Steigerung der eröffneten Privatkonkurse um ca. 89 Prozent. Die Verbindlichkeiten haben sich fast verdreifacht, da vor allem höher Verschuldete die Schuldenregulierung beantragen.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 wurden insgesamt 587 Insolvenzverfahren über natürliche Personen eröffnet, die kein Unternehmen betreiben. Ein Plus von ca. 89 Prozent gegenüber 2017. „Was wir hier sehen, ist ein Nachholbedarf aus dem Vorjahr und für niemanden überraschend“, berichtet Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870 Standortes Klagenfurt.

Kärnten bei der Steigerung an Eröffnungen an fünfter Stelle

Die eröffneten Privatkonkurse legen im I.-III. Quartal 2018 um fast 66 Prozent auf österreichweit 7.801 Fälle zu. Alle Bundesländer verzeichnen Zuwächse. Burgenland ist mit einem Plus von 155 Prozent Spitzenreiter. Kärnten liegt mit 587 eröffneten Privatkonkursen und einem Plus von 89 Prozent oder 277 Fällen bei der Steigerung an 5. Stelle.

Schuldner mit hohen Verbindlichkeiten

Die gesamten Verbindlichkeiten betragen 108 Millionen Euro und haben sich fast verdreifacht. „Hier erkennt man deutlich, dass viele Schuldner mit hohen Verbindlichkeiten zugewartet haben, dass die neue und für sie günstigere Rechtslage einmal in Kraft getreten war, bevor sie ihre Schuldenregulierung beantragten“, so Barbara Wiesler-Hofer. Die durchschnittliche Einzelverschuldung pro Fall stieg von 132.258 Euro des Vorjahrs auf nunmehr 183.986 Euro.

Ausblick auf das Jahr 2018

„Bislang werden die Erwartungen eingehalten und ein Nachholeffekt ist zu beobachten. Die vom IRÄG 2017 ausgelöste Insolvenzwelle wird voraussichtlich gegen Jahresende 2018 zur Ruhe kommen. Für das Jahresende ist mit einer Gesamtzahl von 700 Privatkonkursen auszugehen“, so die Einschätzung von Barbara Wiesler-Hofer.

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