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Interview
Bernd Radler verstärkt das „Kärnten heute“-Team
Bernd Radler verstärkt das „Kärnten heute“-Team © ORF Robert Schumann

Ab 10. Oktober

Neues Gesicht bei „Kärnten heute“: Bernd Radler im Gespräch

Kärnten – Der Klagenfurter, Bernd Radler, wird ab dem 10. Oktober das bisher fünfköpfige Moderatoren-Team (Sonja Engl-Kleindienst, Ute Hofstätter-Pichler, Angela Ellersdorfer-Truntschnig, Bernhard Bieche, Hannes Orasche) unterstützen und „Kärnten heute“ ab 19 Uhr in ORF 2 moderieren. Uns hat der 29-Jährige erzählt, welche Erfahrungen er bisher als Live-Reporter machen durfte, was ihn an seiner Arbeit besonders begeistert und worauf er sich bei seiner neuen Tätigkeit am meisten freut.

 8 Minuten Lesezeit (1003 Wörter)

Bei einem Casting 2012 im ORF-Landesstudio Kärnten konnte Bernd Radler die Fachjury überzeugen und unterstützt seither den aktuellen Dienst als Redakteur. Er begleitet die „Radio Kärnten“-Hörer mit „Kärnten Aktuell“ durch den Tag, gestaltet Radio-Beiträge für die „Radio Kärnten“-Journale oder Fernsehbeiträge für „Kärnten heute“ und weitere österreichweite Fernsehsendungen des ORF. Live-Fernseherfahrung im ORF konnte Bernd Radler immer wieder als Live-Reporter sammeln, etwa beim Schneechaos im Gailtal, bei Lawinenabgängen oder bei den Landtagswahlen.

Vorfreude auf die erste Sendung

„Ich kann es kaum erwarten, dass ich die Kärntnerinnen und Kärntner künftig durch ihre Lieblings-Fernsehsendung begleiten darf. Um 19 Uhr „Bundesland heute“ zu schauen, gehört für mich seit ich denken kann zum Tagesritual. Dass ich nun diese Sendung selbst moderieren darf, freut mich riesig. Dennoch: ich bin schon sehr aufgeregt, wenn am 10. Oktober die Signation startet und das Rotlicht der Kamera angeht. Zumindest bei den Proben hat bisher alles funktioniert“, gibt der 29-jährige Wahlkärntner in einer ORF Presseaussendung bekannt. Auch im Gespräch mit 5 Minuten hat uns Bernd Radler einiges über sich preisgegeben.

Das Moderationsteam von „Kärnten heute“ – v.l.n.r.: CR Bernhard Bieche, Ute Hofstätter-Pichler, Angela Ellersdorfer-Truntschnig, Bernd Radler, Sonja Kleindienst, Hannes Orasche und LD Karin Bernhard.

Das Moderationsteam von „Kärnten heute“ – v.l.n.r.: CR Bernhard Bieche, Ute Hofstätter-Pichler, Angela Ellersdorfer-Truntschnig, Bernd Radler, Sonja Kleindienst, Hannes Orasche und LD Karin Bernhard. - © © ORF Robert Schumann

Bernd Radler im Gespräch

Du hast bereits Erfahrung als Live-Reporter. Welches Ereignis ist dir dabei besonders im Gedächtnis geblieben?

Besonders in Erinnerung ist mir immer noch ein Live-Einsatz, der über eine ganze Woche gegangen ist, weil mein Kollege Marco Mursteiner und ich quasi eingeschneit waren. In Kötschach-Mauthen, als in nur einer Nacht etwa 1,5 Meter Schnee gefallen sind. Wir waren aber hervorragend bei unserem Kameramann Gerd Lipicer untergebracht und haben unzählige Fernseh- und Radio-Liveeinstiege von seinem Hof oder Garten aus abgewickelt. Von der ZIB um 9 Uhr früh, über die ganzen Sendungen unter Tags bis hin zu den Spätnachrichten Kärnten heute, ZIB 1, ZIB 2 und ZIB 24. Das war eine unglaublich harte, anstrengende Woche, aber auch sehr spannend. Das Gute an dem Einsatz, es ist niemand zu Schaden gekommen. Für ganz Österreich war es spannend, wie viel Schnee liegt und welche Herausforderungen die Einheimischen damit zu bewältigen haben, für die Gail- und Lesachtaler war es „einfach Winter“.

Einen weiteren Live-Einsatz möchte ich noch kurz erzählen! Das war ein wahres Wellenbad der Gefühle. Am Mölltaler Gletscher ist eine Lawine abgegangen. Mehrere Spuren oberhalb der Abrisskante haben angedeutet, dass sich Menschen unter den Schneemassen befinden könnten. Mein Kollege Konrad Weixelbraun und ich sind ins Mölltal geeilt, um mehrere nationale Sendungen und auch die Kärntner Sendungen gleichzeitig und schnell beliefern zu können. In meinem Live-Einstieg in „Aktuell in Österreich“ um 17.00 Uhr sind die Retter davon ausgegangen, dass etliche Menschen verschüttet sein könnten. Um 19.00 Uhr in Kärnten heute konnte ich dann vom Abbruch der Suche berichten – keine Menschen unter der Lawine, die Bergretter haben gerade zusammengepackt. Doch plötzlich hat sich eine Pensions-Besitzerin gemeldet, dass bei ihr eine ganze Reisegruppe die am Gletscher unterwegs war, nicht zurückgekommen ist. Also wurde die Suche wieder aufgenommen – in der ZIB um 19.30 Uhr mussten wir dann verkünden, dass wir um etliche Menschenleben berechtigt bangen müssen. Und wenige Augenblicke vor der ZIB 20 kam dann die Meldung der Polizei, die Reisegruppe sei zurück in der Pension. Sie waren nur Pizza essen und haben ihrer Vermieterin nicht gesagt, dass sie heute später zurückkommen. Da freut man sich dann schon auch mit! Und man ist beim Heim fahren immer noch froh, dass alles gut gegangen ist.
Was begeistert dich an deiner Arbeit so?
Ich liebe diesen Job, weil er einfach so abwechslungsreich und spannend ist! Wenn man in der Früh um 9.00 Uhr in die Redaktionssitzung geht, weiß man nicht, was der Tag bringt, was passiert. In den vergangenen sechs Jahren beim ORF-Kärnten habe ich gelernt, was alles passieren kann. Kein Tag gleicht dem anderen. Und das ist das Schöne, weil sich einfach immer was tut.
Warum hast du dich dazu entschlossen, von Salzburg nach Kärnten zu gehen?
Ich komme ja ursprünglich aus Bad Hofgastein, nur wenige Tunnelkilometer von Mallnitz, also Kärntner Territorium, entfernt. Aber ich hab in Kärnten schwimmen gelernt, im Faaker- und Wörthersee. Und ich war in meiner Kindheit eigentlich jedes Jahr auf Urlaub hier, in Reifnitz. Da gab es seelisch irgendwie immer schon eine enge Verbundenheit zu diesem schönen Land. Durch einen Zufall bin ich dann 2012 eigentlich ohne große Hoffnungen zu einem Casting im ORF-Landesstudio Kärnten gegangen. Im Laufe des Tages sind von den knapp 100 Bewerbern immer weniger übrig geblieben und am Ende wurde ich gefragt, ob ich nicht als Redakteur im aktuellen Dienst arbeiten will. Ich habe keine Sekunde überlegt und zugesagt! Seit sechs Jahren darf ich nun in diesem schönen Land arbeiten und leben und ich habe es noch KEINE Sekunde bereut!
Worauf freust du dich bei deiner neuen Tätigkeit als Moderator bei „Kärnten heute“ am meisten?
Bei Kärnten heute freue ich mich, die knallharte Arbeit der Kollegen ins Schaufenster stellen zu dürfen und die Arbeit von ganz vielen im Team in einem Guss präsentieren zu dürfen. Denn viele haben keine Vorstellung, wie anstrengend, zeit- und kräfteraubend es sein kann, bis so ein zwei Minuten langer TV-Beitrag sendefertig ist. Da ist jeden Tag Höchstleistung von den Redakteuren gefordert, unter immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen, vor allem was die Ressourcen betrifft. Und ich glaub ich bin da jetzt am Abend nicht selten stolz in Kärnten heute, wenn ich sehe, was uns an spannenden Beiträgen und Themen wieder gelungen ist. Eigentlich bin ich ja ein sehr bescheidener und eher zurückhaltender Mensch, ich muss wohl erst lernen, im Rampenlicht zu stehen. Aber ich freue mich auch schon sehr auf die Aufgabe. Denn persönliche Weiterentwicklung finde ich immer wichtig, stehen bleiben will ich nie.
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