Weitere Artikel:

18.10.2018 - 22:05Mediale Verwirrung um Lärm­schutz-Einladung18.10.2018 - 20:05Ein Auf­takt für die Gentle­men18.10.2018 - 19:43Reifen löste sich während der Fahrt vom PKW18.10.2018 - 19:29Unternehmer drücken die Schul­bank18.10.2018 - 19:00Verdis erstes Meister­werk in Villach
Wirtschaft - Villach
© pixabay

Fragen & Antworten

Der Lottogewinn – Was wird an Steuern fällig?

Österreich – Die klassischen Lotterien sind in Österreich noch immer eine feste Institution. Inzwischen werden sie von den großen europäischen Jackpots ergänzt, die noch größere Gewinnsummen möglich machen sollen. Wer sich mit dem Falle des Gewinns befasst, denkt dabei vor allem an mögliche Investitionen, die mit dem neu gewonnenen Kapital möglich wären. Doch was ist in diesem Fall zu versteuern und welche Kosten kommen auf den Lottospieler zu?

 4 Minuten Lesezeit (579 Wörter) | Änderung am 12.10.2018 - 08:25

Erleichterung für Glückspilze

Wer in Österreich die richtigen Zahlen auf dem Tippschein besitzt, kann sich in jedem Fall freuen. Nicht nur bedeuten die richtigen Nummern einen satten Gewinn. Dieser kann auch noch in voller Höhe auf dem eigenen Konto in Empfang genommen werden. Denn es ist hierzulande nicht notwendig, den Gewinn noch einmal zu versteuern. Hier kommt der Staat den Spielern also entgegen, die sich über die Millionen freuen dürfen.

Natürlich gilt diese Regelung nicht nur für den klassischen Lottoschein, der am Kiosk um die Ecke erworben wurde. Stattdessen kann auch die wachsende Zahl von Spielern, die ihren Schein in Österreich im Internet abgibt, auf diese Regelung pochen. Möglich ist die Teilnahme an den Ziehungen zum Beispiel auf lottoland.at.

Vorsicht Kapitalertrag

Doch der Gewinn der Millionen bedeutet nicht nur einen einmaligen finanziellen Zuwachs auf dem Konto. Dank der großen Summen ergeben sich selbst in diesen Jahren beträchtliche Zinszahlungen. Gehen diese von den Gewinnen aus, so muss natürlich die ganz normale Kapitalertragssteuer bezahlt werden. Diese liegt seit dem 1. Jänner 2016 bei 25 Prozent und muss vom Freibetrag eingereicht werden. Ein Vorteil für die Gewinner ist zumindest die Tatsache, sich nicht selbst darum kümmern zu müssen. Die meisten Banken sind längst dazu übergegangen, den fälligen Beitrag für ihre Kunden zu leisten und diesen automatisch zu verbuchen.

Lotto fördert den Haushalt ohnehin

Natürlich gibt es im Land die Perspektive, ein Lottospieler, der nun über Millionen verfügt, könnte einen Teil seines Glücks in Form von Steuern wieder an die Gemeinschaft zurückgeben. Schließlich zählt er nun zur finanziell sehr gut gestellten Schicht des Landes. Während der Unternehmer sein Einkommen normal zu versteuern hatte, bis er dieses Vermögen erreichte, ist der Lottospieler frei von dieser Verpflichtung. Doch abseits von dieser Diskussion wird deutlich, dass die Lotterien ohnehin förderlich für die Entwicklung des gesamten Haushalts sind. Denn bereits die staatliche Lotterie ist mit eingeplanten Abgaben verbunden, wodurch nicht der gesamte Einsatz der Spieler letztlich in den Jackpot fließt. Ein Teil der Gelder wird zudem für soziale und kulturelle Projekte zur Seite gestellt, um damit auch bleibende Werte schaffen zu können.

Vorsicht bei der Rentenlotterie

Eine Ausnahme von dieser sehr zu den Gunsten der Gewinner ausgelegten Regelung gibt es dennoch. Denn nicht in jeder Lotterie erhält der Schein mit den richtigen Nummern eine einmalige Zahlung. In manchem Fall wird ein System von monatlichen Teilbeträgen eingeführt. So erhalten die Sieger zum Beispiel über eine Dekade pro Monat 10.000 Euro auf das Konto gutgeschrieben. Je nach Höhe kann es sich hierbei um ein Einkommen handeln, welches nach normalen Gesichtspunkten versteuert werden muss. Gibt es die Möglichkeit, zwischen monatlichen Raten und einem Sofortgewinn zu entscheiden, nutzen aus diesem Grund viele Spieler ihre Chance, um direkt an die gesamte Summe zu kommen und die Steuer damit zu vermeiden.

Tatsächlich ist diese gesetzliche Regelung, wie sie in Österreich existiert, sehr liberal ausgelegt. Auch in Deutschland ist es bei einem einmaligen Gewinn generell nicht notwendig, diesen zu versteuern. Die Spieler in der Schweiz müssen derweil die entsprechenden Abgaben leisten, denn hier gilt ein Lottogewinn als reguläres Einkommen. Da eine Versteuerung in einem Umfang von 30 bis 40 Prozent schnell einige Millionen des Gewinns tilgen kann, macht diese Regelung auf Dauer einen ganz beträchtlichen finanziellen Unterschied, der in der Schweiz wohl manchem Lottomillionär sauer aufstößt.

Kommentare laden