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Leute - Villach
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Energie & Co.

Umwelt­bewusstsein durch Aufklärung fördern

Villach – Klimawandel, wachsende Weltbevölkerung und knapper werdende Ressourcen führen uns die Bedeutung des Umweltschutzes deutlich vor Augen. Starkregen, Tornados und andere Wetterextreme hat es hierzulande in dieser Form noch vor wenigen Jahrzehnten in dem Ausmaß wie heute nicht gegeben. Sowohl diese Phänomene als auch die zunehmende Verschmutzung der Meere oder die Diskussion um die Feinstaubbelastung in den Großstädten zeigen uns auf, wie sehr umweltbewusstes Handeln vonnöten ist.

 6 Minuten Lesezeit (786 Wörter) | Änderung am 22.10.2018 - 21:20

Steigendes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung

Umweltgerechtes Verhalten ist längst nicht mehr eine Marotte, die irgendwelche Öko-Freaks praktizieren. Wie ein Bericht des Deutschen Umweltbundesamtes aus dem Jahre 2017 zeigt, sieht sich ein großer Teil der Bevölkerung in dieser Frage selbst gefordert. Der Kunde von heute achtet beim Konsum auf Herkunft und Produktionsbedingungen der Ware, die er zu kaufen beabsichtigt. Wer es sich leisten kann, greift dafür auch gerne etwas tiefer in die Tasche. Dies hat Auswirkungen auf die Selbstdarstellung vieler Unternehmen. Nachhaltigkeit und Fair Trade sind Begriffe, deren sich Firmen gerne bedienen, um sich in ein günstiges Licht zu stellen. Sie wissen sehr wohl, dass sie damit bei kritischen Verbrauchern punkten können.

Bildung und Umfeld als Umweltfaktoren

Umweltbewusstes Verbraucherverhalten ist auch eine Frage von Bildung und sozialer Herkunft. Solange es an eindeutigen Produktkennzeichnungen fehlt, braucht es ein gewisses Maß an Hintergrundwissen und die Bereitschaft, sich über Warenangebote zu informieren und diese zu vergleichen. Ein Grundwissen ist auch Voraussetzung dafür, sich eine Mahlzeit zuzubereiten, die nicht aus der Mikrowelle kommt. Wer aber von Kindheit an Fertigprodukte gewohnt ist, wird nicht so schnell auf die Idee kommen, sein Essen mit frischen Zutaten zu kochen. Allein beim Konsum von Fertiggerichten fallen Unmengen von Verpackungsmüll an.

Schmutzige und saubere Energie

Energie möglichst sparsam zu verbrauchen ist eine Möglichkeit, die Umwelt zu schonen. Vielen Strom- und Gaskunden reicht das jedoch nicht. Sie möchten wissen, wie der Strom, der aus ihrer Steckdose kommt, erzeugt wurde. Kohle und Atomstrom gelten als schmutzig oder gefährlich. Diese Energiequellen genießen bei Verbrauchern häufig eine geringere Wertschätzung als Wind- oder Wasserkraft sowie Sonnenenergie (auch wenn sich in einigen Punkten darüber streiten lässt). Die Vielzahl lokaler und überregionaler Energieversorger macht es dem Verbraucher nicht leicht, das optimale Angebot zu finden. Der Umstand, dass es mehrere unterschiedliche Gütesiegel für Öko-Strom gibt, kommt erschwerend hinzu. Orientierungshilfe bieten Vergleichsrechner von unabhängigen Plattformen, welche Energieverbraucher mit nützlichen Informationen unterstützen möchte und ihnen die Möglichkeit zu einem kostenlosen Preisvergleich bietet.

Wie kann der Staat das Umweltverhalten beeinflussen?

Die Regierung hat es in der Hand, umweltschonendes Verhalten zu fördern. Sie kann günstigere Rahmenbedingungen schaffen, um ökologische Projekte zu fördern. Steuererleichterungen oder Fördergelder sind Mittel, um dies zu bewerkstelligen. Auch die Festsetzung von Grenzwerten für Abgase und andere Emissionsformen ist ein probates Steuerungselement. Es erzeugt einen Innovationsdruck und gibt Unternehmen einen Anreiz, nach Alternativen zu herkömmlichen Verfahren zu forschen. Steuern auf Verpackungen und höheres Pfand für Plastikflaschen oder Aluminiumdosen sollen über den Geldbeutel ein Umdenken im Konsumverhalten bewirken. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass von „oben“ auferlegte Veränderungen, in der Regel zunächst einmal auf Ablehnung stoßen. Schon aus diesem Grund ist es sinnvoller, auf einen Bewusstseinswandel hinzuarbeiten, der auf Aufklärung und Einsicht basiert. Denn dann ist auch die Bereitschaft vorhanden, für den Erhalt unserer Umwelt eigene Opfer zu bringen.

Die Frage der Mobilität

Ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz macht die Anschaffung eines KFZ in der Stadt überflüssig. Dagegen sind in ländlichen Bereichen wohnende Menschen auf den eigenen PKW in der Regel zwingend angewiesen. Lange Wege zu Einkaufsstätten oder Ärzten müssen Stadtbewohner im Gegensatz zur Landbevölkerung nicht in Kauf nehmen.

Seit der Erfindung des Automobils werden Kraftfahrzeuge mit Benzin oder Diesel angetrieben. Doch Ölknappheit und die gesundheitlichen Folgen der Feinstaubemission haben ein Umdenken bewirkt, das allmählich zu einer Abkehr von herkömmlichen Treibstoffarten führt. Vorreiter ist der Automobilhersteller Tesla, dessen Modelle hinsichtlich Effizienz und Reichweite Maßstäbe setzen. Noch gelten Elektroautos als Exoten und können es, was die Leistung angeht, nur bedingt mit Benzin betriebenen Fahrzeugen aufnehmen, doch die Entwicklung schreitet unaufhaltsam voran und Elektroautos finden zunehmend Verwendung. Sollte Tesla wie geplant 2019 sein massentaugliches Model 3 auf den Markt bringen, könnte das den endgültigen Durchbruch zugunsten der mit Strom angetriebenen Fahrzeuge bringen. Laut Hersteller kommt Teslas Modell 3 mit einer vollen Batterieladung auf eine Reichweite von 220 Meilen (ca. 354 km).

Nachhaltige Veränderungen basieren auf Freiwilligkeit

Die Politik kann Weichen stellen, um ein umweltgerechtes Verhalten zu fördern. Doch das Belohnungs- und Bestrafungssystem, bestehend aus Förderungen und Steuererleichterungen auf der einen sowie Verboten und Zwangsabgaben auf der anderen Seite bringt allein keine Bewusstseinsveränderung hervor. Die stellt sich nur dann ein, wenn sie auf Freiwilligkeit basiert. Bildung und Aufklärung sind der Schlüssel, der zu einer nachhaltigen Veränderung und Abkehr bisheriger Gewohnheiten führt. Oft ergeben sich soziale Veränderungen aus der Mitte der Zivilgesellschaft heraus, während die Parteien dieser Entwicklung hinterherhinken. Erst wenn politische Vertreter die Relevanz dieser Anstöße erkennen, nehmen sie sich ihrer an.

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