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Politik - Klagenfurt
Hintergrund
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Renovierung und Erhaltung zu kostspielig

Schlossstadel Emmersdorf wird abgerissen

Klagenfurt am Wörthersee – Eine Renovierung und vor allem die Erhaltung des Schlossstadels Emmersdorf wären viel zu kostspielig und würden sich auf Dauer nicht rentieren. Aus diesem Grund hat die Stadt Klagenfurt beschlossen, das Gebäude abzureisen. Diese Entscheidung hat aber nicht nur Befürworter. Stadtrat Frank Frey (Grüne) äußerte heute in einer Presseaussendung seinen Unmut über das Vorhaben.

 3 Minuten Lesezeit (443 Wörter) | Änderung am 24.10.2018 - 18:06

Die Entscheidung der Stadt Klagenfurt steht fest: Das Schlossstadel Emmersdorf am Dr. Klaus Henning Weg soll abgerissen werden. Auf Nachfrage nannte man uns als Hauptgrund die viel zu kostspielige Renovierung und vor allem Erhaltung des alten Gebäudes. Immer wieder wurde überlegt, ob die Räumlichkeiten vielleicht als Hort oder Nachmittagsbetreuung genutzt werden könnten. Auf Grund der hohen Erhaltungskosten würde sich dies auf Dauer jedoch nicht rentieren. Die Entscheidung erfolgte – in der gestrigen Stadtsenatssitzung – allerdings nicht einstimmig. Stadtrat Frank Frey (Grüne) hat als einziges Mitglied des Stadtsenats gegen den Abriss des Emmersdorfer Schlossstadels gestimmt. In einer Presseaussendung legte er heute seine Gründe dafür offen.

Schlossstadel Emmersdorf: Ein erhaltungswürdiges Denkmal

„Die Entscheidung meiner KollegInnen im Stadtsenat ist für mich in dieser Eile nicht nachvollziehbar“, akklamiert Stadtrat Frank Frey von den Grünen. „Es handelt sich bei dem Objekt um ein erhaltungswürdiges Denkmal der für unser Land typischen, ländlichen Architektur. Allein schon die Aufhebung des Denkmalschutzes für diesen Stadel im Jahr 1993 stellt sich für mich im Nachhinein als unnotwendig dar. Diese Aufhebung wurde nur zum Zwecke des leichteren Verkaufes der Liegenschaft mit dem Schloss Emmersdorf auf ihr durchgeführt. Der damalige Käufer hatte aber kein Interesse an dem Stadel. In dem Fall hätte das Objekt nach der Abwicklung des Schlossverkaufes wieder unter Schutz gestellt werden sollen.“

Frey fordert Gutachten durch Sachverständiger

„Außerdem erfuhr ich in einem Telefonat mit dem Denkmalsanierungsfachmann Staus-Rausch, dass sowohl das Dach als auch das Gebälk in einem guten Zustand seien und lediglich ein paar Schäden (Risse) an den Mauern einer Sicherung bedürfen. Derselbe betont auch, dass aus seiner Erfahrung eine Konservierung so rund um die 30.000 Euro kosten würde. Das wäre selbstverständlich erst durch einen beeideten Sachverständigen zu bestätigen und ich forderte die Senatsmitglieder auf, vor einer endgültigen Entscheidung, genau das zu veranlassen. Meine Bemühungen waren fruchtlos, wie so oft“, ist Frey über die Haltung seiner politischen ReformpartnerInnen und Konkurrenten enttäuscht.

Abriss doch keine fixe Sache?

Abschließend fordert Frey alle, die an einer Erhaltung dieses Kulturguts interessiert sind, auf, nicht die Flinte ins Korn zu werfen. „Ich habe noch Handlungsspielraum und darum lasse ich gerade die mir möglichen nächsten Schritte in dieser Causa prüfen.“ kommentiert Frank Frey die Vorgänge und betont zum wiederholten Male: „Die KlagenfurterInnen haben in den letzten Monaten mehrmals gezeigt, dass sie mehr ‚Gespür‘ für ihre Stadt entwickeln als so manche Verantwortliche. Auch in diesem Fall bin ich überzeugt, dass ich im Sinne der Bevölkerung handle.“

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