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UPDATE | Aktuell - Villach & Klagenfurt
Hintergrund
Die Ortschaft wurde schon mehrmals überschwemmt. © 5min.at

Was du zum Hochwasser wissen musst:

Sturm naht und Evakuierungen befürchtet

Kärnten – In Latschach (Velden) wird sogar mit Evakuierungen gerechnet. In Lavamünd wurden bereits Gebäude evakuiert. Nächste Gefahr: Ein Föhnsturm zieht auf. Wir haben uns die derzeitige Lage an den gefährlichen "Hotspots" gerade (29. Oktober 2018, 14 Uhr) angesehen. In den Abendstunden dürften die Hochststände erreicht sein.

 7 Minuten Lesezeit (910 Wörter) | Änderung am 29.10.2018 - 19:36

Aktuelle Lage in Villach: Hier wird es brenzlig

Alle Einsatzkräfte im Bezirk Villach-Land sind aktuell damit beschäftigt Vorkehrungen mit Sandsäcken oder allgemeine Absicherungsmaßnahmen zu treffen. Eines wurde bei der heutigen Pressekonferenz des Kärntner Krisenstabes sofort klar: Mit Überschwemmungen wird fix gerechnet. Wo und wie diese stattfinden werden, das bleibt abzuwarten. Hier einige wichtige Informationen vorweg: „Es gibt mehrere Problembereiche. Darunter der Neubau des Kraftwerk Schütt in Arnoldstein. Weiteres kleinere Bereiche in der Marktgemeinde Finkenstein sowie ein Bereich in der Drauschleife bei Rosegg“, so Bernd Riepan von der Bezirkshauptmannschaft Villach-Land gegen 12 Uhr. Besonders in Latschach (Velden) sind einige Häuser, sollte es zu einem HQ30 (30-jähriges Hochwasser) kommen betroffen und müssten evakuiert werden. Aktuell wurde den dortigen Bewohnern geraten ihre Gärten zu Räumen und Vorkehrungen zu treffen.

Das befürchtete 100-jährige Hochwasser wird auf Villach derzeit glücklicherweise nicht zukommen. Die Überflutungen, welche das laut aktuellsten Daten und Fakten wahrscheinliche 30-jährige Hochwasser mit sich bringen könnte, sind jedoch Herausforderung genug. „Die Experten unseres Krisenstabes tauschen sich in der Einsatzzentrale der Hauptfeuerwache laufend auch mit überregionalen Kolleginnen und Kollegen aus“, erklärt Bürgermeister Günther Albel, Leiter des Krisenstabes. „In der Nacht dürfte der Pegel von Gail und Drau seinen Höchststand erreichen.“

Judendorfer Straße gesperrt

Aufgrund des starken Baumbruchs im Bereich Judendorfer Straße (ab Tiefgaragenzufahrt Privatklinik Villach bis Senecura Residenz Warmbad) ist die Judendorfer Straße weiterhin für die Durchführung der Schadensbehebung bis Dienstag, 30. Oktober, um 17 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt. Fotos finden Sie hier.

Auch in Lavamünd wird mit Schlimmeren gerechnet, denn der Abfluss wird durch die Staukette bis nach Lavamünd durchgereicht. Dort soll es einen Abfluss von 1950 m³ pro Sekunde geben, je nach Niederschlagslage. Der Schwerpunkt ist gegen Abend und Mitternacht zu erwarten. Ab 1500 m³ Durchfluss pro Sekunde werden in Lavamünd Überschwemmungen erwartet. Deswegen wird im Bereich Villach und Klagenfurt „nur“ mit 5 HQ gerechnet: Alles wird nach Lavamünd weiter gereicht.

Zivilschutzalarm in Lavamünd

Auf Grund der erwarteten Wetterlage in den Abend- und Nachtstunden wurde heute, Montag, um 15:15 Uhr Zivilschutzalarm über die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) in Lavamünd abgesetzt. Der Alarm gelte als Vorwarnung für die ortsansässige Bevölkerung. Georg Fejan, Bezirkshauptmann von Wolfsberg, bittet die Bevölkerung von Lavamünd, das Radio einzuschalten, den Anweisungen der Einsatzorganisationen zu folgen und die gefährdeten Bereiche zu meiden. Derzeit laufe die Evakuierung des Drauspitzes, wovon 65 Personen betroffen seien, so Fejan. Quartiere seien für die Evakuierten vorhanden.

Auch das Gailtal ist stark betroffen: Zwischen Kötschach und Strajach wurde beispielsweise um 13.15 Uhr die Gailtal Straße (B111) durch einen Erdrutsch unpassierbar. Straßensperre in beide Richtungen wurde eingerichtet.

In Latschach steigt das Wasser kontinuierlich – hier ist man in Alarmbereitschaft. - © 5min.at

Gesperrte Brücken in der Schütt

Entlang der Gail werden einige kleinere Brücken gesperrt. Waren gestern noch viele Schaulustige hier unterwegs, so ist das jetzt nicht mehr möglich. Auch die Wege entlang der Gail wurden abgeriegelt, ein Spazierengehen ist hier nicht mehr möglich.

„Land unter“ seitlich des Gailtalzubringer

Entlang des Gailtalzubringers bilden sich richtige Seen und Becken rechts und links. Das ist auch sinnvoll, denn es hat den Vorteil, dass gröbere Schäden verhindert werden – es wirkt als „Auffangbecken“, das Wasser kann sozusagen entweichen. Im Bereich Nötsch (Villach Land) kommt es ebenfalls immer wieder zu Absperrungen.

Klagenfurt: Föhnsturm in Anmarsch

Der Bezirk ist vom Hochwasser wenig betroffen. Jedoch beschäftigt der Föhnsturm die Einsatzkräfte. Am Sonntag wurden 120 Einsätze von 210 Feuerwehrmännern abgearbeitet. Gegen 12 Uhr waren noch 50 Haushalte ohne Strom. Aufgrund des Stromausfalls versagte auch die Wasserversorgung von 3000 Haushalten – auch diese haben, dank der Wiederherstellung der Stromversorgung – wieder eine Versorgung. Weiters gab es starke Holzwürfe im Bereich Ferlach und Feistritz im Rosental. Kleinere Schäden im Bereich Köttmansdorf, Ebenthal und Ludmannsdorf. Zur genauen Analyse wäre ein Erkundungsflug nötig. Aufgrund der Wetterlage ist jedoch eben dieser nicht möglich. Gerechnet wird mit Sturmböen von 149 km/h ab 1000 Metern. Diese ziehen von den Karawanken Richtung Ferlach und Umgebung. Bis jetzt gab es keine Verletzten. Der „Katastrophenzug 3“ der Feuerwehr ist in Bereitschaft. Es wird den Bewohnern der Gebiete geraten zwischen 18 und 24 Uhr ihre Häuser nicht zu verlassen.

Infos zu den geschlossenen Schulen finden Sie hier.

Bundesheer bereit für Katastropheneinsatz

Seit gestern, Sonntag, ist das Bundesheer in Alarmbereitschaft. Die Villacher Pioniere stehen mit 100 Soldaten bereit um im Falle von Hochwasser oder Stürmen auszurücken. Verfügbar ist schweres Gerät um die möglichen Schäden zu beseitigen. Weitere 30 Soldaten eines Spezialistenzugs stehen auf „Stand-by“. Ebenso wurden in Spittal und Klagenfurt Hilfskräfte für einen möglichen Einsatz vorbereitet. Sollten über diese Mannstärke hinaus Gerät und Kräfte benötigt werden, hat das Kommando Landstreitkräfte in Graz die Freigabe für die Verwendung von zwei weiteren Pionierbataillonen aus Salzburg gegeben. Soldaten waren heute gegen 13 Uhr noch nicht im Einsatz.

Pressekonferenz:

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