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Aktuell - Villach
© LPD Kärnten

Suchmittelkriminalität

Erneut geht ein Drogendealer ins Netz

Villach – Drogen sind in Kärnten in diesem Jahr ein großes Thema. Erst gestern bestätigte die Polizei ein weiteres Opfer. Eine 43-jährige Deutsche starb vor wenigen Tagen in Villach an einer Drogenvergiftung. Am heutigen Freitag meldet sich die Polizei erneut zu Wort. Sie verkündet die Festnahme eines Drogendealers. Eine Änderung der polizeilichen Strategie wurde bereits Anfang Oktober angekündigt. FPÖ-Stadtrat Baumann sieht an verschiedenen Stellen die Jugend "zum Drogenkonsum verleitet."

 3 Minuten Lesezeit (450 Wörter) | Änderung am 09.11.2018 - 11:41

Der neueste Fall: Festnahme eines Dealers

Im Zuge von Ermittlungen in der Suchtgiftszene führten Beamte des Kriminaldienstes am 6. November eine angeordnete Hausdurchsuchung sowie eine Nachschau in einer Wohnung in Villach durch. Dabei wurden unter anderem 800 Gramm verkaufsfertiges Cannabis, 30 Gramm MDMA, zehn XTC-Tabletten, sechs LSD-Strips sowie zahlreiche Substitutionsmedikamente sichergestellt. Außerdem konnten diverse Suchtgiftutensilien wie eine professionelle Tablettenpressmaschine (vermutlich für die Herstellung von XTC- oder MDMA-Tabletten) und Bargeld vorgefunden werden.

Auch Waffen wurden gefunden

Zudem wurden in beiden Wohnungen diverse Waffen, unter anderem verbotene Waffen (Schlagring, Teleskopschlagstock), eine Luftdruckpistole sowie ein Luftdruckgewehr in Form eines Sturmgewehres Steyr StG77 sichergestellt. Der Beschuldigte, ein 29-jähriger Villacher, wurde festgenommen und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Klagenfurt in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert. Weitere Ermittlungen laufen.

Neben Drogen und Waffen sieht man auf dem von der Polizei veröffentlichten Foto auch zwei Bücher, eines mit dem Titel „Deutschland erwacht“, auf dem anderen steht Adolf Hitler.

Weiteres Drogenopfer vor wenigen Tagen

Vor wenigen Tagen, am 6. November, verständigte ein Wohnungsinhaber in Villach gegen 08.50 Uhr die Einsatzkräfte. Seine Bekannte, eine 43-jährige deutsche Staatsbürgerin, lag leblos bei ihm in der Wohnung. Aufgrund der vorerst nicht eindeutig feststellbaren Todesursache wurde eine gerichtsmedizinische Obduktion durchgeführt und ergab als Todesursache eine Intoxikation durch Einnahme verschiedener Suchtgifte. 22 Drogentote gab es dieses Jahr in Kärnten, 2017 waren es insgesamt 12. Ein weiterer in der Wohnung anwesender Mann befand sich in einem medizinisch kritischen Zustand.

FPÖ-Stadtrat meldet sich zu Wort

Den zunehmenden Drogenmissbrauch sieht FPÖ-Stadtrat Erwin Baumann kritisch. Suchtgiftdelikte solle man nicht bagatellisieren oder „als gegeben hinnehmen“, schreibt er in einer gestrigen Aussendung. Durch kostenloses Drogenbesteck [gibt es in Klagenfurt, Anm.] und Hanfshops „brauche sich niemand zu wundern, wenn schon die Jugend zum Drogenkonsum verleitet wird!“, so Baumann. Das Thema der auch in Villach ansässigen Hanf-Shops ist für Baumann ein fortwährendes Thema. Er dachte auch bereits öffentlich über Schließungen nach – wir berichteten. Hanfshops spezialisieren sich auf legale CBD-Produkte (CBD ist neben THC eines der Hauptbestandteile von Cannabis), die dem Konsumenten kein „High“ verschaffen.

Neuer Kurs im Kampf gegen Suchtmittelkriminalität

Bereits Anfang Oktober kündigte die Polizei einen Strategiewechsel an. Die vergangenen Wochen und Monate hätten gezeigt, dass sich die Suchtmittelkriminalität nicht mehr auf die Ballungszentren beschränkt, sondern vermehrt auch in den ländlichen Regionen auftritt, so die Polizei. Durch die Entwicklung des Internets zur Bestellung illegaler Substanzen, wie auch der vermehrten Nutzung der Grenzübergänge zu Slowenien und Italien für Schmugglerfahrten, bekäme diese Kriminalitätsform eine besondere Mobilität. Angesichts dieser Entwicklungen hat die Landespolizeidirektion ein Maßnahmenpaket erarbeitet, mit dem der Suchtmittelkriminalität noch zielgerichteter und noch intensiver begegnet werden soll. Mehr dazu hier.

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