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Politik - Villach
Mitglieder des Villacher Stadtsenates und Infineon-Vorstand Oliver Heinrich beim Spatenstich zur neuen Straße
Mitglieder des Villacher Stadtsenates und Infineon-Vorstand Oliver Heinrich beim Spatenstich zur neuen Straße © Höher

Die Bauarbeiten beginnen

Eine neue Straße und vier Kreisverkehre für Infineon

Villach – Im Mai ließ die Infineon-Technologies Austria AG mit ihren Plänen aufhorchen, den Standort in Villach um 1,6 Milliarden Euro auszubauen. Nun, nur wenige Monate später, starten die Baumaßnahmen, die diese wegweisende Entscheidung nach sich zieht. Im Oktober starteten die Bauarbeiten für provisorische Parkplätze - wir berichteten. Mit der Umwidmung von Grünflächen ist derweil nicht jeder einverstanden.

 3 Minuten Lesezeit (454 Wörter) | Änderung am 09.11.2018 - 13:24

Provisorische Parkflächen werden errichtet

Aufgrund der geplanten Bautätigkeiten für das neue Forschungsgebäude sowie die neue 300 mm-Chipfabrik werden ab November 2018 einige der bestehenden Parkflächen am Infineon-Gelände wegfallen. Daher entstanden in Villach rund 1.200 provisorische Parkflächen. Auch einen Shuttleservice zum Infineon-Gelände gibt es. Wir lösten damals das Rätsel um die mysteriösen Baustellen.

Baustelle zu provisorischem Parkplatz.

Baustelle zu provisorischem Parkplatz. - © 5mn.at

Eine neue Straße entsteht

„Der Ausbau der Infineon ist nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für unsere Stadt ein Meilenstein. Um diese wichtigen Investitionen möglich zu machen, sind seitens der Stadt umfassende Infrastruktur-Maßnahmen nötig“, sagt Bürgermeister Günther Albel. „Mit der Errichtung einer Aufschließungsstraße beginnt die Umsetzungsphase. Die Expansion der Infineon ist die erste Baumaßnahme in einem Gebiet, das bereits vor 15 Jahren im Gemeinderat als künftige Betriebsexpansionsfläche definiert worden ist.“

So wird der Standort aussehen.

So wird der Standort aussehen. - © INFINEON

Vier Kreisverkehre

Die Aufschließungsstraße wird zwischen der Bruno-Kreisky-Straße und der Siemensstraße verlaufen. In ihrem Verlauf sind vier Kreisverkehre geplant. Im Rahmen der Errichtung der neuen Straße werden auch Versorgungsträgerleitungen wie Wasser, Abwasserkanäle, Telekomleitungen, Strom, Fernwärme, Breitbandinternet etc. verlegt. Die Straße wird breit genug konzipiert, dass bei künftigen Betriebsansiedlungen Platz für Abbiegespuren vorhanden ist. Die Gesamtkosten für die Stadt Villach belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro.

Im September 2019 soll die Straße fertig sein, als vorläufige Baustraße kann sie für die Infineon-Arbeiten schon viel früher benützt werden. Die zu erledigenden Infrastrukturmaßnahmen betreffen auch den Fahrradverkehr: „Mit der Anbindung an den R3–Gailradweg bauen wir unser Radwegenetz weiter aus“, sagt der Bürgermeister.

Umwelt-Maßnahmen

Auch dem Umweltgedanken werde Rechnung getragen, heißt es von Seiten der Stadt. „Wir installieren in der neuen Straße acht Amphibiendurchlässe und entsprechende Leiteinrichtungen für Kleinlebewesen zur gefahrlosen Querung der Straße“, sagt Albel. Die Beleuchtung erfolgt durch energieeffiziente LED-Leuchten. Die im Vorfeld gefällten Bäume werden durch Aufforstungen an anderer Stelle ausgeglichen.

Kritik kam im Vorfeld jedoch von Verantwortung Erde. Ende Oktober wurde in der Villacher Gemeinderatssitzung die Umwidmung von rund 25.000 Quadratmetern Grünraum beschlossen – u.a. auch für Infineon. Sascha Jabali forderte „endlich ernstgemeinte Initiativen und Maßnahmen, wie den vorübergehenden Umwidmungsstop, zuzulassen und umzusetzen.“ Der Umwidmung stimmte Verantwortung Erde im Gemeinderat nicht zu.

Jabali kritisierte auch, dass in einer Gemeinderatssitzung auf Antrag der Grünen und Verantwortung Erde hin, einstimmig beschlossen wurde, dass Villach zur „Bodenbündnis-Gemeinde“ wird und sich somit – unter anderem – aktiv um eine Trendumkehr in der Frage des Bodenverbrauchs bemüht. Mehr dazu hier.

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