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Erledigt und doch nicht erledigt?

Augen auf!: Beschwerden über Beschwerde-App

Villach – "Nachdem sich der Zustand noch immer nicht geändert hat, nochmals die Meldung." " Es ist nun mein zweiter Versuch Sie auf ein seit August (!) am Parkplatz des Hauptbahnhofes abgestelltes polnisches Auto aufmerksam zu machen." Oder: "Bis heute unbeantwortet. Schade." Na, da häufen sich aber die Beschwerden in der Augen auf! - App der Stadt Villach. Was ist da los?

 3 Minuten Lesezeit (461 Wörter) | Änderung am 14.11.2018 - 12:18

Worum gehts überhaupt? Uns von 5 Minuten Villach wurde folgendes geschrieben: Scheinbar werden Meldungen in der Augen auf! App der Stadt Villach als erledigt markiert, obwohl sich überhaupt niemand darum kümmerte. Nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals soll das vorgekommen sein. Dementsprechend gibt es auch schon kritische Meldungen in der App selbst. Dort wird nämlich die eine oder andere Meldung mit einem Häkchen und dem Hinweis „abgeschlossen“ versehen. Aber nicht alle Fälle sind wirklich abgeschlossen, beziehungsweise erledigt.  Aber warum ist das so? Wir fragten bei der Stadt Villach nach.

Erledigt ist nicht gleich erledigt

„Grundsätzlich muss man zwischen drei verschiedenen Arten von Meldungen differenzieren“, so der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Wolfgang Kofler.

Fall 1: „Jemand meldet zum Beispiel ein Schlagloch, ein Mitarbeiter fährt hin und kann das sofort beheben. Der Status ist dann okay.“ Problem gelöst.

Fall 2: Schwieriger wird es, wenn zum Beispiel ein Behördenverfahren notwendig ist. „Gewisse Fälle benötigen einen Sachverständigen. Auch solche Meldungen werden als abgeschlossen markiert.“ Denn die Meldung  ist erledigt (also mit der Bearbeitung des Falles wurde begonnen), aber das Problem selbst besteht natürlich noch, solange das Verfahren läuft.

Fall 3: Und dann gibt es noch eine dritte Möglichkeit. Kostenintensivere Fälle, wie beispielsweise sanierungsbedürftige Straßen werden gemeldet. „Solche Dinge benötigen einen Gemeinderatsbeschluss und es kann zwei bis drei Jahre bis zur Umsetzung dauern.“ Zwischenzeitlich wird die Meldung als erledigt gekennzeichnet. Man hat sich dem Problem nämlich angenommen, aber das Ganze dauert halt etwas.

Wenn du die Meldung gemacht hast, wirst du dich natürlich ärgern, immerhin scheint deine Beschwerde in der App als erledigt auf, aber dein Problem besteht noch. Klares Missverständnis.

Einfach nicht zuständig

Manches kann und soll auch nicht sofort erledigt werden, denn dafür ist die Stadt einfach nicht zuständig: So manches befindet sich auf Privatgrund und manche Meldungen fallen in die Zuständigkeit von anderen, wie zum Beispiel der Polizei. Abgeschlossen und erledigt in der App bedeutet also manchmal, dass es auf Schiene ist, gar nicht erledigt werden kann (keine Zuständigkeit der Stadt) oder noch Zeit dauert, weil Finanzierung und Beschluss benötigt werden. „Wir versuchen stetig in den Dialog zu treten, um zu erklären wie der Status der jeweiligen Meldungen ist.“ Die App verfügt nämlich nur über die Melde-Optionen „offen“, „in Bearbeitung“ und „erledigt“.  Weitere Informationen kommuniziert die Stadt direkt in der App.

Also nicht frustriert sein, wenn die Straße, die du gemeldet hast, noch immer nicht saniert wurde – manches muss finanziert werden und für vieles wird ein Gemeinderatsbeschluss benötigt.

So sehen die Zahlen aus:

  • 1.650 Meldungen, davon 1.590 „erledigt“ (wie im Beitrag beschrieben)
  • 60 Meldungen derzeit also offen
  • 2.200 Downloads der Augen auf! App (Stand: 13. November 2018)
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