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Politik - Klagenfurt
Markus Hudobnig und Katastrophenschutzreferent LR Daniel Fellner lassen sich vom  Kelagtechniker Ferdinand Achatz die Leistungsfähigkeit des  Notstromaggregats der Kelag zeigen.
Markus Hudobnig und Katastrophenschutzreferent LR Daniel Fellner lassen sich vom Kelagtechniker Ferdinand Achatz die Leistungsfähigkeit des Notstromaggregats der Kelag zeigen. © LPD/Just

Übung: Europaweiter Stromausfall

Combined Success: Ein Erfolg?

Klagenfurt – Von Montag bis Donnerstag herrschte in Europa "Blackout" - so nennt man einen länger dauernden Stromausfall. Habt ihr gar nicht mitbekommen? Nun, es war erstmal nur eine Übungsannahme, an der viele verschiedene Behörden, Organisationen, Firmen und mehr beteiligt waren. Auch Klagenfurt war Teil der Übung. Die Beteiligten zeigten sich im Nachgang zufrieden.

 5 Minuten Lesezeit (668 Wörter) | Änderung am 16.11.2018 - 10:00

Unter dem Titel Combined Success 2018 haben diese Woche Behörden, Einsatzorganisationen, Firmen, Einrichtungen und Institutionen gemeinsam in den Bezirken St. Veit, Wolfsberg, Klagenfurt Land und in der Landeshauptstadt Klagenfurt geübt. Angenommenes Szenario war ein europaweiter, länger dauernder Stromausfall – ein „Blackout“. 120 Personen waren an der Übung beteiligt. Nicht nur die Auswirkungen dieses sogenannten „Blackouts“, sondern auch Szenarien wie starke Schneefälle, Brände oder Unfälle forderten die beübten Einsatzstäbe.

Strom weg. Was nun?

Licht, Kühlschrank, Herd, Heizung und Fernseher funktionieren nicht mehr. So fällt uns ein Stromausfall im Privaten auf. Aber auch Ampeln funktionieren nicht mehr. Und was ist mit der Stromversorgung in Spitälern? Ohne entsprechende Vorbereitungs- und Schutzmaßnahmen wäre das kaum zu bewältigen.

Katastrophenschutzreferent Fellner ist es wichtig, „dass wir auf jedes Szenario vorbereitet sind und die Kärntnerinnen und Kärntner in jeder Situation bestmöglich schützen, informieren und unterstützen können“. Die Combined Success Übung habe allen Beteiligten wieder wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall gebracht und auch die Sensibilität in der Bevölkerung für dieses Thema erhöht. „Ich appelliere an dieser Stelle noch einmal an alle Kärntnerinnen und Kärntner: Ein Notfallpaket mit batteriebetriebenem Radio, Kerzen, Lebensmitteln, Wasser & Co. sollte es in jedem Haushalt auf Vorrat geben“, so Fellner.

Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz: „Wir müssen im Ernstfall bestens gerüstet sein. Gerade in der heutigen vernetzten Welt machen Katastrophen nicht vor Gemeindegrenzen halt, deshalb sind die gemeinsamen, großen Krisenstabsübungen mit Stadt, Land, den Bezirkshauptmannschaften, Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Samariterbund, Bundesheer so wichtig.“

Blackoutübung in der Landesregierung begann mit Alarm und der Räumung des ganzen Hauses.

Blackoutübung in der Landesregierung begann mit Alarm und der Räumung des ganzen Hauses. - © LPD/Just

Übungsleiter sieht „Profilschärfung“

Bundesheer-Oberst Erwin Hubmann bilanziert als Übungsleiter: „Mit den vielfältigen Themenbereichen und Einlagen konnte bei den Übungsteilnehmenden und Behördenstäben eine ‚Profilschärfung‘ für die Thematik eines Blackout erreicht werden. Besonders beeindruckend ist die sehr hohe Motivation der jeweiligen Stäbe und verschiedenen Teilnehmenden zu bewerten.“

Der Bezirkshauptmann von Wolfsberg, Georg Fejan, betont, dass der Bezirk bei „Blackout-Szenarien“ auf sich gestellt sei, den Großteil der Probleme müsse man vor Ort mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen lösen. Für St. Veits Bezirkshauptfrau Claudia Egger-Grillitsch ist die Übung selbst aufgrund eines gut aufeinander abgestimmten Teams zwischen Behörde und Einsatzorganisation reibungslos verlaufen.

„Die immer häufiger auftretenden Unwetter und ihre unübersehbaren Folgen haben uns in jüngster Zeit gelehrt, wie wichtig eine funktionierende Kette der Sicherheit für den Schutz der Bevölkerung ist“, betont Klaus Bidovec, stellvertretender Bezirkshauptmann von Klagenfurt-Land. „Im Ernstfall ist die reibungslose Zusammenarbeit aller Behörden, Einsatzkräfte und Institutionen unerlässlich. Genau das wird bei den jährlich stattfindenden Katastrophenschutzübungen der Combined Success optimal geprobt. Im Einsatz nach den beiden jüngsten Sturmereignisse haben sich bereits erste Erfolge dieser Übungen gezeigt“, so Bidovec und er sagt: „Ich danke allen Beteiligten. Nicht nur wir als Behörde, sondern vor allem die Kärntner Bevölkerung profitiert letztlich von den Erfahrungen, die wir hier sammeln.“

Alle gewonnenen Erkenntnisse werden nun analysiert.

Über Combined Success

„Combined Success“ wurde 2009 als Serie von Katastrophenschutzübungen gestartet und mittlerweile in allen Bezirken Kärntens durchgeführt. „Combined Success 2018“ lief nun erstmals in drei Bezirken und einem Magistrat gleichzeitig. Absolviert wurde die Übung von den behördlichen Stäben als Planspiel quasi auf dem Reißbrett, Einsatzkräfte zum Beispiel werden also nicht real, sondern nur annahmeweise ausgeschickt. Für die Bevölkerung gab es durch die Übung selbstverständlich keine Einschränkungen.

Neben den Bediensteten aus dem Amt der Kärntner Landesregierung, der Bezirkshauptmannschaften und des Magistrates Klagenfurt waren Experten von Kelag/Kärnten Netz GmbH, Stadtwerke Klagenfurt, Energielenkungsbeirat, Kabeg, ÖBB Infrastruktur AG, Sozialhilfeverband Klagenfurt-Land, Apothekerkammer Kärnten, Zivilschutzverband Kärnten, Bundesheer, Polizei, Rotem Kreuz, Feuerwehr, Wasserrettung, Bergrettung und aus dem Lebensmittelhandel beteiligt. Im Bezirk Wolfsberg wurden auch die Amateurfunker vom Österreichischen Versuchssenderverband (ÖVSV) eingebunden.

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