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Politik - Villach & Klagenfurt
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Hoher Millionenschaden

Zwei Drittel Kärntens erlitten Unwetter­schäden

Kärnten – Das jüngste Unwetter mit Sturm, Starkregen, Hochwasser, Vermurungen, Windwürfen und Felsstürzen hat ein in Kärnten noch nie dagewesenes Schadensausmaß verursacht. Zwei Drittel des Landes in sechs Bezirken, konkret über 3.000 Quadratkilometer, sind betroffen. Das gab das Land Kärnten heute bekannt.

 5 Minuten Lesezeit (648 Wörter) | Änderung am 17.11.2018 - 16:05

Anlässlich der schweren Schäden gab es heute eine Info-Veranstaltung für Gemeinden. „Dieses immense Ausmaß an Schäden, die Vielfalt der Schadensursachen, die unterschiedlichen Zugänge zur Aufarbeitung und die unterschiedlichen Unterstützungsmöglichkeiten für die Gemeinden und für Privatpersonen haben diese Veranstaltung heute für die Bürgermeister und Gemeindevertreter notwendig gemacht“, sagte LH Peter Kaiser.

Land will Gemeinden unterstützen

Neben dem Landeshauptmann informierten LHStv.in Beate Prettner, Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner und Martin Gruber mit ihren jeweiligen Fachbeamten die Anwesenden über Maßnahmen, Unterstützungsmöglichkeiten, Förderprogramme, Antragstellungen und nötige Abläufe, um die Schäden bewältigen zu können und die Infrastruktur wiederherstellen und die dafür zur Verfügung stehenden Mittel abrufen zu können. Einhellig betonten die Regierungsmitglieder, alle Mittel zu konzentrieren und auszuschöpfen, um die Aufarbeitung der Katastrophe zu bewältigen und die Gemeinden zu unterstützen.

Heutige Informationsveranstaltung des Landes Kärnten über Hilfe bei Unwetterschäden für Gemeinden.

Heutige Informationsveranstaltung des Landes Kärnten über Hilfe bei Unwetterschäden für Gemeinden. - © LPD Kärnten/Wolfgang Jannach

Die Zeit läuft

„Wir müssen jetzt auf diesen 3.000 Quadratkilometern rasch die Schäden feststellen. Wir haben jetzt noch eine Frist von elf Wochen, um auch EU-Mittel für die Sanierungen und Instandsetzungen abrufen zu können“, berichtete Kaiser. Denn übersteigt die Schadenssumme 1,5 Prozent des Bruttoregionalproduktes, also eine Summe von 279,15 Mio. Euro, sollen Mittel aus dem Solidaritätsfonds der EU beantraget werden. Die Mittel werden zur Herstellung von Infrastruktur, wie Straßen, oder von Böschungen und Flussbetten herangezogen.

Das Land hat bisher für Sofortmaßnahmen ein Paket in Höhe von sieben Millionen Euro geschnürt. In Prettners Referatsbereich wurde die „Hilfe in besonderen Lebenslagen“ auf eine Million Euro aufgestockt.

Allein 17 Mio. Euro für Straßensanierung

Landesrat Gruber berichtete von der heute vorliegenden genauen Abschätzung der Kosten für Sofortmaßnahmen in seinem Bereich. „17 Mio. Euro beträgt die Summe für Sofortmaßnahmen nach dem Unwetter im Bereich der Infrastruktur wie Landesstraßen, ländlichem Wegenetz und Forstwegen. Folgekosten, wie wasserbauliche Maßnahmen oder die Behebung von Schäden an Straßen durch den Abtransport sind da noch gar nicht berücksichtigt“, sagte Gruber. Zum Vergleich: Alleine das Straßenbaubudget 2017 machte 17 Mio. Euro für den Ausbau des gesamten Straßennetzes in Kärnten aus.

Hochwasser in Rattendorf

Hochwasser in Rattendorf - © FF Rattendorf

Eine Million Festmeter Schadholz

Dazu kommen die Schäden in den Wäldern – über eine Million Festmeter Holz liege laut Gruber am Boden. „Das ergibt eine vorläufig errechnete Schadenssumme von 35 Millionen Euro, zwei Drittel des Schadens ist in Oberkärnten entstanden. Anhand dieser Summen sieht man, dass hier Menschen und Betriebe in ihrer Existenz bedroht sind“, so Gruber. Entscheidend sei nun, rasch zu helfen, die Infrastruktur wiederherzustellen, doch betonte Gruber, dass die Katastrophenbewältigung ohne Sonderbudget des Landes nicht erfolgen werde können, sonst gehe sie zu Lasten der allgemeinen Instandhaltung der Straßen und Wege. Derzeit unterstützen die Mitarbeiter des Landes auch die Gemeinden, Schäden zu erheben, Gutachten zu erstellen, Brückenbegutachtungen durchzuführen. Einen erhöhten Fördersatz gibt es für die Wiederherstellung im ländlichen Wegenetz und mit der Sonderrichtlinie für Ländliche Entwicklung werden die Maßnahmen im Forstbereich unterstützt.

5.000 Feuerwehrleute im Einsatz

Katastrophenschutzreferent LR Fellner erklärte, dass Kärnten eine noch nie dagewesene Katastrophe bewältigen müsse. Aber, dass auf Grund der präventiven Maßnahmen und der Abstimmung unter den Behörden und Einsatzkräften ein noch größerer Schaden verhindert werden konnte. Alleine dafür waren über 5.000 Feuerwehrleute im Einsatz, um beispielsweise Dämme zu bauen.

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