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Politik - Villach
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Stadtrat Sobe nimmt Stellung:

Tschino­witscher Brücke: Bau­stopp ist wit­terungs­bedingt

Tschinowitsch/Villach – Die Brücken in Villach stehen unter keinem guten Stern, wenn man sich die Medienberichte der letzten Wochen und Monate so ansieht. Zuerst sorgte die Seebachbrücke für Ärger unter den Villachern. Und aktuell landet die Tschinowitscher Brücke in den Schlagzeilen. Grund dafür ist ein Baustopp. Nun reagiert Stadtrat Harald Sobe auf die Kritik.

 6 Minuten Lesezeit (757 Wörter) | Änderung am 08.12.2018 - 12:34

Bereits vor einigen Tagen wies der freiheitliche Stadtparteiobmann, Erwin Baumann, auf massive Verzögerungen beim Bau der Tschinowitscher Brücke hin. Aufgrund von mehreren Mängeln sowie Fehlplanungen sollen die Bauarbeiten rund um die Brücke zum Stillstand gekommen sein. Das rund 4,2 Millionen schwere Projekt soll gleich mehrere Fehler in der Planung aufweisen soll. Unter anderem starke Unebenheiten in der Fahrbahn und Probleme mit den Geländern. Auch die S-förmige Zu- und Abfahrt der Brücke soll ein Problem darstellen. Die Straße sei laut der FPÖ viel zu schmal. Größere Fahrzeuge, wie LKW oder Busse sollen nicht aneinander vorbeikommen.

Baustopp aufgrund der Witterungsbedingungen

Am heutigen Donnerstag, den 6. Dezember 2018, nahm der Zuständige für Bauangelegenheiten im Raum Villach, Stadtrat Harald Sobe von der SPÖ, sowie Diplomingenieur Herbert Krögler Stellung zu den vorgeworfenen Mängeln der Brücke. In der Pressekonferenz bestätigt der Stadtrat den Baustopp der Brücke. „Dies ist allerdings nur wegen der derzeit vorherrschenden Witterungsbedingungen der Fall“, erklärt Sobe. „Aktuell kann die Gegend rund um die Brücke nicht mit schweren Fahrzeugen befahren werden. Wir warten den Frost ab und setzten die Bauarbeiten dann fort“, betont Sobe.

„Der Baustopp ist witterungsbedingt“, erklärt Sobe.

„Der Baustopp ist witterungsbedingt“, erklärt Sobe. - © 5min.at

Sobe: „Es gibt auf dieser Brücke überhaupt kein Problem“

Auch zu den Mängeln bezieht Sobe Stellung. Bürger und Bürgerinnen haben sich zuletzt unwohl gefühlt, da die Brücke nicht stabil aussieht. Sobe beschwichtigt. „Es gibt auf dieser Brücke überhaupt kein Problem. Die Tragfähigkeit der Brücke wurde geprüft. Ansonsten wäre sie nie freigegeben worden.“ Bei den sichtbaren Mängeln, handelt es sich lediglich um optische Probleme. Krögler erklärt diese dadurch, dass einer der beiden Brückenpfeiler ein bisschen zu hoch ist. Dadurch sind Wellen in der Fahrbahn und dem Geländer entstanden. Aktuell sei man im Gespräch mit allen Beteiligten bezüglich der Gründe für die Mängel. Es wird aber angenommen, dass diese durch eine Summierung von vielen Abweichungen entstanden sind. Mit Anbringung des neuen Geländers sollten aber alle optischen Probleme behoben werden. So hofft man zumindest.

Zudem bestätigt Sobe, die von den Anrainern geschilderte Problem der Tendenz zur Mitte. „Dadurch das der Mittelstreifen fehlt, halten sich einige Fahrer zu weit links.“ Mit dem Ziehen der Mittellinie soll diese Problem aber gelöst sein.

Brücke ist sogar um 12 Zentimeter breiter

Dass die Brücke zu schmal sei, kann der Stadtrat hingegen nicht bestätigen: „Die neue Brücke ist sogar um zwölf Zentimeter breiter, als die Alte“, erklärt Sobe. Auch bei der S-Auffahrt sieht er kein Problem. „Mit Fertigstellung der Brücke wird die Fahrbahn an dieser Stelle noch etwas breiter werden“, ergänzt der Stadtrat. Auch ein Mittelstreifen wird noch gezogen. „Danach sollte es keine Schwierigkeiten mehr geben.“ Vor allem da es eine Entschleunigung von 50 auf 30 km/h gibt. „Die Fahrzeuge dürfen dann ohnehin nur sehr langsam aneinander vorbeifahren.“

Stadtrat Sobe und Ingenieur Krögler erklären das weitere Vorgehen.

Stadtrat Sobe und Ingenieur Krögler erklären das weitere Vorgehen. - © 5min.at

FPÖ und ÖVP stehen der Lösung kritisch gegenüber

Erwin Baumann von der FPÖ betont im Interview mit 5 Minuten: „Wir sind auf dem richtigen Weg“ und fügt hinzu: „Wir hoffen für die Bevölkerung, dass nicht noch weitere Mängel auftreten.“ Bei der S-Kurve sieht er durch die Entschleunigung von 50 auf 30 km/h kein Problem mehr. Stadtrat Christian Pober, von der ÖVP, sieht die Lösung rund um die S-Kurve hingegen kritisch: „Ich glaube nicht, dass ein Mittelstreifen, die Lösung des Problems ist“, erklärt er gegenüber 5 Minuten Villach. „Bereits jetzt kommen ein Auto und ein Bus kaum aneinander vorbei. Eine bloße Linie wird das nicht ändern.“ Für ihn stellt sich die Frage, was passiert, wenn ein LKW und ein Bus an dieser Stelle aufeinandertreffen. Stadtrat Sobe bot in der Pressekonferenz an, einen Test mit Bus und LKW durchzuführen um diesen Vorbehalt zu beseitigen.

Pober von der ÖVP steht dem ganzen noch kritisch gegenüber.

Pober von der ÖVP steht dem ganzen noch kritisch gegenüber. - © 5min.at

Bauarbeiten werden voraussichtlich nach Weihnachten fortgesetzt

Sofern es das Wetter zulässt, werden die Bauarbeiten nach Weihnachten fortgesetzt werden. „Dies ist allerdings abhängig von der Witterung“, betont Sobe. Mit Start der Bauarbeiten wird es dann nochmals eine halbseitige Sperre für Fußgänger und Radfahrer geben. „Die Markierungen müssen noch gesetzt werden.“

Pressekonferenz zur Tschinowitscher Brücke:

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