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Fake?

Der „Plastik­fisch“ von St. Ruprecht

Klagenfurt – In den sozialen Medien sorgt aktuell ein angeblicher "Plastikfisch" für Aufregung. Die Frau soll die Packung "Rotbarsch Filet" eines deutschen Importeurs am Freitag, in einem türkischen Markt in St. Ruprecht, gekauft haben. Bei der Zubereitung sei ihr aufgefallen, dass dieser aus "Plastik" sei oder eine Konsistenz wie Plastik habe. Kann das sein? Wir haben nachgefragt.

 2 Minuten Lesezeit (286 Wörter) | Änderung am 17.12.2018 - 17:10

Plastik in den Weltmeeren ist ein aktuelles Thema. Doch der ganze Fisch aus Plastik? Wir haben recherchiert und nachgefragt: eher unwahrscheinlich. Dem Besitzer des Marktes ist das Video bereits bekannt. Er hat sein Sortiment überprüft und keine Anzeichen für einen „Plastikfisch“ gefunden – so auf Anfrage. Auch sei ihm nicht erklärlich, wie es dazu kommen könne. Ebenso behauptet er, dass die Frau den Fisch nicht bei ihm gekauft hätte.

Doch wie wird ein Fisch zu „Plastik“?

Wir haben bei Mag. Harald Truschner (Land Kärnten) nachgefragt: „Vermutlich wurde der Fisch mit wasserbindenden Zusatzstoffen (Phosphaten, Zitronensäure und Nitraten) versetzt, um sein Gewicht zu erhöhen.“ Das wäre klassische Verbrauchertäuschung und führte in diesem Fall zu seiner Konsistenz. Die Schuld sieht er hier nicht beim Supermarkt, sondern in der Lieferkette zuvor. Wirkliche Klarheit kann aber nur eine Untersuchung des Fisches bringen. In diesem Zustand wäre der Fisch lebensmittelrechtlich auf alle Fälle nicht in Ordnung.

Auch Fälle in London und Afrika

Weltweit gab es bereits mehrere Fälle dieser Art. Grund dafür war in allen Fällen eine schlechte Kühlkette. Wenn ein Fisch zu oft aufgetaut und eingefrorenen wird – und weitere Umstände zusammentreffen – ist es möglich, dass die Zellen ihre natürlichen Eigenschaften verlieren und am Ende wie „Plastik“ oder Gummi wirken.

Zwar gibt es praktisch echt wirkende Lebensmittelattrappen zu kaufen, diese werden in der Gastronomie meist in Auslagen verwendet. Jedoch wäre ein Austausch dieser mit echtem Fisch nicht wirtschaftlich. Attrappen sind zu teuer und nicht genießbar.

Ein „Plastikfisch“ aus St. Ruprecht ist also eher unwahrscheinlich und wäre eine weltweite Sensation.

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