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Ein Mann, sechs Schneekanonen, drei Lanzen und ein Ziel: Das Miniskigebiet
Ein Mann, sechs Schneekanonen, drei Lanzen und ein Ziel: Das Miniskigebiet "Hrast" in Feistritz an der Gail professionell beschneien! © KK

Seine Leidenschaft ist Schnee:

Der Feistritzer Schneemacher

Feistritz an der Gail – Für die einen ist es ein normaler Job, für ihn ist es eine eigene Wissenschaft: Die Rede ist von Gerhard Abuja (54), seines Zeichens Gemeindeangestellter mit einem ausgeprägten Hang zur Schneeproduktion. Er hat es sich seit mehr als fünf Jahren zur Aufgabe gemacht, dafür zu sorgen, dass jährlich der Skilift bei der "Hrast" in der kleinen Gemeinde Feistritz an der Gail zeitgerechet für alle Skifans befahrbar ist. Morgen soll die Skisaison vor Ort dann losgehen. Bis dahin ist "Poge", wie er im Ort bekannt ist, Tag und Nacht seiner Leidenschaft nachgegangen: Der des Schnee produzierens.

 5 Minuten Lesezeit (623 Wörter) | Änderung am 19.12.2018 - 18:15

Große Skigebiete stützen sich auf eine technische Megaausstattung und zig Mitarbeiter für die Beschneiung. Im kleinen Örtchen Feistritz an der Gail läuft der Hase anders. Hier vertraut man genau einem „Schneemeister“ und setzt auf Kosteneffizienz und Kooperation. Wenn der etwa 500 Meter lange Skilift bei der „Hrast“ befahr ist, geht für Gerhard Abuja dann wohl auch die heißeste Phase des Jahres vorüber, denn in der Beschneiungszeit leistet der „One-Man-Schneeproduzent“ großartiges.

Den Schnee im Griff!

Seine Basisausstattung mit sechs Schneekanonen und drei Lanzen sorgt dafür, dass im Winter bei der „Hrast“ kein Fleckchen mehr grün bleibt. Der Feistritzer hat den Schnee so zu sagen „voll im Griff“ und weiß worauf es bei der Beschneiung ankommt: „Ich habe eine Idee entwickelt, wie man das benötigte Wasser ohne großen finanziellen Aufwand reinigen kann“, betont der Schneemeister, der an den einzelnen Produktionstechniken und Feinheiten in den letzten Jahren intensiv gefeilt hat. Das für den Schnee notwendige Wasser, kommt nämlich aus dem örtlichen Vorfluter.

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Gerhard „Poge“ Abuja kennt die Feinheiten in der Schneeproduktion und weiss, wie man optimale Ergebisse erzielt.

Gerhard „Poge“ Abuja kennt die Feinheiten in der Schneeproduktion und weiss, wie man optimale Ergebisse erzielt. - © KK

Genaue Überwachung

Gerhard schüttelt keine Kissen, um Schnee zu erzeugen, sondern er setzt seine Kanonen und Lanzen ein. „Ich muss dahinter sein, dass die Temperatur genau die richtige ist. Ändert sich diese nur leicht, muss ich sofort auf die Schwankungen reagieren.“ Je genauer er arbeitet, desto mehr wird produziert. Ein weiteres Detail ist die Luftfeuchtigkeit: „Eine niedrige Feuchtigkeit ist wichtig, da der Energieaufwand geringer ist“, weiß der Schneekönig. Aber die Gemeinde erhält auch Unterstützung von den Dreiländereck Bergbahnen, die das Skigebiet betreiben. Sascha Stojanovic und Günther Zinkowiz sorgen mit dem Pistengerät dafür, dass der Schnee ordentlich verteilt und die Pisten präpariert sind.

Diese Piste ist ein Superstar

Berühmte Skisportler sind schon in Feistritz an der Gail gewesen. „Die Nationalmannschaft war schon hier trainieren“, betont der Schneeprofi. Verschiedene internationale Sportler durften schon Gerhards Schnee austesten. Auch die nächsten Paralympics im Jahr 2020 werden hier stattfinden. Aber auch Snowboard-Fans kommen nicht zu kurz. Die Firma „Capita“ hat sich hier niedergelassen und weiß, dass nur der beste Schnee zum Testen in Frage kommt. „Die Capita hat ein eigenen Pisten-Abschnitt hier, der nur zum Testen der produzierten Snowboards eingesetzt wird“, zeigt uns der Beschneiungsmeister.

Beste Zusammenarbeit für eine weiße Piste

Der 54-jährige weiß aber auch, dass er viel Unterstützung erhält. „Das Ganze ist auch unserem Bürgermeister, Dieter Mörtl, zu verdanken. Er gibt die Beschneiung in Auftrag und sorgt auch dafür, dass entsprechende Sportgrößen hier Skifahren können.“ Der Feistritzer Bürgermeister will vor allem die Jugend dazu animieren, draußen Sport zu machen und sich zu bewegen: „Der Rückgang von Skifahrern ist leider sehr groß. Wir wollen, dass die Kinder und Jugend draußen an der frischen Luft das Skifahren lernen,“ schildert Mörtl. Dank der Zusammenarbeit mit den Dreiländereck Bergbahnen und Wolfang Löscher kann sich auch das kleine Skigebiet über Wasser halten. „An dieser Stelle würde ich mich gerne bei ihnen bedanken. So eine Piste zu betreiben ist ein großer finanzieller und wirtschaftlicher Aufwand. Uns wird viel dabei geholfen“, bedankt sich Mörtl und freut sich schon morgen auf die ersten Schwünge bei der „Hrast“. Von dem kleinen Skigebiet profitieren zudem gleich zwei Gemeinden. Feistritz an der Gail und Hohenthurn teilen sich die „Hrast“ gleichermaßen.

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Gerhard Abuja (links) und Dieter Mörtl (rechts) freuen sich auf die Eröffnung des Skilifts „HRAST“ am Donnerstag, den 20. Dezember.

Gerhard Abuja (links) und Dieter Mörtl (rechts) freuen sich auf die Eröffnung des Skilifts „HRAST“ am Donnerstag, den 20. Dezember. - © KK

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