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Sie wurde mit einem abgelaufenen Visum aufgegriffen

Indien: 38-Jährige nach 22 Monaten aus Haft entlassen

Indien/Villach – Dieses Weihnachten dürfte für eine 38-jährige Frau und ihre Mutter ein ganz besonderes Fest werden. 22 Monate saß die 38-Jährige in Indien in Haft - wegen eines abgelaufenen Visums. Es soll sich laut Medienberichten und unseren Recherchen um eine Villacherin handeln. Nun ist sie frei und wieder in ihrer Heimat.

 3 Minuten Lesezeit (440 Wörter) | Änderung am 23.12.2018 - 14.53 Uhr

Die Leidensgeschichte von Martina K. begann im Jahr 2016. Damals – so berichtet eine indische Tageszeitung – wurde sie von der Polizei mit einem seit fünf Tagen abgelaufenen Visum aufgegriffen. Die harsche Realität: Die Frau – es soll sich laut Medienberichten und unseren Recherchen um eine Villacherin handeln – musste in ein Frauengefängnis im Süden Indiens. Dem Bericht zufolge nahm das die Frau so mit, dass sie wegen gesundheitlicher Probleme zunächst nicht in der Lage war, sich um den nötigen Rechtsbeistand zu kümmern. Dieser Umstand und diverse Sprachbarrieren verlängerten den Gefängnisaufenthalt wohl zusätzlich. Bei Visa-Verstößen drohen in Indien bis zu fünf Jahre Haft.

Am Freitag aus der Haft entlassen – wieder zurück in Kärnten

Hilfe bekam die 38-Jährige schließlich von der Österreichischen Botschaft und der NGO „Pravasi Legal Cell“. Die NGO bestätigte gegenüber 5 Minuten den Vorfall, konnte jedoch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Frau in Villach wohnt. Sie ist zumindest aus Kärnten. Am vergangenen Freitag wurde sie aus der Haft entlassen und befindet sich wieder in der Heimat. Weihnachten kann sie nun gemeinsam mit ihrer Mutter verbringen.

Mehr über Pravasi Legal Cell und ihren Einsatz in diesem Fall

Die NGO mit Sitz in Delhi gibt es seit 2009. Eine Gruppe aus u.a. Anwälten, Akademikern und Aktivisten kämpft seither um Gerechtigkeit und gegen Rechtsverletzungen in Indien – alles auf „Pro bono“-Basis. Der Fall der Österreicherin sei ein „Erwachen“ für die NGO gewesen, erklärt uns ein Sprecher. Zuvor habe man sich in erster Linie um die Belange von indischen Migranten und Reisenden gekümmert. Notlagen von Ausländern in Indien standen zunächst nicht im Fokus. Das soll sich nun ändern.

Für die Österreichische Botschaft und ihren Einsatz hat die NGO nur Lob übrig. Die Botschaft – ebenfalls mit Sitz in Delhi – bat die NGO um Hilfe. Das Gefängnis, indem die Villacherin untergebracht war, liegt tausende Kilometer von der indischen Hauptstadt entfernt. Hinzu kommt, dass in der Region eine andere Sprache gesprochen wird. Ein Teil der NGO ist dort ansässig, so konnte man helfen.

Der Konsul der österreichischen Botschaft habe die Villacherin sogar persönlich besucht, erklärt uns der NGO-Sprecher. Bei der Botschaft habe man zudem viel wert darauf gelegt, dass die Frau noch vor Weihnachten in ihre Heimat zurückkehren könne. Was zunächst „wie ein Traum klang“, konnte schließlich durch vereinte Kräfte nach zehntägiger Verhandlungsphase realisiert werden.

Durch diesen Fall sei man auch auf ähnliche Fälle aufmerkam geworden. Die NGO strebt nun eine Gesetzsänderung an.

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