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28.12.2017 - 08:53„Schipp Schapp – frisch und g´sund“
Leute - Villach & Klagenfurt
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Tag der unschuldigen Kinder:

„Frisch und g’sund, frisch und g’sund“

Villach/Klagenfurt – Oder auch „Schipp, schapp, schipp, schapp“. Es gibt etliche Variationen, die ihr heute, am Freitag, den 28. Dezember 2018, von diesem Spruch hören werden. Denn: Heute ist es wieder soweit. Der Tag der unschuldigen Kinder treibt schon seit den frühen Morgenstunden zahlreiche begeisterte kleine "Schapper" auf die Straßen.

 2 Minuten Lesezeit (342 Wörter) | Änderung am 28.12.2018 - 10:25

Kinder wünschen Gesundheit und Glück

Beim sogenannten „Schappen“ oder „Pisnen“ ziehen die Kinder in Kärnten, jedes Jahr am 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, von Haus zu Haus und wünschen den dortigen Bewohnern Gesundheit und Glück für das neue Jahr. Begleitet werden die Wünsche mit Schlägen auf die Gesäße der Erwachsenen. Die Kinder verwenden dazu eine sogenannte „Tase“, also einen Zweig vom Weihnachtsbaum oder auch Ruten. Dabei sagen sie einen kurzen Reim auf. Dieser variiert von Kind zu Kind.

Als Spruch dient zum Beispiel dieser:

„Frisch und g’sund, frisch und g’sund,
Lang leben und g’sund bleiben
und a glücklichs Neujahr!
Frisch und g’sund, frisch und g’sund
long lebm und g’sund bleibm
nix klunzn und nix klogn
bis i wieda kum schlogn!“

Der Brauch, welcher je nach Region verschieden benannt wird, fällt unter die Heischebräuche, denn trotz der körperlichen „Züchtigungstätigkeit“ wird von den Kindern erwartet, dass sie dafür Süßigkeiten bzw. Münzen erhalten. In der heutigen Zeit geben die Erwachsenen den Schappern oft einige Euromünzen und Zuckerl. 

Schöner Brauch, mit ernstem Hintergrund

Der geschichtliche Hintergrund für den Tag der unschuldigen Kinder ist eigentlich ein trauriger. An diesem Tag gedenkt man nämlich der Kindermorde in Betlehem, die auf Befehl von König Herodes durchgeführt wurden. Deswegen werden die Erwachsenen symbolisch mit den Tannenzweigen „bestraft“. Heutzutage ist der Brauch allerdings nicht mehr zur „Züchtigung“ gedacht, sondern eher zur „energetischen Reinigung“. Durch das Schappen mit der „Tase“ soll die Lebenskraft der Pflanze auf die Erwachsenen übertragen werden und ihnen Gesundheit und Glück im neuen Jahr bescheren.  

Lokale Unterschiede

Lokal unterschiedliche Regelungen kann es bei dieser gelebten Form des Brauchtums geben. So kann der Zeitraum des erlaubten „Schappens“ beschränkt sein. In einigen Regionen gilt das „Recht“ des Schappens beispielsweise nur bis Mittag. Auch das Alter der Teilnehmer kann begrenzt sein. In Feistritz an der Gail zum Beispiel gehört das Schappen zum Burschenschaftsbrauchtum.

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