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VCÖ und ÖAMTC fordern Maßnahmen

2018: Kärnten verzeichnet 30 Verkehrstote

Kärnten – 30 Menschen kamen im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Kärnten ums Leben, berichtet der VCÖ. So viele wie im Jahr 2017. Österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten von 414 auf 400 gesunken - ein historischer Tiefststand. VCÖ und ÖAMTC sprechen sich für verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren und Ablenkung aus.

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Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle war im Vorjahr in Kärnten so hoch wie im Jahr 2017. 30 Menschen kamen im Jahr ums Leben, berichtet der VCÖ. Die bisher geringste Anzahl an Todesopfern forderte der Straßenverkehr im Jahr 2014, als 26 Menschen wegen Verkehrsunfällen ihr Leben verloren. Österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten von 414 auf 400 zurückgegangen. Auf Bundesebene sind verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit nötig, betont der VCÖ. Handy am Steuer sei endlich in das Vormerksystem aufzunehmen.

Im Jahr 2018 berichteten wir u.a. von einer 38-jährigen Klagenfurterin, die nach der Kollision ihres PKW mit einem Baum verstarb, einem tödlichen Verkehrsunfall in Sachsenberg, bei dem ein Deutscher ums Leben kam und einem Motorradunfall mit tödlichem Ausgang in der Ortschaft Innere Einöde.

Jeder dritte Verkehrstote ist älter als 65

Österreichweit war jeder dritte Verkehrstote 65 Jahre oder älter. „Unser Verkehrssystem nimmt auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht. Es fehlt in den Regionen oft an Bahn- und Busverbindungen. Zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet braucht es sichere Verbindungen für Fußgänger und für den Radverkehr. Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden erhöht gerade für ältere Fußgänger die Verkehrssicherheit“, fordert VCÖ-Sprecher Christian Gratzer verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem.

Die meisten Seniorinnen und Senioren verunglückten in Österreich als Pkw-Insassen. In den ländlichen Regionen braucht es mehr Gemeindebusse als sichere Alternative zum Pkw. Damit diese Angebote finanziert werden können, soll ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen für die Einführung und den Betrieb von Gemeindebussen und Anrufsammeltaxis zweckgewidmet werden, schlägt der VCÖ vor.

Vorbild Schweiz?

Die Schweiz geht konsequenter gegen Schnellfahren vor. Es gibt beim Überschreiten von Tempolimits de facto keine Toleranz und wer 20 km/h zu schnell fährt, zahlt umgerechnet mehr als 150 Euro, das ist fünfmal so viel wie in Österreich. Auf Autobahnen gilt Tempo 120, auf vielen Freilandstraßen Tempo 80, weist der VCÖ auf Gründe für die höhere Verkehrssicherheit in der Schweiz hin. Zudem ist in der Schweiz im Ortsgebiet die Verkehrsplanung meist fußgängerfreundlich, es gibt landesweit mehrere hundert Begegnungszonen. Und die Schweiz profitiert vom dichten Bahnnetz mit seinen häufigen Verbindungen. Das Unfallrisiko mit dem Auto ist um ein Vielfaches höher als mit der Bahn, betont der VCÖ.

ÖAMTC fordert weitere Maßnahmen

Um die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern und die im Verkehrssicherheitsprogramm gesetzten Ziele zu erreichen, braucht es neue Impulse und gezielte Maßnahmen, findet der ÖAMTC. „Die häufigsten Unfallursachen sind Unachtsamkeit und Ablenkung. Und genau hier könnten elektronische Fahrerassistenzsysteme wie Notbremssysteme, Spurhalteassistenten, Abstandsregelung oder Müdigkeitswarner viel bewirken“, so ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. Um die Zahl der Getöteten und der Schwerverletzten weiter zu reduzieren, müsse außerdem der Fokus verstärkt auf ungeschützte Verkehrsteilnehmer gelegt werden. Ein großes Potenzial liegt hier bei automatischen Notbremssystemen mit Fußgänger- und Radfahrererkennung.

Überblick Verkehrstote in den vergangenen Jahren in Kärnten

Jahr 2018: 30 Verkehrstote (vorläufige Daten BMI)
Jahr 2017: 30 Verkehrstote
Jahr 2016: 33 Verkehrstote
Jahr 2015: 40 Verkehrstote

Jahr 2014: 26 Verkehrstote (bisher niedrigste Anzahl)
Jahr 2013: 41 Verkehrstote
Jahr 2012: 46 Verkehrstote

Jahr 2011: 32 Verkehrstote
Jahr 2010: 42 Verkehrstote
Jahr 2009: 40 Verkehrstote

Jahr 2008: 56 Verkehrstote
Jahr 2007: 58 Verkehrstote
Jahr 2006: 67 Verkehrstote

Jahr 2005: 45 Verkehrstote
Jahr 2004: 65 Verkehrstote
Jahr 2003: 59 Verkehrstote

Jahr 2002: 83 Verkehrstote
Jahr 2001: 62 Verkehrstote
Jahr 2000: 69 Verkehrstote
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2019

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