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© Stadt Villach

GTI-Wintertreffen

„Low at (no) Snow“ startet am Donnerstag

Dobratsch – Man solle die Veranstaltung lieber "Low at no Snow" nennen, witzelt man auf Facebook bereits. Gemeint ist das GTI-Wintertreffen, das unter dem Namen "Low at Snow" beworben wird. Mit dem Schnee wird es aber wohl nichts. In den vergangenen Wochen sorgte das geplante Treffen für viel Wirbel - morgen soll es losgehen. Die Stadt Villach sperrte bereits die Parkplätze am Dobratsch. Auch der Organisator meldet sich zu Wort.

 5 Minuten Lesezeit (685 Wörter) | Änderung am 03.01.2019 - 12:16

Liest man sich derzeit durch die vielen Beiträge auf Facebook und Instantmessengern zum geplanten GTI-Wintertreffen, wird eines deutlich: Die GTI-Fans, die bereits vor Ort sind oder sich gerade auf den Weg machen, befürchten geringe Teilnehmerzahlen. Ausbleiben wird aber wohl vor allem der Schnee, das Wetter macht zumindest dem Veranstaltungsnamen „Low at Snow“ einen Strich durch die Rechnung. Schöne Bilder der Boliden in Schneelandschaften wird es mutmaßlich nicht geben – zumindest nicht am Dobratsch und Umgebung.

Sperre der Parkplätze am Dobratsch

Das hat aber noch einen weiteren Grund: Die Stadt Villach ließ die Parkplätze am Dobratsch sperren, Security-Kräfte bewachen zudem die Villacher Alpenstraße. Damit macht die Stadt eine Überlegung wahr, die in den vergangenen Wochen öfter diskutiert wurde. So will man dem Naturschutz gerecht werden. Ob das Treffen zahlreich besucht wird, stellt sich wohl frühestens am Donnerstag raus. Dann startet das GTI-Wintertreffen, es soll bis 6. Januar dauern. 1.880 Personen haben bis dato der Facebook-Veranstaltung zugesagt, über 10.000 sind interessiert. Der Organisator des Treffens schätzt die Teilnehmerzahl auf etwa 5.000, die meisten kämen aber wahrscheinlich erst am Freitag oder Samstag. Es sei aber schwer zu schätzen.

Der Organisator äußert sich auf Nachfrage von 5 Minuten auch zur Sperre. Er könne es „natürlich nachvollziehen“. Aber weiter: „Wenn die Stadt Villach die Besucher nicht haben will, dann können sie es auch machen. Natürlich ist das Naturschutzgebiet. Es steht jedem frei, sich dort aufzuhalten, wo man will als Tourist. Die Leute wollen schöne Fotos von den Autos machen als Erinnerung. Wenn der Dobratsch gesperrt ist, fahren sie auf den Pyramidenkogel oder andere abgelegene Orte um das zu machen.“

Organisator: Wir sind keine Verbrecher

In der Diskussion mit dem Organisator und Teilnehmern der Veranstaltung „Low at Snow“ wird deutlich, dass man der bisherigen Berichterstattung über GTI-Treffen nicht viel abgewinnen kann. Man wünscht sich demgegenüber insgesamt eine positivere Haltung.

Man habe in erster Linie Freude am Auto, Ärger mit der Polizei wolle man auf keinen Fall, erklärt zum Beispiel der Organisator von „Low at Snow“ und Admin der Facebook-Seite „Vor dem See 2019“. „Wir nehmen keine Drogen, noch sind wir Verbrecher. Uns kommt es aber vor, dass es in der Öffentlichkeit Hass gegen uns gibt. Wir bringen Geld ins Land und schauen, dass viele Leute Spaß haben“, heißt es weiter. Dieses Statement findet in der Gruppe eines Instantmessengers viel positive Resonanz. Das Treffen sei ein „Erlebnis für große und kleine Autoenthusiasten“, findet ein Teilnehmer. Auch langjährige Fans sind dabei, die seit über 30 Jahren „zum See“ fahren – mittlerweile auch mit den eigenen Kindern. Ein anderer schreibt: „Jeder zweite ist dein bester Freund, man wird sofort angenommen und hat riesig Spaß und das gepaart mit so einer unglaublich schönen Landschaft.“

Kritische Stimmen gibt es auch innerhalb der Community

Dennoch gibt es auch kritische Stimmen innerhalb der Community. Ein Teilnehmer, der bereits im siebten Jahr mit dabei ist, erklärt uns: „Ich kann leider nur sagen, dass ich nur mit ansehen kann, wie alle das Treffen selbst zerstören. Bin selbst ein Tuner-Fan – also vom Tief-Fahren – aber nur solange man keinen gefährdet! Die Ballerei gehört nicht auf den See und erst recht nicht auf die Straße!“ Im Dezember kam es zum Abbrennen einer Feuerwerksbatterie, wenn auch nicht von GTI-Fans. Wir berichteten.

Dass die Polizei eingreift, könne er verstehen. Auch für die Anrainer zeigt er Verständnis. „Ja klar ist es super für die Wirtschaft“, aber alles hätte eben auch seine Grenzen. Für Alkoholeskapaden am GTI-Treffen hat er kein Verständnis. „Die haben dort nichts verloren.“ Ein Gegner des Treffens sei er natürlich nicht, „aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch ich nicht mehr hinfahren werde.“ Viele seiner Freunde hätten diese Entscheidung bereits vor Jahren getroffen.

Fluch oder Segen?

Die Antwort auf diese Frage liegt wohl wie so oft irgendwo dazwischen. Fakt ist: Bei jedem GTI-Treffen gibt es positive und negative Vorkommnisse. Nur eines wollen wohl alle: eine unfallfreie Veranstaltung. Und dafür drücken wir die Daumen 😉

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