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Betrieb soll fortgeführt werden

Zoppoth-Insolvenz: Verfahren eröffnet

Gailtal/Klagenfurt/Villach – Dass der Traditionsbetrieb Zoppoth Haustechnik aus dem Gailtal mit Niederlassungen in Klagenfurt, Villach und Wien in die Insolvenz schlitterte, wurde bereits Mitte Dezember bekannt. Heute wurde schließlich das bislang noch ausstehende Insolvenzverfahren am Landesgericht Klagenfurt eröffnet.

 3 Minuten Lesezeit (471 Wörter) | Änderung am 03.01.2019 - 12.01 Uhr

Sowohl der AKV Europa als auch der KSV1870 berichten am Donnerstag von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 1958 vom zwischenzeitig verstorbenen Alois Zoppoth sen. als „Ein-Mann-Installationsbetrieb“ gegründet. Im Laufe der Jahre ist es zu einer sukzessiven Erweiterung der Tätigkeitsbereiche sowie der Geschäftsfelder der Gesellschaft gekommen. Derzeit erstrecken sich die Geschäftsbereiche des Traditionsbetriebes auf Installationstätigkeiten, aber auch auf Haustechnik, Fassadenbau, Spenglerei sowie Service und Wartung. Es herrscht derzeit eine sehr gute Auslastung.

300 Gläubiger und 165 Dienstnehmer betroffen

Von der Insolvenz sind rund 300 Gläubiger betroffen, die überwiegend auf Bankverbindlichkeiten in der Höhe von 3,6 Mio Euro, Lieferantenverbindlichkeiten von 3,7 Mio. Euro und Forderungen der Dienstnehmer von rund 2,57 Mio. Euro fallen. Die Passiva belaufen sich damit auf insgesamt rund 10 Millionen Euro. Aktiva werden in der Höhe von 3,8 Mio. Euro angeführt, sodass die Überschuldung derzeit mit rund 6,2 Mio. Euro anzuführen ist. Im Zerschlagungsfall werden die Aktiva geringer zu bewerten sein. Im Betrieb sind derzeit 165 Dienstnehmer beschäftigt. Da Löhne und Gehälter nicht gezahlt werden konnten, bot die AK Kärnten im Dezember eine Soforthilfe an – wir berichteten.

Insolvenzursachen

Die Insolvenzursache stellen sich laut Schuldnerangaben wie folgt dar:

Schuldnerangaben zur Insolvenz

Aufgrund der ungünstigen – dies auch konjunkturbedingt – Auftragslage hat man vermehrt Großaufträge in Wien angenommen, welche teilweise einen Leistungszeitraum von 2 bis 3 Jahren in Anspruch genommen haben. Insbesondere bei 6 Bauvorhaben ist es zu hohen Verlusten aufgrund von Kalkulationsfehlern, nicht verrechenbarer Mehraufwendungen sowie notwendiger Mängelbehebungen gekommen.

Auch sind erhöhte Personalkosten aufgrund der zu bezahlenden Wegzeiten und Entfernungszulagen angefallen. Diese Mehrkosten konnten insbesondere betreffend der in Wien anhängigen Projekte nicht mehr einkalkuliert bzw. nachverrechnet werden.

Ein wesentlicher Umsatzrückgang hat sich auch aus der Service- und Wartungsabteilung in Kärnten aufgrund des Ausscheidens des zuständigen Bereichsleiters ergeben, welcher Servicemonteure und Kunden von der Schuldnerin übernommen hat, wodurch dieser Geschäftsbereich wesentliche Umsatzeinbußen erfahren hat.

Darüber hinaus musste man in den vergangenen Jahren hohe Forderungsausfälle verkraften, welche ebenso mitursächlich für den nunmehrigen Vermögensverfall waren.

Fortführung des Betriebs geplant

Die Schuldnerin plant die Fortführung des Betriebes sowie den Abschluss eines Sanierungsplanes. Dieser sieht eine Gesamtquote von 20 Prozent, zahlbar in zwei Raten in zwei Jahren vor. Die Schuldnerin hat  Vorsorge getroffen, um ihre Betriebsleistung zu verbessern. Wie dem KSV1870 bekannt ist, wurde betriebsintern die Kalkulationsabteilung verbessert und das Controllingsystem neu aufgebaut. Die Schuldnerin konzentriert sich auf Aufträge von ausgesuchten Generalunternehmen bzw. Wohnbaugesellschaften. Die hohen Personalkosten für Wegzeiten und Entfernungszulagen wurden dadurch reduziert, indem Dienstnehmer direkt vor Ort (vorwiegend in Wien) angestellt wurden bzw. haben diese Mehrkosten nunmehr in der Kalkulation der Aufträge Niederschlag gefunden.

Gläubigerforderungen können sowohl beim KSV1870 als auch beim AKV Europa bis zum 5. Feber 2019 (gerichtliche Anmeldefrist) angemeldet werden.

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