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Immer vier Kinder (die Heiligen Drei Könige und der Sternträger) gehen von Haus zu Haus. Hier in Nötsch.
Immer vier Kinder (die Heiligen Drei Könige und der Sternträger) gehen von Haus zu Haus. Hier in Nötsch. © 5min.at

Brauchtum Sternsinger

Grüß Gott ihr Leut‘ von fern und nah

Kärnten – Von den einstigen Bräuchen um das Dreikönigsfest sind nur noch wenige übrig. Noch bis morgen ziehen wieder die Sternsinger von Haus zu Haus, um Spenden zu sammeln. In Kärnten kamen 2018 so rund 1,5 Millionen Euro zusammen.

 10 Minuten Lesezeit (1215 Wörter) | Änderung am 05.01.2019 - 15.52 Uhr

Sternsingen verknüpft lebendiges Brauchtum mit Engagement für eine Welt, in der ein Leben in Würde für alle Menschen möglich sein soll. Die von Kindern getragene Sternsingeraktion ist das Fundament des internationalen Hilfswerks der Katholischen Jungschar, der Dreikönigsaktion. In über 500 Hilfsprojekten unterstützen Sternsingerspenden Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Ziel jeder einzelnen Initiative ist es, Leben zum Besseren zu wenden.

Die Dreikönigsaktion führt selbst keine Hilfsprojekte durch, sondern unterstützt nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ Initiativen, die von Organisationen vor Ort konzipiert und durchgeführt werden.

7.000 ehrenamtliche Sternsinger in Kärnten unterwegs

In Kärnten gehen vom 27. Dezember bis 6. Jänner rund 7.000 Sternsinger von Tür zu Tür, um Spenden zu sammeln. Hier ist es aber auch üblich, den Kindern Schokolade und ein paar Euro zuzustecken. Die Kinder teilen zudem Flugblätter und Weihrauch aus. 2018 sammelten die Sternsinger in Kärnten 1,5 Mio. Euro, in ganz Österreich kamen knapp 17,5 Mio. Euro zusammen.

Zahlen & Daten

  • Zwei Drittel der Sternsinger/innen sind Mädchen.
  • In 19 Entwicklungsländern kommen Sternsingerspenden zum Einsatz.
  • Über 200 Euro ersingt jedes Sternsingerkind bei seinem Einsatz für eine gerechte Welt.
  • Rund 500 Hilfsprojekte können pro Jahr finanziert werden.
  • In nahezu 3.000 österreichischen Pfarren sind Sternsingerinnen und Sternsinger unterwegs.
  • 30.000 Jugendliche und Erwachsene unterstützen die Sternsinger/innen nach Leibeskräften.
  • 85.000 Sternsingerinnen und Sternsinger sind österreichweit unterwegs.
  • Rund 500.000 Sternsinger/innen sind es in ganz Europa.
  • Geschätzte 420.000 km legen die Sternsinger/innen gemeinsam zurück und umrunden damit zehn Mal die Erde.
  • An die 4.000.000 Kinder und Jugendliche haben in Österreich seit 1954 beim Sternsingen die ersten Erfahrungen mit ehrenamtlichem Engagement gesammelt.
  • Seit 1954 konnten die Sternsinger/innen über 425 Millionen Euro ersingen!
  • Im Vorjahr wurden rund 17,5 Millionen Euro gespendet – jeder einzelne Cent ist Baustein einer gerechteren Welt.

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In der Diözese Klagenfurt wurden bis zum vergangenes Jahr rund 1,5 Mio. Euro gesammelt.

In der Diözese Klagenfurt wurden bis zum vergangenes Jahr rund 1,5 Mio. Euro gesammelt. - © KK

Mit einem Spruch von Tür zu Tür

Die Sternsinger ziehen nicht nur von Haus zu Haus, sie sagen natürlich auch die vorher fleißig einstudierten Sprüche vor.

Grüß Gott ihr Leut...

Spruch: 

Stern: Grüß Gott ihr Leut‘ von fern und nah, die Sternsinger sind wieder da. Sie treten ein bei Arm und Reich, denn vor dem Herrn sind alle gleich.

Kaspar: Zu Frieden mahnt in diesem Jahr die Heilige Drei Königs Schar. Denn Angst und Schrecken, Not und Krieg erringt nie überall den Sieg.

Melchior: Wir wollen keine Welt in Scherben. Wir wollen für den Frieden werben. Friede beginnt bei dir und mir, beginnt bei jeder Wohnungstür.

Balthasar: Ich bin der König Balthasar. Viele Opfer bringen wir für wahr. Kälte, Schnee und Wind, unsre treuen Begleiter sind. Doch liebe Leut‘ vergesst es nicht. Ohne Opfer geht es nicht.

Lied (alle):

Es ziehn‘ aus weiter Ferne drei Könige einher. Sie kamen von drei Bergen und fuhren übers Meer. Ein Kind liegt in der Krippe so wunderlieb und klein. Das schönste Kind auf Erden. Im goldnen Himmelsschein.

Spruch (alle):

Wer Frieden hält im eigenen Haus, trägt Frieden in die Welt hinaus. Es dankt euch die Drei Königs Schar und wünscht ein gutes, neues Jahr.

Papst Franziskus: „Diese Botschaft öffnet das Herz für den Nächsten“

„Die Sternsinger gehen von Haus zu Haus und trotzen dabei jeglicher Kälte. Sie gehen von Tür zu Tür und wissen nicht, wie sie aufgenommen werden, wollen aber trotzdem den Menschen die Frohe Botschaft bringen: Jesus ist in eine Welt voller Kälte und Dunkelheit gekommen und hat uns seinen Frieden geschenkt. Diese Botschaft öffnet das Herz für den Nächsten. Die Kinder werden zu Anwälten und Anwältinnen der Armen und Notleidenden in Afrika, Asien und Lateinamerika und bitten um finanzielle Hilfe, um das Leid dieser Menschen zu lindern. Wie viel Gutes, wie viel Trost und Hoffnung konnten durch den Dienst der jungen Menschen bereits geleistet werden. Wie bereitwillig haben die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes Großherzigkeit gezeigt, sodass heute die Sternsingeraktion die größte Hilfsaktion Österreichs ist. So werden diese Tage der Verkündigung der Weihnachtsbotschaft stets zum Segen für viele Menschen“, so Papst Franziskus.

Fragen & Antworten zum Brauchtum

In der Bibel steht nichts darüber, dass Könige Jesus besucht haben. Stattdessen ist von Magiern und Sterndeutern die Rede. Was waren das für Männer?

Sterndeuter gab es schon vor drei- bis viertausend Jahren. Es waren sehr gelehrte und weise Männer, die den Lauf der Sterne erforschten und deuteten. In Persien wurden sie auch Magier genannt. An den Königshöfen übten sie damals großen Einfluss auf die Entscheidungen und Urteile der Herrscher aus. Sie waren nämlich in der Lage, den Stand der Sterne, aber auch Sonnen- und Mondfinsternisse mit großer Genauigkeit vorauszusagen. Zugleich wussten sie den Stand der Gestirne als Vorzeichen für das künftige Geschick der Menschen zu deuten. So trauten ihnen viele Menschen damals besondere und wunderbare Kräfte zu. Sie waren aber keine Zauberer, sondern Gelehrte.

Woher kamen die Sterndeuter/Magier?

Im Matthäus-Evangelium heißt es: „Sie kamen aus dem Morgenland.“ Damit könnte Babylonien/Mesopotamien gemeint sein. Vieles spricht für einen Ort im heutigen Irak oder anderswo am persischen Golf: In einer alten Keilschrift von dort heißt es: „… dann wird ein großer König im Westland aufstehen, dann wird Gerechtigkeit, Friede und Freude in allen Ländern herrschen und alle Völker beglücken.“ Unter „Westland“ verstanden die Babylonier damals Palästina.

Was war der Stern von Bethlehem?

Der Stern von Bethlehem könnte einer Theorie von Johannes Kepler zufolge eine spezielle Konstellation von Jupiter und Saturn gewesen sein: Die Laufbahnen dieser zwei Planeten waren so nahe aneinander, dass sie den Eindruck eines einzelnen, besonders strahlenden Sternes ergaben.

Warum schreiben die Sternsinger/innen 20 – C + M + B – 19 an die Tür?

C+M+B (das dritte + steht über dem M) und das aktuelle Jahr schreiben die Sternsinger/innen mit geweihter Kreide an die Tür. Es bedeutet „Christus mansionem benedicat“, übersetzt „Christus segne dieses Haus“, und soll Frieden und Segen für das kommende Jahr bringen. Daneben gibt es einige andere Interpretationen des CMB, wie z. B. „Caspar, Melchior und Balthasar“. Die drei Kreuze stehen für die Dreifaltigkeit. Früher galt der Dreikönigssegen als Schutz gegen „Zauberey“, geweihtes Dreikönigswasser wurde gegen Krankheiten verabreicht und auf die Felder gesprüht. Es hieß, dass jene Felder, über die die Sternsinger/innen gehen, doppelte Ernte bringen.

Mittlerweile gibt es Aufkleber anstelle von Kreide.

Was bedeuten ihre Namen?

In der Bibel werden die Namen nicht genannt. Sie tauchen erst im 6. Jahrhundert auf: Melichior, Bithisarea und Gathaspa. Es dauerte 300 Jahre, bis daraus die heute bekannten Namen Caspar, Melchior, Balthasar wurden. Caspar bedeutet Schatzmeister (persisch). Er soll Weihrauch zur Krippe gebracht haben. Melchior heißt König des Lichtes (hebräisch). Er trug das Gold zur Krippe. Balthasar bedeutet in der aramäischen Sprache: Beschütze sein Leben. Er brachte die Myrrhe.

Mehr dazu unter sternsinger.at

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