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Interview mit Kinderchirurg Prim. Dr. Günter Fasching

Achtung, Fremdkörper!

Klagenfurt – Im Klinikum Klagenfurt findet sich im Vorraum der Ambulanz ein "Kunstwerk", welches unser Interesse geweckt hat. Darauf zu sehen: geborgene Fremdkörper. Um mehr darüber zu erfahren haben wir mit Prim. Dr. Günter Fasching, Leiter der Kinder- und Jugendchirurgie am Klinikum Klagenfurt, darüber gesprochen und zudem wichtige Tipps und spannende Informationen erhalten!

 4 Minuten Lesezeit (553 Wörter)

Röntgenbilder bringen Mediziner in Klagenfurt immer wieder zum Staunen: in der Speise-, Luftröhre, Darm und Lunge werden immer wieder verschiedenste Gegenstände entdeckt. Von Schrauben über Münzen bis hin zu Löffeln, alles ist dabei. Genau diese geborgenen Fremdkörper haben Ärzte vor Jahren gesammelt und ein „Kunstwerk“ daraus gemacht, welches seit geraumer Zeit im Klinikum Klagenfurt zu bestaunen ist. Ein Kunstwerk, über dessen Entstehung man heute gar nicht mehr so Genaues sagen kann. Im Interview erzählt uns Dr. Fasching, dass es bereits länger im Klinikum hängt, als er dort tätig ist, also über 20 Jahre.

Besonders gefährlich: Kanten & Spitzen

Problematisch sind vor allem Gegenstände mit scharfen Kanten und Spitzen wie Nägel oder Nadeln, diese können den Darm beschädigen. Vor dem Röntgen wird dann dem Patienten ein Kontrastmittel gegeben und geschaut, ob es aus dem Darm austritt. Schrauben oder Nägel werden oft aus Versehen verschluckt, weil sie zwischen den Lippen gehalten werden, wenn gerade keine Hand frei ist, das sollte aber unbedingt vermieden werden. Interessant ist, dass der Darm spitze Dinge wenn möglich so dreht, dass die stumpfe Seite nach unten zeigt. So können verschluckte Gegenstände oft auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden werden und es treten seltener Schäden auf.

Lungenentzündung durch eingeatmete Bohnen

Immer wieder kommen auch Patienten mit einer Lungenentzündung ins Klinikum. In solchen Fällen wird ein Lungenröntgen angeordnet, um die Ursache festzustellen. Nicht selten stellt sich heraus, dass eine eingeatmete Bohne, eine Erbse oder Reiskörner der Auslöser für die Entzündung sind. Diese sind in der Lunge stecken geblieben und aufgequollen, was zu Beschwerden führen kann. Mediziner appellieren daher an Menschen mit Schluckproblemen, unbedingt ein spezielles Training zu betreiben. Es sind vor allem ältere Menschen, die an einer Demenz leiden oder massive Schluckprobleme haben.

Kinder sind am häufigsten betroffen

Pro Jahr kommen etwa 12 bis 15 Kinder ins Klinikum, die gefährliche Gegenstände eingeatmet haben. Beinahe doppelt so viele, jährlich bis zu 30 junge Menschen, kommen auf Grund von Beschwerden, nachdem unabsichtlich verschiedenste Dinge verschluckt wurden. Die Gruppe der Ein- bis Dreijährigen ist hier besonders gefährdet, aber es kommen auch immer wieder Eltern mit Kindern von fünf bis sieben Jahren ins Klinikum. „Erst vor Kurzem hatten wir auch ein paar ältere Kinder hier, die Ohrringe, Schrauben oder auch Schlüssel verschluckt hatten“, erzählt uns Dr. Fasching in einem Interview im Jänner. Vor dem Monat Dezember „fürchten“ sich die Chirurgen alle Jahre wieder, da in der vorweihnachtliche Zeit besonders viele Fälle – vor allem wegen eingeatmeter Erdnüsse – eingeliefert werden. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren verlief der letzte Monat 2018 aber verhältnismäßig sehr ruhig.

Zu beachten

Als Faustregel gilt: Kinder unter drei Jahren sollten nie Gegenstände in die Hand bekommen, die kleiner sind als ein Tischtennisball. Passt etwas noch durch eine Klopapierrolle, ist es zu klein!

Sollte es dennoch dazu kommen und ein Kleinkind verschluckt sich, beginnt zu husten und läuft blau an, dann sofort ab ins Klinikum! Wenn Atemnot entsteht, muss unbedingt so schnell wie möglich erste Hilfe geleistet werden. Wichtig ist, in solchen Stresssituationen so gut wie möglich Ruhe zu bewahren!

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