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Wirtschaft - Klagenfurt
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AUA will Flugzeuge und Personal abziehen

Flughafen Klagenfurt: Anfang vom Ende?

Klagenfurt – Wie geht es weiter mit dem Flughafen Klagenfurt? Nach der Teilprivatisierung häufen sich die Fragen. Antworten gab es kaum - oder keine. Parteien laufen mittlerweile Sturm. Eine Anfrage von 5 Minuten beim Flughafen Klagenfurt blieb unbeantwortet. Seit heute steht fest: Austrian Airlines plant den Abzug von Flugzeugen samt Personal.

 5 Minuten Lesezeit (706 Wörter) | Änderung am 17.01.2019 - 15.00 Uhr

Vergangenes Jahr wurde bekannt, dass die Lilihill GmbH unter Investor Franz Orasch 74,9 Prozent des Klagenfurter Flughafens übernehmen wird. Die restlichen Anteile blieben beim Land Kärnten – eine Teilprivatisierung inklusive Sperrminorität. Seitdem häufen sich die Fragen diverser Parteien, oftmals wurde von „Intransparenz“ gesprochen. Man kritisiert, dass die weiteren Pläne des neuen Flughafenbetreibers nicht offengelegt werden. Das führt zu Spekulationen – u.a. ob die Messe an den Standort Flughafen verlegt werden könnte. Ein Anfang vom Ende?

Wie entwickelt sich der Flugplan?

Vor allem in den letzten Tagen meldeten sich verschiedene Parteien zu Wort, mit Kritik wurde auch diesmal nicht gespart. Infrastruktur zu privatisieren, erweise sich in den meisten Fällen als Fehler, war zum Beispiel von den Grünen zu lesen. Hier in Person von der Klagenfurter Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann. Sie kritisierte ebenso eine „Verringerung des Flugangebots“. Selbiges liest man auch von der FPÖ. „Nach den bekanntgewordenen Flugplanstreichungen fordere ich volle Transparenz am Flughafen“, sagte FPÖ-Gemeinderat Dr. Andreas Skorianz. Auch Landeshauptmann Peter Kaiser äußerte sich am Dienstag: „Was am Flugplan steht, sollte auch eingehalten werden.“

Welche Verbindungen im Flugplan 2019 gestrichen wurden und wie die weiteren Pläne für die Entwicklung des Flughafens aussehen? Dies ließ man auf Anfrage von 5 Minuten an den Flughafen unbeantwortet.

Austrian Airlines plant Abzug von Flugzeugen und Personal

Ganz zufällig waren diese politischen Aussendungen der letzten Tage vermutlich nicht. Schon bei der Sitzung der Kärntner Landesregierung am Dienstag waren die weiteren Pläne der Austrian Airlines (AUA) Thema – u.a auch die Pläne für den Standort Klagenfurt. „Kaiser und Gruber berichteten beide, dass die Kärntner Landesregierung die Vorstände der Fluggesellschaft AUA zu Gesprächen einlade und strichen die Wichtigkeit des Flughafens Klagenfurt für den Standort Kärnten hervor“, hieß es in einer Aussendung des Landes vor zwei Tagen. Man ahnte Übles.

Heute präsentierte die Austrian Airlines schließlich ihre Pläne. „In einem ersten Schritt“ sollen Flugzeuge samt Personal abgezogen werden, heißt es kurz darauf in einer Aussendung des Landes. „Das kommt einem Wegfall an Arbeitsplätzen und einem schweren Schlag gegen die betroffenen Standort-Bundesländer gleich“, klagte Kaiser. Neben Klagenfurt sollen auch die AUA-Standorte Salzburg, Linz, Innsbruck, Graz sowie Altenrhein (D) betroffen sein. Doch die Ausmaße könnten noch deutlich schlimmer werden. „Experten zufolge sollen wohl sämtliche Inlandsflüge der AUA gestrichen und damit die Regionalflughäfen scheibchenweise von der Bundeshauptstadt abgekoppelt werden“, so Kaiser. Der Landeshauptmann schlägt Alarm und fordert die Einberufung eines Gipfels und die Unterstützung der Bundesregierung.

Die Klagenfurter Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz kündigte noch für den heutigen Nachmittag ein Treffen mit Flughafen-Investor Franz Peter Orasch an. Sie kritisiere das Vorhaben „scharf“. Der Flughafen sei unverzichtbar.

Weitere Reaktionen aus der Politik

Nach Bekanntwerden der AUA-Pläne dauerte es natürlich nicht lange, bis sich weitere Parteien zu Wort meldeten. Den Abzug der AUA-Basis vom Klagenfurter Flughafen bezeichnet ÖVP-Clubobmann Markus Malle als „Anschlag auf den Wirtschaftsstandort Kärnten“. Intakte und verlässliche Fluganbindungen seien „lebensnotwendig“. Deshalb mahnt er alle Anstrengungen ein, um den zumindest verlässlichen Linienflug nach Wien abzusichern. „Das muss oberste Priorität für das Land haben“, so Malle. Den AUA-Stützpunkt und seine 30 Mitarbeiter aus Klagenfurt abzuziehen, sei zudem nicht die erste Ausdünnung der letzten Zeit. „Vor Weihnachten hat die AUA Flüge nach Wien aus dem Plan gestrichen“, sagt der ÖVP-Clubobmann.

Auch Gerhard Köfer von Team Kärnten nennt den AUA-Abzug „dramatisch und als Existenzbedrohung für den Flughafen sowie den Wirtschaftsstandort in seiner Gesamtheit.“ Laut Köfer drehe sich durch die heute präsentierten Pläne der AUA die Abwärtsspirale, in der sich der Flughafen befindet, schneller und schneller.

Stellungnahme Austrian Airlines

AUA will eigenen Angaben zufolge „den dezentralen Österreich-Deutschland Verkehr im Lufthansa Konzern neu organisieren“. Unter „dezentralem Verkehr“ versteht die Fluggesellschaft alle Flüge, die nicht vom Flughafen Wien starten. Im Zusammenhang damit wird AUA die in Altenrhein, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz oder Salzburg bestehenden dezentralen Crew-Basen nach Wien verlegen. Die gut 200 MitarbeiterInnen erhalten das Angebot, nach Wien zu kommen.

Die Entscheidung ist Teil des 10-Punkte-Programms, das AUA heute vorgestellt hat. Damit soll u.a. der Standort Wien gestärkt werden.

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