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Politik - Klagenfurt
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Die Meinungen gehen immer noch weit auseinander

Kunst statt Tore: Chance oder Gefahr?

Klagenfurt – Am 10. Januar startete die Errichtung einer Ersatzspielstätte des Zweitligisten Austria Klagenfurt. Dieser absolviert seine Spiele eigentlich im Wörthersee Stadion, muss aber wegen des umstrittenen Kunstprojekts "Wald im Stadion" im Herbst 2019 kurzzeitig umziehen. Noch immer wird über Sinn und Unsinn diskutiert.

 4 Minuten Lesezeit (496 Wörter) | Änderung am 22.01.2019 - 17.01 Uhr

Rund 200 Bäume sollen für das Kunstprojekt „For Forest“ mitten im Wörthersee Stadion gepflanzt werden. Das Motto: Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur. Ungebrochen war auch die Kritik, die seit Bekanntwerden der Pläne geäußert wurde. Vor allem der unvermeidbare Umzug der Austria Klagenfurt sorgte für Unmut. Das Projekt wird dennoch realisiert: Von 8. September bis 31. Oktober wird man sich selbst ein Bild machen können. Der Eintritt ist frei. Nach dem Projekt sollen die Bäume in der Nähe des Stadions eingepflanzt werden.

Am 10. Januar starteten deshalb auch die Arbeiten für das „Ausweichstadion“ der Austria. Unweit des Wörthersee Stadions wird bzw. wurde ein Trainingsplatz umgestaltet. Tribünen wurden aufgestellt, neue Umzäunungen und neues Leuchtmittel für die Scheinwerfer gab es.

„Wie weit kann und ‚muss‘ die Kunst gehen?“

Diese Frage warfen heute die Klagenfurter Grünen in den Raum. Für Gemeinderat Elias Molitschnig zählt vor allem die Vision hinter dem Projekt: „Sie stellt nämlich einen Versuch dar, dem Wald bzw. den Bäumen und somit dem Natur- und Landschaftsraum Wertschätzung entgegenzubringen. Sonst gestatten wir doch nur dem Sport und der Spaßkultur ein Stadion zu füllen.“

Beim bloßen Kunstprojekt soll es aber nicht bleiben. Die Grünen sehen vielmehr eine Möglichkeit, mit einem langfristigen Nachnutzungskonzept den Landschaftsraum außerhalb des Stadions auch darüber hinaus positiv zu gestalten. „Aus meiner Sicht sollen die Bäume für die Errichtung eines öffentlichen Parkraumes herangezogen werden. (…) Der Grünraum könnte in Form eines Parks nördlich vom Illyrerweg geschaffen werden und den Menschen einen nachhaltigen Mehrwert für ihr Wohnumfeld ermöglichen“, so Molitschnig.

Debatte über Steuergeld

Der Kärntner FPÖ-Landesparteichef Gernot Darmann bescheinigte dem Projekt noch im Januar ein „erhebliches Steuergeld-Vergeudungspotential“. Darmann: „Die Stadt hat offenzulegen, welche finanziellen Risken und versteckte Kostenfallen beim Projekt Wald im Stadion noch bestehen.“

„Für das Projekt wird kein Steuergeld verwendet werden“, erklärte Künstler Klaus Littmann bei der Vorstellung seiner Ideen. Das Geld zur Umsetzung des Projektes will er selbst sammeln. Eine Anfrage über die Höhe der Kosten und wie viel davon bereits finanziert wurde, blieb unbeantwortet. Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz sieht das Projekt als „große Chance für Klagenfurt sich einmal anders zu präsentieren.“

(Un)Sinn?

Die Frage über Sinn und Unsinn von Kunst ist vermutlich so alt wie die Kunst selbst. Lässt sich also unsere Eingangsfrage „Kunst statt Tore: Chance oder Gefahr?“ eindeutig beantworten? Kaum. Sowohl Fußball als auch Kunst im öffentlichen Raum ist emotional – so muss es auch sein. Es liegt gerade in der Natur der Sache, dass jede Neuigkeit sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Es liegt an uns, die Chancen den Risiken überwiegen zu lassen.

Eine Fortentwicklung des Projekts auf unser aller Lebensraum – wie es die Grünen heute vorgeschlagen haben – ist dafür sicher nicht der schlechteste Ansatz.

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