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Politik - Villach
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Wie geht es weiter?

Aus für Villacher Sonderschule befürchtet

Villach – Die Diskussion um Sonderschulen hält an - und findet nun auch ihren Einzug in Villach. Über die Zukunft der Einrichtungen gibt und gab es auf Bundesebene fortwährend unterschiedliche Ansichten. Die einen wollen ein Aus, die anderen eine Fortführung. In der Draustadt fordern nun die FPÖ-Gemeinderätin Elisabeth Dieringer-Granza und ÖVP-Stadtrat Christian Pober gemeinsam den "Erhalt der Sonderschule". Beide fürchten ein Ende der Einrichtung.

 3 Minuten Lesezeit (478 Wörter) | Änderung am 30.01.2019 - 19.02 Uhr

Konkret geht es um die Sonderschule für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf (SeF) in der Trattengasse. „Will man eine Schule untergehen sehen, so sollte man nach Villach an die Sonderschule schauen“, finden die FPÖ-Gemeinderätin und der ÖVP-Stadtrat in einer heutigen gemeinsamen Presseaussendung. Das Ende der Schule wird befürchtet. Schon mehrmals habe man versucht, „die Sonderschule zu retten“, von der SPÖ zeigt man sich in diesen Bestrebungen enttäuscht. Anträge, die man im Gemeinderat eingebracht habe, hätte diese abgelehnt.

Problem „Inklusive Modellregion“

Was die Diskussion um Sonderschulen nicht einfacher macht: Kärnten ist Teil der sogenannten „Inklusiven Modellregion“. Deren Evaluierung steht noch aus (voraussichtlich 2020). Wie es dann weitergeht ist unklar, bestätigt uns auch die Direktorin der SeF, Orsola Caldera. Fest steht: Seit dem Schuljahr 2018/19 hat die SeF keine Zugänge an Schülern bekommen. Kinder mit (Lern)Behinderungen werden zuerst anderen Schulen (z.B. mit Inklusions- oder Kleinklassen) zugewiesen. Das sieht das Projekt um die „Inklusive Modellregion“ so vor. Für die SeF heißt das im Umkehrschluss natürlich weniger Schüler – und möglicherweise das Aus. Je nachdem, was die Evaluierung ergibt. „Wir wissen jedes Jahr nicht, ob es uns weiterhin geben wird“, erklärt die Direktorin der SeF. „Noch gibt es uns.“ Inklusion und Integration seien zwar grundlegend positiv zu bewerten, manche Schüler bräuchten aber andere Rahmenbedingungen – so wie die SeF sie bietet.

Anfrage an LH Peter Kaiser

„Ich habe nun eine Anfrage an Landeshauptmann Peter Kaiser im Landtag eingebracht, in deren Beantwortung er darlegen soll, warum den Kindern und Eltern die Wahlfreiheit scheinbar genommen wird“, so Dieringer-Granza. Unterstützung bekommt sie von ÖVP-Stadtrat Pober: „Die Wahlfreiheit ist ein hohes Gut in unserer Ausbildung und wir sind den Kindern verpflichtet, ihnen die für sie beste Ausbildung zukommen zu lassen!“

Die Bundesregierung bekenne sich klar zum Erhalt der Sonderschule, heißt es in der Aussendung weiter. In der nächsten Villacher Gemeinderatssitzung soll eine gemeinsame Resolution an die Bundesregierung – mit Bitte um Unterstützung – eingebracht werden.

Hintergrund

Die ehemalige rot-schwarze Bundesregierung plante im Zuge einer Bildungsreform Sonderschulen bis zum Jahr 2020 zu einem Auslaufmodell werden zu lassen. Nach wie vor wird an der Umsetzung einer „Inklusiven Modellregion“ gearbeitet, deren Ziel es ist, Sondereinrichtungen auslaufen zu lassen.

Die Evaluierung im Jahr 2020 wird wohl für Klarheit sorgen.

Sandriesser: „Es gilt die SeF zu unterstützen“

Am späten Nachmittag äußerte sich auch die 2. Vizebürgermeisterin, Gerda Sandriesser von der SPÖ zum Thema Sonderschule. In einem Interview mit 5 Minuten Villach erklärt sie: „Die Villacher Sonderschule leistet Großartiges. Es gilt sie zu unterstützen.“ Zum Thema, dass Kinder mit (Lern)Behinderungen zuerst anderen Schulen zugewiesen werden, meint Sandriesser: „Die Eltern haben in Villach nach, wie vor Wahlfreiheit. Nichts ist abgeschafft: Es gibt die Sonderschulen, sowie Schulen mit Inklusions- oder Kleinklassen.“

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