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Politik - Villach & Klagenfurt
© 5min.at / screenshot fb

Entgleisung auf Facebook

SPÖ-Personal­vertreter nennt Kurz eine „Nobelhure der Neonazis“

Kärnten – Ein Beitrag auf Facebook sorgt heute einmal mehr für Aufregung. Der Kärntner SPÖ-Personalvertreter Hannes Köberl nennt Bundeskanzler Sebastian Kurz eine "Nobelhure der Neonazis". Bei der ÖVP zeigt man sich entsetzt. Köberl entschuldigt sich.

 4 Minuten Lesezeit (519 Wörter) | Änderung am 15.02.2019 - 13.03 Uhr

Kurz nach sechs Uhr setzte Hannes Köberl am Freitagmorgen einen Beitrag – den man wohl nur als Entgleisung bewerten kann – auf seinem Facebook-Profil ab. Kurz vor zehn Uhr berichtete „Oe24“, um 10.42 Uhr folgte eine Aussendung der ÖVP, kurz nach 11 Uhr verschwand der Beitrag von Köberls Profil. Ein Screenshot liegt 5 Minuten vor.

Entgleisung auf Facebook

„Aus reinem Opportunismus macht die Partei unter Kurz Stimmung gegen Flüchtlinge und Ausländer. Sie hat Polizei, Militär und Sicherheitsdienste der äußeren Rechten ausgeliefert. Und in der Sozialpolitik geht es nun darum, den Wohlhabenden mehr zu geben und die Armen kurz zu halten“, steht in Köberls Facebook-Posting. Es sind Zeilen, die dem ehemaligen Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreter Arno Gasteiger zuzuschreiben sind. Dieser verließ vor kurzem nach 47 Jahren die ÖVP und äußerte in einem Schreiben seinen Unmut über die Partei – unter anderem auch die von Köberl heute zitierten Zeilen.

Doch die letzte Zeile des Kärntner SPÖ-Personalvertreters im Facebook-Beitrag hat es in sich. Sie stammt von Köberl selbst: „Mehr braucht man nicht dazu sagen – Kurz ist die Nobelhure der Neonazi !!!“

Köberl entschuldigt sich

„Die Sache tut mir unendlich Leid“, äußert sich Köberl gegenüber 5 Minuten. Die Aussage ziehe er zurück. „Es folgt eine öffentliche Entschuldigung.“

Die öffentliche Entschuldigung ist mittlerweile online einsehbar. Im Wortlaut: „Mein Posting war ein Fehler in der Emotion. Ich habe es auch schon wieder gelöscht. Es tut mir sehr leid. Ich entschuldige mich hiermit öffentlich und in aller Form von dieser beleidigenden Wortwahl!“

Empörung auf Seiten der ÖVP

Als „inakzeptablen Skandal“ bezeichnet der Landesparteisekretär der neuen Volkspartei Kärnten, Sebastian Schuschnig, den Beitrag. „Die SPÖ sollte rasch all jene zur Räson bringen, die sich tagtäglich einer ekelhaften Fäkalsprache bedienen und ganz offensichtlich nichts von einem vernünftigen politischen Diskurs halten.“

Schuschnig weiter: „Wenn Kaiser nicht unverzüglich deutliche Konsequenzen zieht, untergräbt er nicht nur die eigene Glaubwürdigkeit im Kampf gegen Hasspostings, sondern macht sich auch der Mittäterschaft schuldig.“ Landeshauptmann Peter Kaiser hatte in den letzten Wochen des Öfteren vor „Hass im Netz“ gewarnt.

Köberl ist im Amt der Kärntner Landesregierung tätig und kommt nach Angaben seines Facebook-Profils aus Villach.

Kaiser: Posting auf das Schärfste zu verurteilen

Als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet Landeshauptmann Peter Kaiser das Posting: „Die darin getätigten Aussagen über den höchsten Vertreter der österreichischen Bundesregierung sind nicht nur unwürdig, sondern auch auf das Schärfste zu verurteilen.“ Kaiser: „Hass im Netz – und dazu zähle ich auch Beleidigungen und Diffamierungen jeglicher Art – sind entschieden zurückzuweisen. Dieses Posting zeigt, dass alle Parteien noch sehr viel an Bewusstseinsbildung aufzuholen haben. Jeder tut gut daran, vor der eigenen Türe zu kehren.“ Kaiser forderte eine sofortige Entschuldigung. Die Aussage des Personalvertreters wird auch vom Obmann der Zentralpersonalvertretung (ZPV), Gernot Nischelwitzer, aufs Schärfste zurückgewiesen. Gremien der Personalvertretung werden „den Vorfall massiv diskutieren“.

„Wer zu solch einem Vokabular greift, ist nicht mehr länger tragbar“, sagt Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer zum Vorfall.

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