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Entscheidung fällt im März

Erreicht die „Ehe für alle“ auch die Kirchen?

Österreich – Seit Jänner 2019 können homosexuelle Paare in Österreich standesamtlich heiraten. Doch erreicht die "Ehe für alle" auch die Kirchen? Das wird sich - zumindest in der Evangelischen Kirche - am 9. März zeigen. Dann nämlich soll eine endgültige Entscheidung über die Einführung der kirchliche Trauung für homosexuelle Paare fallen. Noch bis morgen haben die einzelnen Pfarrgemeinden die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Zeichnet sich in Kärnten bereits ein Trend ab? Wir haben bei Superintendent Manfred Sauer nachgefragt.

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„Wir machen uns auf den Weg, die kirchliche Trauung für homosexuelle Paare einzuführen“, sagte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker im Dezember 2018. Damals tagte die Synode – also eine Art evangelisches Kirchenparlament –  und beschloss, dass in den kommenden Monaten die Pfarrgemeinden darüber beraten sollen, ob es künftig Trauungen für homosexuelle Paare geben wird. Die Pfarrgemeinden können noch bis Mittwoch Stellung beziehen.

Die Kirche solle auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften würdigen „sofern sie auf lebenslange Treue, gegenseitige Fürsorge und Beistand ausgerichtet sind“, heißt es in einem Schreiben der Synode. Um unterschiedlichen Auffassungen zu homosexuellen Partnerschaften innerhalb der Kirche Rechnung zu tragen, sollen kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare nur in solchen Pfarrgemeinden durchgeführt werden, in denen Gemeindevertretung und Pfarrerin bzw. Pfarrer sich dafür aussprechen.

Wie ist die Stimmung in Kärnten?

Superintendent Manfred Sauer von der Evangelischen Kirche Kärnten-Osttirol erkärt uns: „Bisher gab es 14 Rückmeldungen in Kärnten, wobei wir einen leichten Trend für die ‚Ehe für alle‘ verzeichnen“. Insgesamt gibt es 33 evangelische Pfarrgemeinden in Kärnten. Im Rahmen einer Stellungnahme können sich diese bis morgen für oder gegen die „Ehe für alle“ aussprechen – oder sich raushalten. „Die Stellungnahmen gehen nach Wien ins Synoden-Büro und werden dort ausgewertet.“

Die endgültige Entscheidung, wie die „Ehe für alle“ in der Evangelischen Kirche künftig gehandhabt wird, soll dann auf der Synode am 9. März 2019 fallen. Es brauche eine „Grundsatzentscheidung“, äußerte sich gestern Michael Bünker, Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche, in einem Interview mit dem Kurier. Es sei klar, dass man keinen Konsens finden werde. „Die Frage ist, wie wir mit dem Dissens umgehen.“ In wenigen Wochen werden wir es erfahren.

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