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Nach einer Schlägerei vor einem Lokal fragen wir uns:

Wie verhält man sich als Augenzeuge richtig?

Villach – Am Montagnachmittag kam es zu einer Schlägerei vor einem Lokal in der Villacher Innenstadt. Beteiligt waren zwei Männer und eine Frau - die Fäuste flogen. Doch wie verhält man sich als Augenzeuge in einer solchen Situation? Wir haben bei der Polizei nachgefragt.

 4 Minuten Lesezeit (563 Wörter) | Änderung am 19.02.2019 - 11.58 Uhr

Eine Augenzeugin, die den Vorfall beobachten konnte, erklärt uns: „Ein Mann hat eine Frau an den Haaren gepackt und auf den Gehsteig geschmissen. Daraufhin kam ein weiterer Mann aus dem Lokal und wollte der Frau helfen.“ Doch als er nach draußen trat, wurde er ebenfalls sofort attackiert. In Folge entwickelte sich eine Schlägerei zwischen den beiden Männern.

Passanten werden fast selbst zum Opfer

Ein Video des Vorfalls gibt Aufschluss darüber, wie sich Passanten in solchen Situationen verhalten. Während einige Autos vorbeifahren, kommt auch ein (mutmaßliches) Ehepaar am Innenstadtlokal vorbei. Wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, als einer der Männer nach der Attacke auf dem Gehsteig kniet. Auch die Frau kniet. Der andere Mann steht vor ihnen. Für das Paar dürfte zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar gewesen sein, dass die Männer sich kurz zuvor prügelten. Nachdem das Paar kurz stehenbleibt, gehen sie einige Meter weiter, nur um dann doch noch einmal innezuhalten. Die Situation ist aggressiv. Sie gehen zurück zu den beiden Männern und der Frau – und stehen plötzlich mittendrin, als erneut die Fäuste fliegen. Dem Paar ist glücklicherweise nichts passiert.

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Sicherheitsabstand halten, 133 rufen

Wie verhält man sich als Passant in solchen Situationen richtig? Das wollten wir von Major Stephan Brozek vom Stadtpolizeikommando Villach wissen. „Auf keinen Fall einschreiten – und einen Sicherheitsabstand halten“, rät Brozek. Passanten sollten nicht versuchen, eine Schlägerei zu schlichten, das kann wortwörtlich ins Auge gehen. Man solle lieber den Notruf unter der 133 wählen, die Polizei würde dann sofort einschreiten und die Situation lösen. „Zudem sollte man sich eine Beschreibung der beteiligten Personen merken“ und natürlich den Ablauf. Sind Fahrzeuge beteiligt, sollte man auf das Kennzeichen achten.

Nachdem wir unseren Beitrag veröffentlichten, meldete sich noch eine weitere Augenzeugin. „Die gestrige Hilfsbereitschaft war einfach überwältigend“, sagt sie. Ein Mann sei gekommen und hätte die Polizei verständigt, eine zufällig vorbeikommende Ärztin leistete Erste Hilfe. In Absprache mit der Ärztin habe sie dann noch die Rettung alarmiert. „Herrschaften vom Samariterbund sind auch zufällig vorbeigekommen, und haben auch sofort geholfen!“ Und: „Ich kann echt nur sagen, dass man in solchen Situationen nicht wegsehen sollte. Es tut nicht weh, die Einsatzkräfte zu alarmieren – man bringt sich damit ja nicht in Gefahr.“

Einvernahme gestaltet sich schwierig

Zu ernsthaften Verletzungen scheint es bei der gestrigen Schlägerei nicht gekommen zu sein. Die beiden Männer und die Frau waren schwerst alkoholisiert, was eine erste Einvernahme schwierig gestaltet hat. Zudem gab es sprachliche Probleme, die die Einvernahme zusätzlich erschwerten. Dem Video des Vorfalls kann man entnehmen, dass die Personen italienisch sprechen. Heute wird ein neuer Versuch gestartet, um den Vorfall zur Gänze zu klären. Immerhin: Durch Video und Zeugenaussagen dürfte die Polizei genügend Anhaltspunkte haben.

So glimpflich die Situation gestern für die Augenzeugen ausging, es hätte auch anders kommen können. Ein Fall aus Klagenfurt vor wenigen Tagen zeigt das: Ein 26-Jähriger beobachtete einen Streit einer Gruppe und forderte einen Mann auf, eine Frau in Ruhe zu lassen. Daraufhin drehte sich ein bislang unbekannter Mann der Gruppe um und versetzte ihm ohne Vorwarnung einen kräftigen Faustschlag in das Gesicht. Dabei erlitt der Passant eine schwere Verletzung im Augenbereich.

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