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© Andrea Kravanja

Hunderte Liter Säure ausgetreten

Großeinsatz in Arnoldstein

Arnoldstein – Großeinsatz am Mittwochmorgen in Arnoldstein, gegen 7 Uhr heulten die Sirenen. In der Nacht zum 6. März war ein mit Schwefelsäure beladener rumänischer Tankwagenzug auf dem Gelände einer Tankstelle im Arnoldsteiner Industriepark abgestellt - während der Lenker schlief, liefen hunderte Liter Säure aus.

 2 Minuten Lesezeit (335 Wörter) | Änderung am 07.03.2019 - 20.26 Uhr

Als der Lenker am Morgen des 6. März eine Kontrollrunde um seinen LKW-Zug machte, bemerkte er, dass eine Schweißnaht eines Tanks im Bereich des Hecks vom Auflieger undicht geworden war und 96-prozentige Schwefelsäure austrat. Der Fahrer verständigte unverzüglich die Polizei, welche in weiterer Folge die Feuerwehren und den Landeschemiker alarmierte. In weiterer Folge handelte der Lenker korrekt und stellte sofort Auffangbehälter auf.

Erdoberfläche muss abgetragen werden

Es waren etwa 200 bis 300 Liter der Säure auf den mit Schotter befestigten Boden ausgelaufen. Seitens der eintreffenden Feuerwehreinheiten arbeitete man den Einsatz nach der sogenannten „GAMS“ Regel ab. Die Erkundung ergab, dass der Bereich wo die Schwefelsäure austrat, nicht abzudichten war, also musste man die 6.300 Liter der betroffenen Kammer umpumpen und das weiterhin austretende Gefahrgut auffangen.

Kameraden arbeiteten mit Atemschutz und Schutzanzügen

Nach dem Absperren des Gefahrenbereiches und Aufbau der Dekostelle wurde, unter Verwendung von schwerem Atemschutz und Schutzanzüge der Schutzstufe 3, im Bereich der Austrittsstelle gearbeitet. Die Säure konnte in einen größeren Behälter aufgefangen und mittels Luftmembranpumpe, in mittlerweile durch die Einsatzleitung organisierte Tanks, umgepumpt werden. Auch den restlichen Inhalt von mehreren Tausend Litern verbrachten die Einsatzmannschaften in diese Tanks.

Aufgrund der guten Kontakte zu Italien wurde ein Freund und Mitglied der Berufsfeuerwehr in Tarvis um Mithilfe als Dolmetscher gebeten, zumal der Fahrer des Sattelzuges nur in italienischer Sprache kommunizierte und bei den Umpumparbeiten sein Wissen bezüglich der Fahrzeugtechnik weitergeben musste.

Säure wurde mit Kalk neutralisiert

Nach dem Beenden des Umfüllens konzentrierte sich die Mannschaft der beiden Wehren auf das sorgfältige Reinigen der Gerätschaft und dem Aufbringen von Bindemittel auf die Schwefelsäurepfützen. Ein Lokalaugenschein mit dem zuständigen Landeschemiker ergab, dass das ausgetretene Material mittels Kalk zu neutralisieren sei. Die beeinträchtigte Erdoberfläche wird über Anordnung des Landeschemikers einige Zentimeter tief abgetragen und der Abfallbehandlung zugeführt. Eine Umweltgefährdung kann nach Abschluss der Arbeiten ausgeschlossen werden.

 

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