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Politik - Villach
© Christine Mirnig

Innenstadt-Projekte und Menschen an die erste Stelle

Mirnig: „Derzeitiger Stil der ÖVP-Führungsspitze nicht vertretbar!“

Villach – Für einen Paukenschlag sorgt die Gemeinderätin Christine Mirnig. Sie tritt aus der ÖVP Villach aus. Grund seien unüberbrückbare Differenzen und fehlender Teamgeist. Die derzeitige Ausrichtung sei nicht mit „eigenen persönlichen Maßstäben vereinbar.“

 3 Minuten Lesezeit (405 Wörter) | Änderung am 11.03.2019 - 16.37 Uhr

Gemeinderätin Christine Mirnig bestätigte gegenüber 5 Minuten Villach ihren geplanten Austritt aus der Villacher ÖVP. So etwas geschieht nicht alle Tage und dürfte intern für Furore und in weiterer Folge für viel Diskussionsstoff sorgen. ÖVP Clubobmann Christian Pober hielt sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber 5 Minuten Villach mit den Worten „Wir nehmen die persönliche Entscheidung von Frau Mirnig zur Kenntnis“ kurz.

Tiefe Gräben

„Soziales und auch Frauen- und Familienthemen liegen mir besonders am Herzen. Schade, dass die Villacher ÖVP vielfach andere Prioritäten setzt“, so Mirnig gegenüber 5 Minuten Villach. „Ich glaube, dass die Stadtpartei einen falschen Kurs verfolgt, der die Stadt nicht weiterbringt. Grundsätzlich kann ich daher einige Themen und Entscheidungen nicht mehr mittragen.“ Als besonders negativ sieht sie die andauernde Konfrontation der Partei mit anderen Fraktionen und der Stadt. „Besonders bei Themen wie der Innenstadt schlage ich einen gemeinsamen Weg vor – zusammen mit Unternehmen und anderen Fraktionen. Andauernd eine negative Kommunikation zu pflegen, Schuldige zu suchen und auf sie mit den Finger zu zeigen, kann auf Dauer nicht zielführend sein. Für mich wird sehr oft Politikum und Sensationshascherei betrieben, während auf Fakten wenig gebaut wird,“ so die Gemeinderätin kritisch mit der eigenen Fraktion. Natürlich könne man nicht bei jedem Thema immer einen gemeinsamen Weg suchen, aber oft wäre ein Miteinander statt Gegeneinander im Sinne der Villacher und Villacherinnen zielführender, meint sie. Das „Gemeinsame“ würde auch parteiintern immer mehr aus den Augen verloren gehen, so die Meinung.

„Kein Teamgedanke“

„Es herrscht generell kein Teamgedanke! Informationen sind rar gesät und Entscheidungen über Themen werden nicht im gesamten Team diskutiert und ausgewählt.  Das ist für mich keine Teamarbeit und kein demokratisch-würdiges Miteinander. Diesen Weg, wie ihn die ÖVP, über die Köpfe der eigenen Mitglieder und den Bedürfnissen der Villacher hinweg, derzeit beschreitet, will ich nicht mitgehen. Eigenpolitik und Imagepflege sollten nicht um jeden Preis an die erste Stelle gesetzt werden.“ Dieser Entschluss führt dazu, dass sie als wilde Gemeinderätin tätig bleiben wird. „Ich will als unabhängige Gemeinderätin dort mitentscheiden, wo es für die Sache und die Menschen richtig ist und nicht wichtigen Projekten in diesem ÖVP-Führungs-Stil im Wege stehen.“ Besonders bekannt ist Christine Mirnig für zahlreiche karitative Projekte und soziale Veranstaltungen in Villach. Auch das soll  intern immer wieder kritisch hinterfragt worden sein.

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