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Politik - Klagenfurt
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Bürgermeisterin lässt rechtliche Schritte einleiten

Nach Tonprotokoll: Mathiaschitz sieht sich bestätigt

Klagenfurt – Sowohl die öffentliche Audiosequenz als auch die offizielle Mitschrift würden bestätigen, dass die Vorwürfe von FPÖ-Obmann Gernot Darmann falsch und unwahr sind, heißt es in einer heutigen Aussendung der Stadt Klagenfurt. Deshalb würden nun rechtliche Schritte eingeleitet werden.

 4 Minuten Lesezeit (493 Wörter) | Änderung am 15.03.2019 - 11.57 Uhr

Darmann warf der Bürgermeisterin folgende Aussage vor: „Man sollte sie [Grüne-Gemeinderätin Evelyn Schmid-Tarmann, Anm.] mit der Äthiopien-Airline wegschicken, damit sie nicht mehr wiederkomme.“

Verständnisfrage?

Wahr sei hingegen, dass die Bürgermeisterin im Rahmen einer Diskussion im Stadtsenat eine Schmid-Tarmann-kritische Aussage Germs hinterfragte, heißt es in einer heutigen Aussendung der Stadt Klagenfurt. Tatsächlich habe Germ gesagt: „Wenn ich etwas verordnen könnte, würde ich der Schmid-Tarmann ein Wintherheller Seminar verordnen“ (Anmerkung: Prof. Dr. Manfred Wintherheller hatte im Rahmen des Zukunftsdialoges vor einer Woche erklärt, dass sein nächstes großes Seminar in Südafrika sattfinden werde). Daraufhin will die Bürgermeisterin die Verständnisfrage „Dass sie nicht mehr zurückkommt oder was? Mit der Äthiopien Air?“ gestellt haben.

Hört man sich den (sehr undeutlichen) Tonbandmitschnitt bei der Kleinen Zeitung an, lässt sich bei der viel disktutierten Aussage tatsächlich eher eine Fragestellung ausmachen – wenn auch eine zynische. Der Vorwurf Darmanns lässt sich hingegen nicht direkt belegen.

Bürgermeisterin bedauert Wortwahl

Damit ist für die Bürgermeisterin erwiesen, dass Darmann die Unwahrheit gesagt hat: „Ich lasse mir nicht das Wort im Mund umdrehen und habe auch nichts zu verbergen“. „Dieser Versuch der Rufschädigung überschreitet klar die Grenzen der politischen Auseinandersetzung.“ Aus diesem Grund habe Mathiaschitz auch Gemeinderätin Schmid-Tarmann eingeladen, sich den Tonbandmitschnitt persönlich anzuhören. „Ungeachtet der erwiesenermaßen falschen Vorwürfe, bedauert die Bürgermeisterin jedoch ihre Wortwahl.“

Alle Zitate seien offizielle wörtliche Abschriften des Tonprotokolls der zuständigen Abteilung des Magistrates, heißt es abschließend in der Aussendung.

Germ fordert Veröffentlichung der Datei

„Ich habe in meiner offiziellen Meldung im Stadtsenat der Gemeinderätin Schmid-Tarmann ein Seminar für positives Denken des Vortragenden Winterheller verordnen wollen. Ich habe in dieser Wortmeldung keinen Bezug zu Afrika oder Südafrika, geschweige denn einer Fluglinie hergestellt“, teilt der Klagenfurter Vizebürgermeister Wolfgang Germ in einer Reaktion auf die Aussendung der Stadt mit.

Germ weiter: „Ich kann mir nicht erklären, warum meine von Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz richtig wiedergegebene Äußerung bei ihr eine Verständnisfrage über das Nicht-Mehr-Zurückkommen und den unsäglichen Hinweis auf die Ethiopien-Airline hervorrufen kann. Warum bei einer Verständnisfrage seitens der Bürgermeisterin auch gelacht wurde, kann ich mir in diesem Zusammenhang auch nicht erklären.“

Germ fordert die Veröffentlichung der Audio-Datei, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann.

F.A.I.R. kritisiert, sieht aber Grüne in der Pflicht

Kritik an der Aussage der Bürgermeisterin kommt auch von F.A.I.R. Klagenfurt. „Ein geschmackloser Scherz, zwei Tage nach dem tragischen Flugzeugabsturzes in Äthiopien, während gerade im Land um die Kärntner Opfer, ein junge Assistenzarzt und der Pfarrer von Villach-St. Ruprecht, getrauert wird, ist einfach nicht zu rechtfertigen“, stellt F.A.I.R. Klubobmann Thomas Winter-Holzinger klar. „Es macht auch keinen Unterschied, ob dies in einer öffentlichen oder internen Sitzung geschieht“, so Winter-Holzinger weiter.

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