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© pixabay

HealthNet:

Digitale Hausbesuche erfolgreich gestartet

Klagenfurt – Was am 21. Jänner mit einer „historischen“ Vertragsunterzeichnung begann, ist nun, zwei Monate später, erfolgreich in der Praxis angelangt: ein neues Kapitel der Patientenversorgung in Kärnten. „Erstmals ist es möglich geworden, Patienten, die bislang vor Ort im Krankenhaus versorgt wurden, quasi per Bildschirm in den eigenen vier Wänden zu Hause zu betreuen“, informierte Gesundheitsreferentin Beate Prettner am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz.

 3 Minuten Lesezeit (390 Wörter) | Änderung am 27.03.2019 - 08.00 Uhr

Seit nunmehr rund vier Wochen läuft HealthNet – die Tele-Visite bei chronischen Wunden am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt – mit zehn freiwilligen Patienten aus dem Bezirk Völkermarkt und in Zusammenarbeit mit speziell geschultem Pflegepersonal der AVS und dem Hausarzt. Die Versorgung von 20 bis 25 Patienten ist für das HealthNet-Projekt vorerst vorgesehen.

„Möglich gemacht wird die digitale Behandlung durch die Einbindung von medizinischen IKT-Lösungen, sprich neuester Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese werden vom EU-Projekt HealthNet initiiert. Österreichweit ist Kärnten die Pionierregion. Unsere Partner, mit denen wir im regelmäßigen Erfahrungsaustausch stehen, sind die Region Veneto und die Local Health Authority in Triest“, so Prettner.

Wund-Kontrolle via Internet

Im Konkreten werden Bilder von den Wunden über sichere Internetkanäle direkt zum behandelnden Arzt ins Krankenhaus geschickt, damit dieser jederzeit „up to date“ ist. „Bis dato mussten die Betroffenen immer wieder und in sehr kurzen Abständen den beschwerlichen Weg ins Krankenhaus auf sich nehmen, um ihre Wunden kontrollieren zu lassen. Das Projekt macht es nun möglich, genau diese Krankenhausaufenthalte zu vermeiden“, erklärte Erste Oberärztin Christiane Dreschl, vom Wundzentrum am Elisabethinen-Krankenhaus.

„Im Anschluss an die Befundung erstellt der Wundexperte einen Therapievorschlag, welcher automatisch parallel an den Hausarzt und an den ambulanten Pflegedienst als Ergebnismeldung versendet wird“, teilte Dreschl mit. Der Hausarzt verordnet und ergänzt die Therapie, welche vom ambulanten Pflegedienst ausgeführt wird und zu einer optimalen Wundheilung führt.

Erleichterung für Patienten

Vor allem für schwer pflegebedürftige Menschen würden auf diese Weise unnötige Transporte vermieden, sind Prettner und Oberarzt Walter Müller, vom Department für Akutgeriatrie und Remobilisation am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt, überzeugt. „Die Vorteile der Tele-Visite liegen darin, dass sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessert, stationäre Aufenthalte vermieden, Warte- und Wegezeiten verkürzt und die Heilung verbessert werden. Außerdem stehen Wundexperten engmaschig zur Verfügung und können bei Bedarf schnell eingreifen“, so Müller.

„Das Projekt HealthNet wird sich zu einem Zukunftsmodell der integrierten Gesundheitsversorgung entwickeln“, ist Prettner überzeugt. Gestartet wurde das Projekt als Pilot mit EU-Förderung, und zwar vorerst befristet mit 31. Dezember 2019. „Die Entwicklung moderner Medizin unter Ausnützung der digitalen Möglichkeiten ist Schritt für Schritt in die konkrete Patientenbehandlung zu integrieren. Vieles, was wir noch vor kurzem als Zukunftsmusik angesehen haben, kann und muss als Realität gelebt werden“, betonte Prettner.

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