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Leute - Villach
Anton Georg Bauer und sein Team retten kiloweise Lebensmittel vor dem Müll!
Anton Georg Bauer und sein Team retten kiloweise Lebensmittel vor dem Müll! © Foodsharing Point Paternion Stockenboi

Foodsharing Point:

„Wir retten so viele Lebens­mittel wie möglich!“

Paternion – Auch im April möchten wir euch einen besonderen 5 Minuten Leser vorstellen: Seinerseits Botschafter gegen Ressourcenverschwendung, hat Anton Georg Bauer im Jahr 2014 den Foodsharing Point in Paternion ins Leben gerufen. Mittlerweile ist der Betrieb auf acht Filialen gewachsen und versorgt tausende Kärntner und Kärntnerinnen mit Lebensmittel.

 5 Minuten Lesezeit (611 Wörter)

Vor ungefähr fünf Jahren gründete Bauer Österreichs ersten Foodsharing Point in der Gemeinde Paternion. Gemeinsam mit seinem Team aus sogenannten Foodsavern (zu deutsch: Lebensmittel-Retter) rettet Bauer tagtäglich Lebensmittel vor dem Abfall. „Die sogenannten Wegwerfwaren erhalten wir von verschiedensten Betrieben“, erklärt Bauer im Interview mit 5 Minuten. „Unsere Foodsaver holen sie ab und bringen sie zu den Foodsharing Points. Dort werden die Produkte gewaschen und in die Regale einsortiert. Mittwoch und Samstag können die Lebensmittel dann von den Lebensmittelrettern abgeholt werden“, so der engagierte Obmann des Vereins.

Foodsharing Point Paternion-Stockenboi:

Scharnitzen 10
9711 Paternion

Ausgabetermine: 
Mittwoch von 17.30 bis 19 Uhr
Samstag von 17 bis 19 Uhr

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Der Headquater in der Gemeinde Paternion.

Der Headquater in der Gemeinde Paternion. - © Foodsharing Point Paternion/Stockenboi

„Jeder ist herzlich Willkommen!“

Die Lebensmittel sind dabei für Jedermann gedacht. „Der Foodsharing Point ist kein Sozialprojekt, sondern ein Protest gegen die Wegwerfgesellschaft“, erklärt uns Bauer. „Jeder ist herzlich Willkommen!“ Das Angebot reicht dabei von Fleisch und Fisch, über verschiedenste Mehlsorten bis hin zu  Zucker, Joghurt, Smoothies, oder Brot, Obst und Gemüse. „Eben all das, was unsere Partnerbetriebe ansonsten wegwerfen würden“, erklärt der Obmann. In zwei der acht Foodsharing Points gibt es sogar Kleidung.

Ein Transportbus wird gesucht

Die Produkte sind kostenlos. „Geld zählt nicht“, erklärt uns der Obmann. „Wichtig ist die Wertschätzung für die Lebensmittel“, betont Bauer. Für ihn ist maßgebend, dass die Leute lernen mit den Lebensmitteln richtig umzugehen. Trotzdem freut er sich natürlich über freiwillige Spenden. „Wir sind bereits seit Jahren auf der Suche nach einem Bus“, so Bauer. Die PKW reichen für die Lebensmitteltransporte schon lange nicht mehr aus.

Spendenkonto des Foodsharing Point

Onesimus – Hilfswerk
Verwendungszweck: foodsharing
IBAN: AT181400098110379307

Auch eine Busspende wird seit Jahren dringend gesucht.

41 Mitarbeiter helfen ehrenamtlich mit

Zurzeit helfen 41 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ehrenamtlich im Foodsharing Point. „Auch sie leben teilweise von den Lebensmitteln im Foodsharing Point“, erklärt Bauer. Er selbst verwendet auch seit Jahren die gesammelten Produkte. „Mit dem Foodsharing-Trend versuchen wir so viele Lebensmittel wie möglich zu retten“, betont er. Auf die Idee kam er vor ein paar Jahren: „Ich bin ausgebildeter Pastor und komme vom Hilfswerk ONESIMUS. Dadurch habe ich schon zahlreichen Menschen in Not geholfen. Durch das Hilfswerk durfte ich den Gründer der Foodsharing-Idee kennenlernen.“ Bauer war begeistert von der Idee und setzte sie in Österreich um.

„Menschen zu helfen, ist der wahre Lohn“

Seitdem konnte er schon zahlreichen Menschen mit den „Wegwerfwaren“ unterstützen. „Unter anderem liefern wir auch Lebensmittel an alte oder kranke Menschen, welche unsere Produkte nicht selbst retten kommen können“, erklärt uns Bauer. Rund 40 Lieferungen aus dem Foodsharing Points werden jeden Mittwoch unter die Leute gebracht. „Wir wissen, was Armut bedeutet. Der Foodsharing Point war schon für zahlreiche Kärntner und Kärntnerinnen eine riesige Stütze“, so Bauer. Für ihn ist klar: Menschen zu helfen, das ist „der wahre Lohn“.

Derzeit hat der Obmann einige Gespräche für weitere Foodsharing Points am Laufen. Auch ein Standort zwischen Kolbnitz und Obervellach wird gesucht. „Sowie einige freiwillige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für das Mölltal, Lienz, Wolfsberg und Völkermarkt“, erklärt Bauer gegenüber 5 Minuten. Mittlerweile ist der Verein in ganz Kärnten tätig. Weitere Standorte findet ihr auf der Webseite des Foodsharing Points.

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