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Politik - Klagenfurt
Landeshauptmann Peter Kaiser mit dem Künstlerehepaar Eva und Gerhard Pichler.
Landeshauptmann Peter Kaiser mit dem Künstlerehepaar Eva und Gerhard Pichler. © LPD Kärnten/Helge Bauer

Fitnessparcours im Europapark:

Turnen für die Demokratie

Klagenfurt – Der Europapark wurde im Jahr 1967 zum Zeichen der Weltoffenheit Klagenfurts angelegt. Seit gestern wird er bis 18. Juni als Fitnessparcours genutzt, denn er ist Schauplatz der interaktiven Installation "Haltung üben - Demokratischer Fitnessparcours im Europapark Klagenfurt".

 2 Minuten Lesezeit (345 Wörter) | Änderung am 11.05.2019 - 12.26 Uhr

Eröffnet wurde das interaktive Projekt im Europapark des Universitätskulturzentrums von Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser am gestrigen Freitag, dem 10. Mai.

Der Fitnessparcous im Europapark

Der „demokratische Fitnessparcours“ besteht aus zwei Teilen und 16 Stationen. Das Künstlerduo Zweintopf, bestehend aus Gerhard und Eva Pichler, schufen ein monumentales Objekt, dass als Hommage an die „Göttin der Demokratie“, die im Mai 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking aufgestellt und im Zuge der blutigen Niederschlagung der Studentenproteste zerstört wurde, gedacht ist. Außerdem sind alle interessierten Besucher dazu aufgefordert, einer aufblasbaren Nachbildung der Freiheitsstatue mittels kollektiver Muskelkraft ständig neues Leben einzuhauchen. In einem Skulpturenpark interpretiert Jani Oswald die Steinplastiken als Fitnessgeräte und animiert mit zwei- oder mehrsprachigen Texten zu „geistigen Turnübungen“.

„Demokratie muss täglich neu erarbeitet werden“

Bei der offiziellen Inbetriebnahme des „demokratischen Fitnessparcours“ sagte der Landeshauptmann, dass hier kollektive Muskelkraft gefordert sei und man auf tatkräftige Mithilfe der Kärntnerinnen und Kärntner hoffe. Er sehe das aber nicht nur als einmaliges Kunstereignis. „Schließlich ist das Gut der Demokratie etwas Kostbares, es muss täglich neu erarbeitet werden“, zitierte Kaiser den deutschen Sozialphilosophen Oskar Negt. Der Landeshauptmann verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Wichtigkeit, an Wahlen teilzunehmen und appellierte an alle Kärntnerinnen und Kärntner, bei der EU-Wahl am 26. Mai von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

„Wir müssen Haltung zeigen“

Friedensforscher Werner Wintersteiner erklärte den historischen Zusammenhang der Installation. Demokratie beginne nicht mit freien Wahlen, sondern wenn Menschen, von denen man es nicht will, den Mund aufmachen. „Gerade heute sind Optimismus und Aufbruchsstimmung besonders wichtig“, so Wintersteiner, der die Österreichische Bundesregierung kritisierte: „Es gibt eine Kulturrevolution von rechts außen, man versucht die Sprech- und Denkweise zu beeinflussen. Die Demokratie ist nie ein erreichter Zustand, sondern eine immerwährende Herausforderung, sie ist dann in Gefahr, wenn rechte Angriffe mit allgemeiner Gleichgültigkeit gepaart sind. Daher müssen wir (Widerstands)-Haltung zeigen.“

Für die musikalische Umrahmung der Eröffnung sorgten Richard Klammer (Posaune und Trompete), Jozej Sticker (Harmonium) und Manfred Plessl (Violine, Tenorhorn).

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