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12.03.2017 - 10:58Finanzielle Anerkennung für Opfer
Leute - Villach & Klagenfurt
Tilli bedankt sich auf Facebook bei Bundesminister Herbert Kickl für die Unterstützung und Anerkennung der Einsatzbereitschaft für den Weißen Ring und bei Prof. Dr. Jesionek, der im stolzen Alter von 81 Jahren noch immer mit vollstem Einsatz für die Opferhilfe kämpft.
Tilli bedankt sich auf Facebook bei Bundesminister Herbert Kickl für die Unterstützung und Anerkennung der Einsatzbereitschaft für den Weißen Ring und bei Prof. Dr. Jesionek, der im stolzen Alter von 81 Jahren noch immer mit vollstem Einsatz für die Opferhilfe kämpft. © BMI/Tuma

Der WEISSE RING:

Major Tilli im Einsatz für Verbrechensopfer

Kärnten/Wien – Opfer von Verbrechen haben oft Probleme, das Erlebte zu verarbeiten oder finanzielle Schwierigkeiten aufgrund der traumatischen Tat. Der WEISSE RING bietet diesen Menschen Hilfe. Major Markus Tilli, der Kärntner Landesleiter des WEISSEN RINGS, wurde kürzlich für diese so wichtige Aufgabe in Wien geehrt.

 6 Minuten Lesezeit (774 Wörter)

Der WEISSE RING hilft Opfern von Straftaten ungeachtet des Alters, Geschlechts, der Nationalität und der Art des Verbrechens. Verbrechensopfer haben eine ganze Reihe von Rechten, auch in einem Strafprozess. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WEISSEN RINGS klären gemeinsam mit den Opfern die bestehenden Ansprüche und vermitteln sie gegebenenfalls auch an andere Hilfsorganisationen weiter.

Markus Tilli – Im Einsatz für die Opfer

Seit 2014 ist der gebürtige Villacher Markus Tilli Leiter des Einsatzreferates des Stadtpolizeikommandos Klagenfurt. Im Jahr 2018 übernahm er nebenbei die ehrenamtliche Leitung der Kärntner Landesstelle des WEISSEN RINGS. Für den Major war klar, dass er das Angebot für die Leitung des WEISSEN RINGS in Kärnten annimmt, denn, wie er im Gespräch mit 5-Minuten sagt: „Es ist einfach eine gute Sache. Die Opfer werden oft übersehen, weil man sich auf die Täter konzentriert.“ Trotzdem habe er in seinem langjährigen Polizeidienst erlebt, dass viele der Opfer Hilfe und Unterstützung benötigen. Als Leiter des WEISSEN RINGS in Kärnten kann er diesen Personen helfen. Die Leitung der Hilfs-Organisation übernimmt Tilli seit 2018 ehrenamtlich und neben seiner beruflichen Tätigkeit bei der Kärntner Polizei.

Ehrung in Wien

Im März wurde Markus Tilli in Wien für seine ehrenamtliche Tätigkeit von Innenminister Herbert Kickl geehrt. Im Rahmen einer Feier wurden alle Mitarbeiter des WEISSEN RINGS, die gleichzeitig im Polizeidienst stehen, Urkunden überreicht. „Es war wirklich sehr nett von Innenminister Kickl, uns nach Wien einzuladen und unsere Arbeit wertzuschätzen“, erzählt Tilli im Gespräch mit 5-Minuten.

Problem: „Es gibt zu wenige Opfer“

Als größtes Problem in der Verbrechensopferhilfe sieht Tilli den „Mangel an Opfern“, die sich an den WEISSEN RING wenden. Das österreichische Gesetz sieht es nicht vor, dass die Polizei die Daten von Verbrechensopfern an den WEISSEN RING weitergibt. Anders sehe das zum Beispiel bei Opfern von Gewalt in der Familie aus, verrät der Major. „Hilfsorganisationen, die in diesem Bereich tätig sind, bekommen die Daten der Opfer direkt von der Polizei und können diese natürlich optimal betreuen“, sagt Tilli. Der WEISSE RING sei jedoch darauf angewiesen, dass sich die Opfer selbst bei der Organisation melden. Tillis Apell: „Es ist ganz wichtig, dass sich Opfer bei uns melden. Viele glauben, die Hilfe vom WEISSEN RING sei kostenpflichtig. Das ist aber nicht der Fall. Alle Hilfe-Leistungen des WEISSEN RINGS sind kostenlos.“ Es sei auch ganz sicher kein „Zeichen der Schwäche“, die Hilfeleistungen der Expertinnen und Experten anzunehmen, meint Tilli.

Der WEISSE RING:

Der WEISSE RING betreibt im Auftrag des Bundesministeriums für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz (BMVRDJ) den Opfer-Notruf 0800 112 112. Die Beratung über die Rechte von Opfern ist kostenlos. Erreicht werden kann der WEISSEN RING auch über die Europäische Hotline 116 006.

Das Angebot des WEISSEN RINGS

Beratung

Bei einem Termin mit einer Juristin oder Psychologin des WEISSEN RINGS können sich Betroffene ausführlich über ihre Rechte, zum Beispiel nach dem Verbrechensopfergesetz, und weitere Unterstützungsmöglichkeiten beraten lassen. Diese reichen – je nach Art des Verbrechens – von Schadensersatzansprüchen bis zur psychosozialen und juristischen Prozessbegleitung.

Materielle Unterstützung

Wenn die Opfer durch das Verbrechen in eine finanzielle Notlage gekommen sind, unterstützt der WEISSE RING diese mit Einkaufsgutscheinen, Einmalhilfen oder zinslosen Darlehen.

Prozessbegleitung

Bei bestimmten Verbrechen haben die Opfer Anspruch auf psychosoziale und juristische Prozessbegleitung. Das heißt, im Falle einer Gerichtsverhandlung müssen sie nicht allein vor Gericht erscheinen und dem Täter gegenüberstehen. Sie werden durch Experten für Opferschutz begleitet und betreut.

Organisatorische Hilfe

Im Falle eines Raubes, Diebstahls, einer Körperverletzung oder einer anderen kriminellen Tat, ist neben dem Schock und der körperlichen Beeinträchtigungen auch sehr vieles zu organisieren. Dabei helfen die Mitarbeiter des WEISSEN RINGS ebenfalls. Sie begleiten die Opfer zu Behörden und anderen Hilfseinrichtungen.

Psychologische Hilfe

Der WEISSE RING bietet Opfern sofortige Unterstützung durch Krisenintervention und vermittelt sie weiter an erfahrene Psychologen und Psychotherapeuten.

Helft mit!

Der WEISSE RING finanziert seine Tätigkeit in der Opferhilfe überwiegend aus privaten Mitteln, nur ein geringer Anteil der Leistungen wird von der öffentlichen Hand abgegolten. Der WEISSE RING ist daher auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Helfen kann man entweder durch eine Spende oder eine Mitgliedschaft. Nähere Informationen dazu findet ihr hier.

Seit 41 Jahren im Einsatz

Der WEISSE RING Österreich wurde am 16. Jänner 1978 gegründet. Als einzige allgemeine Opferunterstützungs-Organisation steht er österreichweit allen Opfern von Straftaten zur Seite. Die Bundesgeschäftsstelle hat ihren Sitz in Wien. Neun Landesleitungen und 15 regionale Außenstellen sind bundesweit in der Opferarbeit tätig. Die Kärntner Landesleitung befindet sich in der Villacher Straße 83 in Klagenfurt.

 

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