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ASFINAG Kampagne zur Verkehrssicherheit

Zwei Sekunden entscheiden

Klagenfurt/Villach – Mangelhafter Sicherheitsabstand zählt zum riskantesten Fehlverhalten und den häufigsten Unfallursachen auf Österreichs Autobahnen. Laut einer aktuellen Umfrage schätzt die große Mehrheit den eigenen Abstand völlig falsch ein – und fühlt sich gleichzeitig durch enges Auffahren anderer am meisten gefährdet. Die ASFINAG startet daher einen Info-Schwerpunkt zum Thema Sicherheitsabstand.

 4 Minuten Lesezeit (545 Wörter) | Änderung am 25.05.2019 - 13.19 Uhr

Verkehrspsychologin Bettina Schützhofer zur Kampagne: “Zu wenig Wissen, zu wenig Gefahrenbewusstsein und krasse Fehleinschätzungen – das ist das gefährliche Risikogemisch beim Thema Abstand. Es geht darum, das eigene Verhalten zu überdenken. Ein Sicherheitsabstand von zwei Sekunden ist unsere persönliche lebensrettende Komfortzone. Gönnen wir sie uns und den anderen!“

Umfrage: Richtiger Sicherheitsabstand wird völlig falsch eingeschätzt

Eine aktuelle IFES-Umfrage im Auftrag der ASFINAG zeigt: Abstandhalten ist für zwei von drei Lenkerinnen und Lenker reine Gefühlssache – nur jede/jeder Fünfte zählt die Sekunden. Die Hälfte schätzt den selbst eingehaltenen Sicherheitsabstand bei 130 km/h mit maximal vier Fahrzeuglängen ein, doch das sind nicht einmal 20 Meter. Mindestens zwei Sekunden Abstand – das ist die klare Empfehlung für mehr Verkehrssicherheit. Diese zwei Sekunden gelten unabhängig von der Geschwindigkeit. Bei 130 km/h sind das also rund 70 Meter. Nur ein Viertel der Befragten kann den korrekten Abstand bei diesem Tempo auch richtig benennen.  Gleichzeitig bezeichnen 61 Prozent zu geringen Abstand anderer, dichtes Auffahren oder Drängeln, als das Verhalten, durch das sie sich am öftesten und stärksten gefährdet fühlen.  

Zwei Sekunden Abstand entscheiden

Auch bei guter Sicht und ausgeruhten Fahrerinnen und Fahrern kann im Ernstfall mehr als eine Sekunde bis zum Tritt auf die Bremse vergehen, die dann erst die volle Kraft entfalten muss. Die zweite Sekunde dient also zum Ausgleich etwaiger Bremswegunterschiede. Nur wer ausreichend Abstand hält, hat also überhaupt eine Chance, eine Kollision zu vermeiden. So zählt man richtig: Einen markanten Punkt am Fahrbahnrand fixieren. Sobald das vorausfahrende Auto diesen Punkt passiert, beginnt man in Sekunden-Abständen („21,22“) zu zählen. Idealerweise sollte man diesen Punkt nicht erreichen, bevor man zwei Sekunden durchgezählt hat.

Acht neue Standorte im ASFINAG Netz zur Überprüfung des Sicherheitsabstands

Die ASFINAG wird in den kommenden Wochen an acht Stellen eine orange Markierung anbringen, damit die Lenkerinnen und Lenker den eigenen Abstand überprüfen können. Die Länge der Markierung entspricht dem Weg, der bei der vor Ort erlaubten Höchstgeschwindigkeit in zwei Sekunden zurückgelegt wird. Diese Stellen sind hier zu finden:

  • A 1 West Autobahn (Richtung Salzburg) bei St. Pölten
  • A 1 West Autobahn (Richtung Salzburg) bei Schörfling/Seewalchen
  • A 25 Welser Autobahn (Richtung Wels) beim Knoten Haid
  • A 12 Inntal Autobahn (Richtung Innsbruck) bei Kramsach
  • A 2 Süd Autobahn (Richtung Graz) bei Ilz/Fürstenfeld
  • A 2 Süd Autobahn (Richtung Arnoldstein) bei Hermagor
  • A 10 Tauern Autobahn (Richtung Villach) bei Paternion/Feistritz
  • A 7 Mühlkreis Autobahn (Richtung Linz) bei Unterweitersdorf

Doch unabhängig davon, ob es extra markierte Stellen gibt oder nicht, der Mindestabstand kann an jeder Stelle zum Beispiel mit der Hilfe von Straßenschildern überprüft werden.

Zu wenig Abstand: die gefährlichen Fakten

Jeder achte Unfall mit Verletzten auf Autobahnen ist jedes Jahr klar die Folge von zu wenig Sicherheitsabstand. Und in Kombination mit anderen Ursachen, etwa Ablenkung oder zu hohes Tempo, ist mangelnder Abstand Mit-Ursache bei fast jedem zweiten – auch tödlichen – Unfall. Die ASFINAG informiert in den kommenden zwei Monaten in Hörfunk, Fernsehen und Printmedien. 250 neue Plakate an Autobahnen und Schnellstraßen erinnern an den korrekten Sicherheitsabstand. Alle Informationen dazu findet man auch online auf www.asfinag.at oder den Social Media Kanälen der ASFINAG.   

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